In diesem Leitfaden
- Nach chinesischem Recht müssen alle nach China exportierten Lebensmittel, Kosmetika und Elektronikprodukte korrekt auf Chinesisch gekennzeichnet sein.
- Fehlende oder fehlerhafte Etiketten führen zu Bußgeldern bis zu 30.000 RMB und Verzögerungen von 3–7 Tagen beim Zoll.
- Über 135 Elektronikkategorien müssen das CCC-Zeichen und Sicherheitsinformationen auf Chinesisch tragen.
- 10–15 % aller Sendungen werden von der GACC stichprobenartig auf Kennzeichnung geprüft – mit Risiko von Zurückhaltung oder Ablehnung.
Wenn Sie Lebensmittel, Kosmetika oder Elektronik aus China importieren, ist eine korrekte Kennzeichnung nicht nur „nice to have“ – sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Die chinesischen Behörden setzen strenge Vorgaben für Etiketten in diesen Kategorien durch. Schon kleine Fehler können dazu führen, dass Ihre Sendung festgehalten, mit Bußgeldern belegt oder am Hafen nachgekennzeichnet wird. Tatsächlich zählen Kennzeichnungsfehler zu den drei häufigsten Gründen für Zollverzögerungen bei diesen Produkten. Egal, ob Sie gerade erst mit dem Import aus China starten oder Ihr Geschäft ausbauen: Wer genau weiß, was aufs Etikett muss – und wer es kontrolliert –, spart sich Tage voller Verzögerungen und hohe Strafzahlungen.
Im Folgenden erläutern wir, welche Behörden zuständig sind, welche Kennzeichnungspflichten es für jede Warengruppe gibt und welche Fehler Importeuren am häufigsten unterlaufen – damit Ihre Lieferkette reibungslos läuft.
Wer legt die Kennzeichnungsvorschriften in China fest und kontrolliert sie?
Das regulatorische Umfeld für Etiketten in China ist komplex und umfasst mehrere Behörden mit klar abgegrenzten Zuständigkeiten. Zu wissen, welche Behörde Ihr Produkt überwacht, ist der erste Schritt zur Einhaltung der Vorschriften.
Zuständigkeit der SAMR
Die State Administration for Market Regulation (SAMR) ist die zentrale Behörde für nationale Kennzeichnungsstandards bei Lebensmitteln und Elektronik. Für Lebensmittel setzt die SAMR die Norm GB 7718-2011 durch, die von Pflichtangaben bis zur Schriftgröße und Platzierung alles regelt. Bei Elektronikprodukten legt die SAMR die Anforderungen für das CCC-Zeichen und die zugehörigen Sicherheitskennzeichnungen fest.
NMPA für Kosmetika
Kosmetika fallen unter die Aufsicht der National Medical Products Administration (NMPA), früher bekannt als CFDA. Vor dem Export müssen alle Kosmetiketiketten bei der NMPA registriert und genehmigt werden – sowohl Verpackungen als auch Beipackzettel. Die Prüfung umfasst Produktfunktion, vollständige Zutatenliste und weitere Pflichtangaben.
GACC-Kontrollen beim Zoll
Die General Administration of Customs China (GACC) ist die letzte Kontrollinstanz. Die GACC prüft stichprobenartig 10–15 % aller Sendungen auf Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften. Fehlen Pflichtangaben, kann die GACC eine Nachkennzeichnung am Hafen anordnen, die Ware festhalten oder die Einfuhr komplett verweigern. Mehr zum Ablauf der Zollkontrolle finden Sie in unserem Leitfaden zum Zollabfertigungsprozess.
Kennzeichnungspflichten für Lebensmittel
Lebensmittelexporte stehen in China besonders im Fokus. Jede Verpackung muss der Norm GB 7718-2011 entsprechen – fehlende oder fehlerhafte Angaben werden nicht toleriert.
GB 7718-2011: Die wichtigsten Vorgaben
Laut GB 7718-2011 muss jedes vorverpackte Lebensmittel, das aus China exportiert wird, ein chinesischsprachiges Etikett tragen. Das ist keine Option – selbst für Produkte, die ins Ausland gehen, gilt diese Pflicht vor dem Verlassen Chinas. Die Etiketten müssen klar, gut lesbar und auf der Hauptanzeigeseite angebracht sein.
Pflichtangaben auf dem Etikett
Jedes Lebensmitteletikett muss folgende Angaben enthalten:
| Pflichtangabe | Beschreibung/Beispiel |
|---|---|
| Produktname | Auf Chinesisch, eindeutig und nicht irreführend |
| Zutatenliste | Alle Zutaten, absteigend nach Gewicht |
| Nettoinhalt | In metrischen Einheiten (g, ml, kg usw.) |
| Herstellername/-adresse | Vollständige juristische Person und Standort |
| Produktionsdatum | Format: JJJJ-MM-TT |
| Haltbarkeitsdauer | In Tagen, Monaten oder Jahren |
| Lagerbedingungen | Z. B. „Gekühlt lagern unter 4°C“ |
| Allergenhinweise | Müssen alle Allergene klar ausweisen |
Fehlt auch nur eine dieser Angaben – wie Produktionsdatum oder Allergenhinweis – führt das häufig zu Verzögerungen bei der Zollabfertigung.
Typische Fehler bei Lebensmitteletiketten
Die häufigsten Fehler sind:
- Nur englische oder andere fremdsprachige Angaben, ohne chinesische Übersetzung.
- Fehlende Herstelleradresse oder kein Produktionsdatum.
- Keine Allergenkennzeichnung, auch wenn es sich um geringfügige Zutaten handelt.
Stellt die GACC einen dieser Fehler fest, wird meist eine Nachkennzeichnung am Hafen angeordnet, was die Freigabe um 3–7 Tage verzögert. Weitere Tipps zur Optimierung Ihres Lebensmittelexport-Prozesses finden Sie in unserer Compliance-Checkliste.
Kosmetik-Kennzeichnung: Was ist Pflicht und was steht auf dem Spiel?
Kosmetika unterliegen in China besonders strengen Kennzeichnungskontrollen. Die NMPA muss das Etikett vor dem Export genehmigen – Fehler können teuer werden.
NMPA-Genehmigungsverfahren
Bevor Sie Kosmetika aus China exportieren, muss das chinesischsprachige Etikett Ihres Produkts bei der NMPA registriert und genehmigt werden. Dabei wird nicht nur das Etikett selbst, sondern auch die begleitende Dokumentation zu Werbeaussagen, Inhaltsstoffen und Herstellung geprüft. Jede Änderung am Etikett nach der Genehmigung erfordert eine erneute Registrierung.
Vorgaben für den Etiketteninhalt
Jedes Kosmetiketikett muss enthalten:
- Produktfunktion (z. B. „Feuchtigkeitscreme“)
- Gebrauchsanweisung (auf Chinesisch)
- Vollständige Zutatenliste mit INCI-Namen
- Herstellername und -adresse
- Produktionsdatum und Haltbarkeitsdauer
- Warnhinweise oder besondere Anwendungshinweise, falls zutreffend
Die Etiketten müssen klar, korrekt und dürfen keine unbelegten Aussagen enthalten. Ausführliche Informationen zu den NMPA-Anforderungen finden Sie in unserem Überblick zur Kosmetik-Compliance.
Sanktionen bei Verstößen
Falsche oder fehlende Etiketten können mit Bußgeldern von bis zu RMB 30.000 (ca. $4.200) pro Fall geahndet werden. Die GACC kann Ihre Sendung ablehnen oder eine Nachkennzeichnung verlangen, was die Zollabfertigung um 3–7 Tage verzögert. In manchen Fällen werden Produkte vernichtet oder müssen zurückexportiert werden. Mehr zu Risiken und Vermeidung finden Sie in unserem Leitfaden zu Zöllen und Strafen.
Elektronikkennzeichnung und das CCC-Zeichen
Beim Export von Elektronik ist das China Compulsory Certification (CCC) Zeichen nur ein Teil der Anforderungen. Auch das Etikett selbst muss strenge Vorgaben hinsichtlich Inhalt und Format erfüllen.
CCC-Zeichen auf Elektronik
Mehr als 135 Elektronik-Kategorien benötigen das CCC-Zeichen – eine verpflichtende Sicherheitszertifizierung. Das Zeichen muss sowohl auf dem Produkt als auch auf der Verpackung angebracht sein, gut sichtbar, dauerhaft und nicht einfach entfernbar. Eine vollständige Liste der betroffenen Kategorien finden Sie in unserem CCC-Zeichen Produktkonformitäts-Leitfaden.
Kennzeichnungsinhalt für Elektronik
Neben dem CCC-Zeichen müssen Elektroniketiketten folgende Angaben enthalten:
- Name und Adresse des Herstellers (auf Chinesisch)
- Modell und Typ des Produkts
- Spannungs- und Leistungsangaben
- Sicherheitshinweise oder Nutzungseinschränkungen (auf Chinesisch)
Hier ein schneller Vergleich der erforderlichen Kennzeichnungselemente für Elektronik, Lebensmittel und Kosmetik:
| Kategorie | CCC-Zeichen | Herstellerinfo | Modell/Typ | Spannung/Leistung | Sicherheitshinweise | Zutatenliste | Gebrauchsanweisung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Elektronik | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Lebensmittel | Nein | Ja | Nein | Nein | Manchmal | Ja | Manchmal |
| Kosmetik | Nein | Ja | Nein | Nein | Manchmal | Ja | Ja |
Fehlt eines der vorgeschriebenen Elemente, kann GACC Ihre Sendung beschlagnahmen oder eine Nachkennzeichnung am Hafen verlangen.
Häufige Kennzeichnungsfehler
Die häufigsten Fehler bei Elektronik sind:
- Das CCC-Zeichen wird nicht sowohl auf Produkt als auch Verpackung angebracht.
- Sicherheitshinweise fehlen oder sind nur auf Englisch aufgeführt.
- Herstellerangaben fehlen oder es wird nur eine ausländische Adresse angegeben.
Weitere Informationen zum Elektronikversand aus China finden Sie in unseren ausführlichen Compliance-Ressourcen.
Typische Kennzeichnungsfehler und wie Sie sie vermeiden
Auch erfahrene Exporteure stolpern über die Kennzeichnungsvorschriften Chinas. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen – und wie Sie konform bleiben.
Sprach- und Übersetzungsfehler
Nur Englisch (oder eine andere Fremdsprache) zu verwenden, ist einer der Hauptgründe für eine verpflichtende Nachkennzeichnung am Hafen. Alle vorgeschriebenen Etikettelemente müssen auf Chinesisch sein, und die Übersetzungen müssen korrekt sein. Maschinelle Übersetzungen oder „Chinglish“ führen ebenfalls häufig zu Beanstandungen während der Zollkontrolle.
Fehlende Pflichtangaben
Die beiden am häufigsten vergessenen Angaben sind die Herstelleradresse und das Produktionsdatum. Beide sind für Lebensmittel, Kosmetik und Elektronik vorgeschrieben. Fehlt auch nur eine, kann dies zu einer Sendungssperre oder Nachkennzeichnung führen – mit Verzögerungen von 3-7 Tagen.
Letzte Änderungen am Etikett
Änderungen am Etikett nach NMPA-Freigabe (bei Kosmetik) oder nach dem Druck (bei Lebensmitteln/Elektronik) machen Ihre Exportlizenz oder Zertifizierung ungültig. Finalisieren Sie den chinesischen Etiketteninhalt immer vor Produktionsbeginn oder Buchung der Sendung. Weitere Tipps zur Vorbereitung konformer Sendungen finden Sie in unserem Schritt-für-Schritt Versandprozess.
Fazit: So sorgen Sie mit korrekten Etiketten für reibungslose Zollabfertigung
Kennzeichnungsfehler sind teuer – Verzögerungen von 3-7 Tagen, Bußgelder bis zu RMB 30.000 oder sogar Ablehnung der Sendung. Überprüfen Sie alle Etiketteninhalte auf Chinesisch vor dem Export und stellen Sie sicher, dass jedes vorgeschriebene Element für Lebensmittel, Kosmetik und Elektronik vorhanden ist. Für risikoreiche Kategorien oder Erstsendsungen empfiehlt es sich, Compliance-Experten oder Ihren Spediteur zu konsultieren, um böse Überraschungen zu vermeiden. Möchten Sie sicherstellen, dass Ihre Etiketten – und Ihre Sendungen – problemlos den Zoll passieren? Fordern Sie ein Angebot an und lassen Sie sich von unserem Team durch die aktuellen Vorschriften in China führen.