In diesem Leitfaden
- Der Standard-MwSt-Satz in der Schweiz beträgt 8,1 % und wird auf Zollwert, Zoll und Verbrauchsteuern angewendet.
- Die Zollabwicklung erfolgt über das elektronische e-dec-System; Importeur-UID ist Pflicht.
- Produktspezifische Schweizer Zertifikate sind oft nötig, Kosten zwischen CHF 200 und CHF 100.000+.
- Nicht genormte Paletten oder fehlende ENS-Anmeldungen führen zu Verzögerungen oder Ablehnung an der Grenze.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · Der Versand von China in die Schweiz bedeutet, dass Sie ein eigenständiges Zollsystem durchlaufen, das unabhängig von der EU ist und auf spezifischen Schweizer Zollvorschriften, der Berechnung der Mehrwertsteuer und besonderen Konformitätsanforderungen basiert – selbst erfahrene Importeure können hier schnell ins Stolpern geraten. Die Eidgenössische Zollverwaltung (FCA/EZV) legt die Zolltarife fest, betreibt das elektronische e-dec-Verfahren und setzt eine Mehrwertsteuerstruktur durch, die sich von der EU unterscheidet. Fehler bei Dokumentation, HS-Code oder der Berechnungsgrundlage der Mehrwertsteuer führen zu Verzögerungen, Neubewertungen oder zusätzlichen Gebühren. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen den Schweizer HS-Code-Prozess, die Berechnung des Zollwerts, die Formeln für Zoll und Mehrwertsteuer, wichtige Compliance-Schritte und die häufigsten Fehler, die wir beim Versand von China in die Schweiz beobachten. Für einen vollständigen Überblick zu Transportart, Zollabwicklung und Logistik lesen Sie den kompletten Schweiz-Versandleitfaden.
HS-Codes in der Schweiz (hier beginnt Ihr Zolltarif)
Der HS-Code ist die Grundlage für die Berechnung der Schweizer Importzölle. Anders als in EU-Ländern hat die Schweiz einen eigenen Zolltarif, und ein falscher Code führt zur Umklassifizierung, Verzögerung oder falscher Berechnung des Tarifs. Die FCA/EZV veröffentlicht offizielle Tarife und erwartet technische Präzision in allen Dokumenten.
Wie HS-Codes für Schweizer Importe funktionieren
Jedes Produkt, das in die Schweiz eingeführt wird, wird nach dem Harmonized System (HS) klassifiziert – dies bestimmt den Zollsatz, löst spezielle Kontrollen aus und kann zusätzliche Dokumente erforderlich machen. Der Schweizer Zolltarif wird von der FCA/EZV verwaltet und enthält spezifische Schweizer Unterteilungen. Ist Ihr Code ungenau oder passt nicht zur Rechnung, wird die Ware neu klassifiziert – mit der Folge eines höheren Tarifs oder zusätzlicher Prüfungen.
Wichtige Fakten:
- Die Schweizer Zolltarife werden durch die HS-Code-Klassifizierung bestimmt.
- Offizielle Tarife werden von der Eidgenössischen Zollverwaltung (FCA/EZV) veröffentlicht.
- Die Klassifizierung beeinflusst Zoll, Mehrwertsteuer und kann Kontrollen auslösen (Lebensmittelsicherheit, Chemikalien, Elektronik).
Den richtigen HS-Code finden (Schweizer Methode)
Starten Sie mit Funktion, Material und technischen Spezifikationen – nicht nur mit dem Handelsnamen. „Smartphone-Ladegerät“ ist zu allgemein; „USB-Netzteil, Eingang 100-240V, Kunststoffgehäuse“ ist präziser. Die Schweizer Zollbehörde erwartet, dass der HS-Code zur technischen Beschreibung in Rechnung, Packliste und e-dec-Eintrag passt. Wenn der Code „Kunststoffwaren“ angibt, Ihre Dokumente aber „Metall“ nennen, riskieren Sie eine Zollprüfung.
Schweizer Tipps:
- Nutzen Sie das Online-Tariftool der FCA/EZV zur Code-Prüfung.
- Vergleichen Sie mit den Exportdokumenten Ihres Lieferanten und den Schweizer Importvorgaben.
- Konsistenz ist entscheidend – alle Unterlagen müssen die gleiche Geschichte erzählen.
Wo Sie die offiziellen Schweizer Zolltarife prüfen
Auf der FCA/EZV-Webseite finden Sie einen durchsuchbaren Zolltarif. Suchen Sie den HS-Code, prüfen Sie den Tarif und achten Sie auf zusätzliche Anforderungen (z. B. Anti-Dumping, Verbrauchssteuer, Konformität). Bei Elektronik, Lebensmitteln oder Chemikalien sollten Sie auf produktspezifische Importkontrollen achten.
Nützliche Links:
- Leitfaden zur Schweizer Zollabwicklung
- FCL vs LCL Seefrachtoptionen
- Die richtige Transportart wählen
| HS-Code Beispiel | Zolltarif | Spezielle Kontrollen | Hinweise |
|---|---|---|---|
| 8504.40 (Netzteil) | CHF 0.15/kg | ESTI-Konformität | Muss zur Rechnung passen |
| 9403.20 (Möbel) | CHF 0.00 | Keine | Kein Zoll, nur MwSt |
| 2106.90 (Lebensmittelzubereitung) | CHF 0.00-0.10/kg | FSVO-Meldung | Importwarnung möglich |
Schweizer HS-Code-Checkliste
Vor Einreichung der e-dec-Anmeldung bestätigen
Schweizer Zollwert erklärt (CIF, Zoll und MwSt-Basis)
Der Schweizer Zollwert ist mehr als nur der Rechnungsbetrag – er ist eine zusammengesetzte Zahl, die die Basis für Zoll und Mehrwertsteuer bildet. Eine fehlerhafte Berechnung führt zu Überzahlung oder einer Neubewertung durch die Zollbehörde.
Was „Zollwert“ in der Schweiz bedeutet
Der Schweizer Zollwert entspricht in der Regel dem CIF-Wert (Kosten + Versicherung + Fracht), kann aber je nach Sendung weitere Kosten umfassen. Die FCA/EZV nutzt diesen Wert zur Berechnung von Importzoll und Mehrwertsteuer. Ist der deklarierte Wert zu niedrig oder fehlen wichtige Kosten, wird er vom Zoll nach oben korrigiert.
Wichtige Fakten:
- Der Zollwert ist meist CIF (inklusive Transport und Versicherung).
- Zoll und Mehrwertsteuer werden auf dieser Basis berechnet.
- Die FCA/EZV kann zusätzliche Kosten (Verpackung, Lizenzgebühren, Assists) hinzurechnen, falls nicht deklariert.
Wie die Schweiz den Zollwert berechnet (CIF plus Extras)
Der deklarierte Wert muss enthalten:
- Produktpreis (FOB oder EXW)
- Frachtkosten (von China in die Schweiz)
- Versicherungskosten
- Verpackungskosten (falls nicht im Produktpreis enthalten)
- Alle Assists oder Lizenzgebühren an den Lieferanten
Wenn Sie DDP-Versand nutzen, sollten alle diese Posten im Angebot enthalten sein. Bei DAP oder EXW müssen Sie sie für die Zollanmeldung einzeln aufführen.
- Goods value — Invoice value (FOB or agreed price)
- International freight — Ocean or air to Schweiz port/airport
- Insurance — To the place of import
Swiss customs value = Product price + Freight + Insurance + Packing + Assists + Royalties
So berechnet die Schweiz Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer (die wichtigsten Formeln)
Der Schweizer Einfuhrzoll und die Mehrwertsteuer werden nacheinander berechnet – zuerst der Zoll, dann die Mehrwertsteuer auf die Summe aus Zollwert, Zoll und allfälligen Verbrauchssteuern. Wer die Formeln falsch anwendet, zahlt zu viel oder riskiert eine Nachprüfung.
Berechnung des Einfuhrzolls (Tarif)
Der Zoll wird zum Satz erhoben, der durch den HS-Code festgelegt ist. Die meisten Konsumgüter sind niedrig oder zollfrei, aber für Elektronik, Textilien und bestimmte Lebensmittel gelten spezielle Sätze. Für manche chinesische Waren können von SECO geprüfte Antidumpingzölle anfallen.
Formel:
- Einfuhrzoll = Zollsatz x Zollwert
| Produkttyp | Zollsatz | Hinweise |
|---|---|---|
| Unterhaltungselektronik | CHF 0.15/kg | ESTI-Konformität erforderlich |
| Möbel | CHF 0.00 | Nur Mehrwertsteuer fällig |
| Bekleidung (HS 6204) | CHF 0.00–0.60/kg | Quoten beachten |
Mehrwertsteuer auf Importe (Schweizer MWST/TVA/IVA)
Die Mehrwertsteuer wird auf den Zollwert plus Zoll und Verbrauchssteuern berechnet – nicht nur auf den Rechnungsbetrag. Der Normalsatz beträgt 8,1 %; für Lebensmittel, Bücher und Medikamente gelten reduzierte Sätze.
Swiss import VAT = (Customs value + Duty + Excise) x VAT rate
Switzerland duties & tax estimator
8.1% Mehrwertsteuer (MWST) / Taxe sur la valeur ajoutée (TVA) / Imposta sul valore aggiunto (IVA)Estimate only. Actual amounts depend on HS code, origin, and Switzerland customs assessment.
Verbrauchs- und Antidumpingzölle (falls zutreffend)
Für einige Produkte – Alkohol, Tabak, bestimmte Chemikalien – fallen Verbrauchssteuern an. SECO prüft Antidumpingzölle auf ausgewählte chinesische Waren. Prüfen Sie immer den FCA/EZV-Tarif auf produktspezifische Zuschläge.
Wichtige Fakten:
- Verbrauchssteuern gelten für Alkohol, Tabak, ausgewählte Chemikalien.
- Antidumpingzölle werden von SECO überprüft; aktuelle Änderungen beachten.
- Die Mehrwertsteuer wird stets auf die Summe aus Zollwert, Zoll und Verbrauchssteuer berechnet.
Checkliste für Schweizer Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer
Vor der Zollanmeldung abschließen
Schweizer Zollabfertigung in der Praxis (e-dec, UID und Fristen)
Die Zollabfertigung in der Schweiz läuft digital – aber nur, wenn Sie als Schweizer Importeur (UID) registriert sind und alle Dokumente im e-dec-System eingereicht wurden. Fehlende Schritte führen zu Verzögerungen oder sogar zur Blockierung der Ware.
e-dec: Das elektronische Zollsystem der Schweiz
Alle Importe müssen über e-dec Import/Export, die digitale Zollplattform der Schweiz, abgewickelt werden. Das System verlangt vollständige digitale Unterlagen – Rechnung, Packliste, Transportdokumente und Konformitätsnachweise, falls erforderlich.
Wichtige Fakten:
- e-dec ist für alle Importe vorgeschrieben.
- Für Sendungen aus Nicht-EU/EFTA-Ländern muss vor Ankunft eine ENS (Entry Summary Declaration) abgegeben werden.
- Die Abfertigung dauert mit vollständigen Unterlagen 1–2 Werktage; bei Kontrolle 3–5 Tage.
Schweizer Importeur (UID): Was Sie benötigen
Jeder Importeur muss eine Schweizer UID (Unternehmens-Identifikationsnummer) beantragen. Diese ist kostenlos, wird vom Bundesamt für Statistik vergeben und dauert 1–5 Werktage. Nichtansässige Importeure müssen einen Schweizer Fiskalvertreter benennen.
Checkliste:
- UID-Anmeldung vor Versand abschließen.
- Fiskalvertreter benennen, falls nicht ansässig.
- UID auf allen Zolldokumenten angeben.
ENS-Anmeldung für Nicht-EU/EFTA-Sendungen
Für Sendungen China–Schweiz ist die ENS (Entry Summary Declaration) vor Ankunft Pflicht. Ohne ENS kann Ihre Ware nicht abgefertigt werden und bleibt an der Grenze stehen.
| Schritt | Zeitrahmen | Hinweis |
|---|---|---|
| UID-Anmeldung | 1–5 Werktage | Muss zuerst erfolgen |
| ENS-Anmeldung | Vor Ankunft | Für Abfertigung erforderlich |
| e-dec-Einreichung | 1–2 Werktage | Verzögerungen bei Lücken |
Checkliste für die Schweizer Zollabfertigung
Vor Ankunft der Ware erledigen
Schweizerische Konformität und Zertifikate (was Sie aufhalten kann)
Die Schweiz setzt eigene Produktvorschriften durch – oft an die EU angelehnt, aber nicht immer identisch. Fehlende Schweizer Zertifikate sind eine der Hauptursachen für Zollstopps, besonders bei Elektronik, Lebensmitteln und Medizinprodukten.
Schweizer Konformität für Elektronik, Lebensmittel und mehr
Elektronik muss die Schweizer Konformität erfüllen, die sich auf die CE-Kennzeichnung stützt, aber zusätzliche Prüfungen (Stecker, Spannung, NEV 734.26) verlangt. Funkgeräte benötigen eine OFCOM-Zulassung, Chemikalien müssen der Schweizer REACH entsprechen, und Lebensmittelimporte sind beim BLV zu melden.
Wichtige Fakten:
- Schweizer Konformität ist nicht immer identisch mit EU-Anforderungen.
- Elektronik: ESTI-Konformität auf Basis von CE und Schweizer NEV.
- Funk: OFCOM/BAKOM Typenzulassung (RED-Richtlinie).
- Chemikalien: FOEN/BAFU ChemO- und ORRChem-Konformität.
- Lebensmittel und Kosmetik: BLV/FSVO/OSAV-Meldung und Zulassung.
Wichtige Behörden und benötigte Dokumente
Sie müssen ggf. mit mehreren Schweizer Behörden Kontakt aufnehmen:
- ESTI (Elektronik)
- OFCOM (Funk)
- FOEN (Chemikalien, Gefahrstoffe)
- FSVO (Lebensmittel, Kosmetik, Spielzeug)
- Swissmedic (Medizinprodukte)
- FOAG (Landwirtschaft, Holzverpackungen)
- SECO (Konsumgüter, Antidumping)
- Missing Swiss conformity certificate (ESTI, OFCOM, FOEN, FSVO, Swissmedic)
- Annahme, dass EU CE-Kennzeichnung ohne Schweizer Prüfungen ausreicht
- Nicht-standardisierte Stecker oder Spannung für Elektronik
- Food imports without FSVO notification
- Medical devices lacking Swissmedic approval
- Wood packaging without ISPM-15 treatment
Typische Fristen und Kosten für Zertifizierungen
Fristen und Kosten für Zertifizierungen variieren stark:
- ESTI-Konformität: 4–12 Wochen, CHF 2.000–15.000
- OFCOM-Funkzulassung: 4–8 Wochen, CHF 3.000–10.000
- FOEN-Chemikalienregistrierung: fortlaufend, CHF 5.000–50.000+
- FSVO-Meldung Lebensmittel/Kosmetik: 2–8 Wochen, CHF 1.000–10.000
- Swissmedic Medizinprodukte: 6–24 Monate, CHF 10.000–100.000+
| Kategorie | Behörde | Zertifikat | Frist | Kostenrahmen |
|---|---|---|---|---|
| Elektronik | ESTI | Schweizer Konformität (CE/NEV) | 4–12 Wochen | CHF 2K–15K |
| Funk | OFCOM | RED/Schweizer Zulassung | 4–8 Wochen | CHF 3K–10K |
| Chemikalien | FOEN | ChemO/Swiss REACH | Laufend | CHF 5K–50K+ |
| Lebensmittel/Kosmetik | FSVO | Schweizer Meldung | 2–8 Wochen | CHF 1K–10K |
| Medizinprodukte | Swissmedic | MepV/MDR-Gleichwertigkeit | 6–24 Monate | CHF 10K–100K+ |
Checkliste für Schweizer Produktkonformität
Vor Versand aus China prüfen
So planen Sie Ihre Gesamtkosten für die Schweiz (praktischer Leitfaden)
Die Kalkulation Ihrer Gesamtkosten für Schweizer Importe muss alle landesspezifischen Gebühren berücksichtigen: Zoll, Mehrwertsteuer, Abfertigungsgebühren, Zertifizierungen und sogar Palettenvorschriften. Wer einen Kostenfaktor übersieht, riskiert Budgetlücken oder die Ablehnung der Ware im Lager.
Was in Ihre Schweizer Gesamtkosten gehört
Ihre Gesamtkalkulation sollte folgende Posten enthalten:
- Zollwert (CIF zuzüglich weiterer Kosten)
- Einfuhrzoll (gemäß HS-Code)
- Mehrwertsteuer (Normalsatz oder reduzierter Satz)
- Verbrauchs- oder Antidumpingabgaben (falls zutreffend)
- Zollabfertigungsgebühren (Spediteur, e-dec)
- Kosten für Zertifizierungen und Konformität
- Paletten- und Verpackungskosten
Beim Versand nach DDP sollte Ihr Spediteur Ihnen einen Komplettpreis anbieten. Bei DAP oder EXW müssen Sie alle Kostenpunkte einzeln kalkulieren.
Beispielrechnung Gesamtkosten (Zoll + MwSt + Gebühren)
Hier eine Beispielrechnung für eine Elektroniklieferung mit einem CIF-Wert von CHF 10.000, HS-Code 8504.40 (CHF 0,15/kg Zoll), 8,1 % MwSt und CHF 1.000 für Zertifizierung:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| CIF-Wert | CHF 10.000 |
| Zoll (0,15/kg) | CHF 300 |
| Verbrauchssteuer | CHF 0 |
| MwSt (8,1 %) | CHF 850,83 |
| Zertifizierung | CHF 1.000 |
| Abfertigungsgebühr | CHF 200 |
| Palettengebühr | CHF 100 |
| Gesamtkosten | CHF 12.450,83 |
Landed cost = CIF value + Duty + Excise + VAT + Clearance fees + Certification + Pallet charges
Wichtige Kostentreiber: Paletten, Kontrolle und Verzögerungen
In der Schweiz werden EUR/EPAL-Paletten (800x1200 mm) mit ISPM-15-Behandlung akzeptiert. Nicht standardisierte Paletten (z. B. US 48x40 Zoll) können abgelehnt werden, was zu Umpackkosten führt. Eine Zollkontrolle verzögert die Abwicklung um 1–3 Tage und verursacht zusätzliche Gebühren.
Links für Ihre Planung:
Typische Fehler bei Schweizer Importen (und wie Sie sie vermeiden)
Immer wieder sehen wir die gleichen Fehler—meist durch Unkenntnis der Schweizer MwSt-Regeln, fehlende UID-Registrierung oder übersehene Konformitätsanforderungen. Wenn Sie diese Stolperfallen vermeiden, läuft die Verzollung reibungslos.
Fehler bei MwSt-Berechnung und Konformität
Ein häufiger Irrtum: Die MwSt wird nur auf den Rechnungsbetrag berechnet, nicht aber auf den Zollwert plus Zoll und Verbrauchssteuer. Die Zollbehörde rechnet nach—und Sie zahlen die Differenz samt Strafgebühr.
Versäumte Anmeldungen und UID-Fallen
Wer keine Schweizer UID beantragt oder als ausländischer Importeur keinen Fiskalvertreter benennt, kann die Ware nicht einführen. Fehlende ENS-Anmeldung bei China–Schweiz-Sendungen führt zu Grenzstopps.
Produktkonformität und Palettenprobleme
Wer glaubt, die EU-CE-Kennzeichnung reicht für den Schweizer Zoll, irrt—es gelten zwingend Schweizer Prüfungen. Nicht normgerechte Paletten führen zu Lagerverweigerung, Umpacken und Mehrkosten.
- MwSt. nur auf Rechnungsbetrag berechnet (nicht Zollwert + Zoll + Verbrauchsteuer)
- UID registration missing or incomplete
- Kein Fiskalvertreter für nicht ansässige Importeure
- ENS nicht für China-Sendung eingereicht
- Missing Swiss conformity certificates
- Nicht-standardisierte Palettengrößen verwendet
Fazit (Schweizer Einfuhrabgaben & Steuern im Überblick)
Der Schweizer Importprozess ist speziell: Grundlage sind zolltarifbasierte Abgaben, ein CIF-basierter Zollwert und ein präzises MwSt-System. Registrieren Sie Ihre UID, erledigen Sie die ENS-Anmeldung und besorgen Sie alle Schweizer Konformitätsnachweise vor Versand. Kalkulieren Sie Ihre Gesamtkosten realistisch mit allen Zöllen, Steuern, Zertifizierungs- und Palettengebühren. Für ein individuelles Angebot und Expertenhilfe nutzen Sie unser Anfrageformular. Wer vorausschauend plant, profitiert von schnellerer Abfertigung, weniger Überraschungen und einer reibungslosen China–Schweiz-Lieferkette.
ReferenzGlossar· 32 Begriffe
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- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- ChemO
- Chemikalienverordnung (SR 813.11) – Schweizer Regelwerk zur Einfuhr und zum Umgang mit Chemikalien.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- customs value
- Bemessungsgrundlage für Zoll und Verbrauchssteuer; in Japan meist CIF: Warenwert plus Fracht und Versicherung bis zum Einfuhrhafen oder -flughafen.
- DAP
- Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- duty
- Einfuhrzoll: Steuer, die vom Zoll auf importierte Waren erhoben wird – Bemessung nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland.
- e-dec
- Elektronisches Zollabwicklungssystem – Schweizer Online-Plattform für die Einreichung von Ein- und Ausfuhranmeldungen.
- EFTA
- European Free Trade Association: Norwegen ist Mitglied und profitiert von Präferenzhandel mit EFTA- und EU-Staaten.
- EXW
- Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
- EZV
- Eidgenössische Zollverwaltung – Behörde für Zoll- und Grenzkontrollen in der Schweiz.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- FOB
- Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
- ISPM-15
- ISPM 15: Internationaler Standard für die Behandlung von Holzverpackungen (z. B. Paletten), um Schädlingsbefall zu verhindern.
- IVA
- Imposta sul Valore Aggiunto. Italienische Mehrwertsteuer, die bei der Einfuhr an der Grenze erhoben wird.
- landed cost
- Gesamtkosten bis zum Endziel: Transport, Umschlag, Zoll, Abgaben, Steuern und letzte Meile. Immer als Entscheidungsgrundlage nutzen – nicht nur den Frachttarif vergleichen.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- MDR
- EU-Medizinprodukteverordnung (2017/745): Regelt Sicherheit und Konformität von Medizinprodukten für Einfuhren nach Frankreich.
- Mehrwertsteuer
- Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
- MepV
- Medizinprodukteverordnung (SR 812.213) – Schweizer Regelung für die Einfuhr von Medizinprodukten.
- MWST
- Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
- ORRChem
- Verordnung zur Risikoreduktion bei chemischen Produkten (SR 814.81) – Schweizer Vorschrift für den sicheren Umgang mit Chemikalien.
- Packing List
- Packliste: Dokument mit Aufstellung von Inhalt, Gewichten und Verpackungsart jeder Einheit; dient Zoll und Umschlag.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- Swiss conformity
- Schweizer Konformitätskennzeichnung – Nachweis, dass Produkte den schweizerischen Sicherheits- und Technikvorschriften entsprechen, oft auf Basis der CE-Kennzeichnung.
- Swiss REACH
- Schweizer Umsetzung der EU-REACH-Verordnung – regelt die Registrierungspflichten für Chemikalienimporte gemäß ChemO.
- TVA
- Taxe sur la Valeur Ajoutée: Französische Mehrwertsteuer, Standardsatz 20 %, wird bei der Einfuhr vom Zoll erhoben.
- VAT
- Mehrwertsteuer. Standard-Verbrauchssteuer auf Importe in Kambodscha, aktuell 10%.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
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