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Aktualisiert · Oktober 2026 12 Min. Lesezeit FCL vs LCL

Seefracht FCL vs LCL in die Schweiz: Kosten, Routen und Importregeln im Überblick (Leitfaden für Binnenlogistik)

Seefracht in die Schweiz ist besonders: Alle FCL- und LCL-Container kommen über Nordseehäfen und per Rheinschiff nach Basel. Erfahren Sie alles zu Kosten, Laufzeiten und Schweizer Importvorschriften.

Lucas Arillotta
Lucas Arillotta Supply Chain Manager bei SINO Shipping
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China FCL vs LCL
world map
Seefracht
$2,655–$3,245
Luftfracht
$4.2/kg
Seetransit
25–32 Tage
Lufttransit
5–7 Tage
In diesem Leitfaden
  1. 01 FCL vs. LCL Seefracht Schweiz
  2. 02 Seefrachtkosten Schweiz
  3. 03 Transitzeiten China–Schweiz
  4. 04 Schweizer Rheinterminals
  5. 05 Schweizer Importvorschriften
  6. 06 Buchungs-Checkliste Schweiz
  7. 07 Fehler bei Schweizer Seefracht
  8. 08 FCL/LCL Entscheid Schweiz
Die wichtigsten Inhalte des Artikels
  • Alle Schweizer Seefracht (FCL und LCL) wird über Rotterdam oder Antwerpen geleitet und per Rheinschiff nach Basel transportiert—die Schweiz hat keinen eigenen Seehafen.
  • Die Schweizer Mehrwertsteuer (8,1 %) wird auf den gesamten Einfuhrwert inklusive Fracht und Versicherung erhoben und vom Schweizer Zoll eingezogen.
  • Die Zollabwicklung erfolgt über das elektronische e-dec-System und erfordert einen Importeur mit UID-Registrierung; mit vollständigen Dokumenten dauert die Freigabe meist 1–2 Werktage.
  • EUR/EPAL 800x1200mm Paletten und ISPM-15-Holzbehandlung sind für alle Schweizer Importe vorgeschrieben; nicht konforme Paletten führen zu Ablehnung oder teuren Verzögerungen.
Lucas Arillotta Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping ·

Die Entscheidung zwischen FCL und LCL bei der Seefracht von China in die Schweiz wird maßgeblich von der besonderen Geografie und dem Zollsystem der Schweiz beeinflusst. Anders als Länder mit Seehäfen werden Schweizer Container immer über Rotterdam oder Antwerpen umgeschlagen und anschließend per Binnenschiff über den Rhein nach Basel transportiert. Ihr „Hafen“ ist also ein Rheinterminal – Kosten und Laufzeiten hängen maßgeblich von der Binnenlogistik ab. Die eigentliche Entscheidung dreht sich nicht nur um das Volumen, sondern auch darum, wie viel Komplexität Sie steuern möchten, wie kalkulierbar Ihre Kosten sein müssen und ob Ihr Schweizer Empfänger für die Zoll- und Compliance-Schritte bereit ist. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen konkret, was zwischen Ihrer chinesischen Fabrik und Ihrem Schweizer Lager passiert – mit Zahlen, typischen Stolperfallen und einem direkten Vergleich. Einen umfassenden Überblick über den Schweizer Versand – inklusive Wahl des Transportmodus, DDP-Lösungen und Zollabwicklung – finden Sie im kompletten Schweiz-Versandratgeber.

FCL vs. LCL für Seefracht in die Schweiz (Binnenlogistik im Fokus)

Beim Versand in die Schweiz funktionieren FCL und LCL anders als in Ländern mit Seehäfen. Jeder Container – egal ob voll oder als Sammelladung – wird zunächst in einem Nordseehafen umgeschlagen und dann per Binnenschiff auf dem Rhein nach Basel gebracht. Diese zusätzliche Etappe erhöht sowohl die Kosten als auch die Komplexität, weshalb die Wahl zwischen FCL und LCL besonders sorgfältig abgewogen werden sollte.

Was ist FCL?

FCL (Full Container Load) bedeutet, Sie buchen einen kompletten 20ft-Container (33 m³) oder 40ft-Container (67 m³). Nur Ihre Ware wird verladen, und Sie erhalten ein einziges Konnossement. Für die Schweiz wird Ihr Container im chinesischen Hafen verschifft, in Rotterdam oder Antwerpen umgeschlagen und per Binnenschiff nach Basel transportiert. So vermeiden Sie unnötige Umladungen und profitieren bei voller Auslastung von niedrigen Kosten pro CBM. FCL gibt Ihnen zudem mehr Kontrolle über Abfahrtszeiten und minimiert Verzögerungen bei der Entladung.

Was ist LCL?

LCL (Less than Container Load) steht für Sammelladung: Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Versendern. Sie zahlen pro CBM, meist mit einem Mindestvolumen von 1 m³. LCL eignet sich für kleinere Sendungen oder Testaufträge, bringt aber zusätzliche Schritte mit sich – Konsolidierung am Ursprung, Dekonsolidierung am Ziel und mehr Papierkram. In der Schweiz wird LCL-Fracht im CFS in Rotterdam/Antwerpen umgeschlagen und dann per Binnenschiff nach Basel gebracht. Die Flexibilität hat ihren Preis: Sie zahlen für CFS-Gebühren und längere Laufzeiten.

Wann FCL oder LCL für die Schweiz wählen?

Schweizer Importeure entscheiden sich meist für FCL, wenn sie regelmäßig größere Volumen (ab ca. 12–15 CBM) haben, Wert auf kalkulierbare Kosten legen oder eine schnelle Zollabfertigung benötigen. LCL ist die Wahl für kleinere, nicht zeitkritische Sendungen, Erstaufträge oder wenn Liquidität geschont werden soll. Durch die Schweizer Binnenroute fallen aber auch bei kleinen LCL-Sendungen Binnenschiff- und Handlingkosten an – vergleichen Sie daher immer die Gesamtkosten bis zum Lager, nicht nur den reinen Seefrachtpreis.

FCL or LCL? — At a glance

Criteria FCL LCL
Cost predictability Per container; fewer surprise line items. Per CBM + CFS/origin/dest; more variables.
Speed Direct load, fewer handoffs. Consolidation/deconsolidation adds days.
Damage risk Your cargo only; less handling. Shared space; more touchpoints (CFS).
Flexibility Fixed box size; best when volume fits. Pay per CBM; good for small/trial orders.
Admin One B/L, one container; simpler docs. HBL, CFS docs, multiple parties; more coordination.

Was kostet Seefracht in die Schweiz wirklich? (mehr als nur der Seefrachtpreis)

Der Transport von der chinesischen Fabrik bis ins Schweizer Lager besteht nicht nur aus „Seefracht + Zielgebühren“. Weil die Schweiz keinen eigenen Seehafen hat, kommen bei jeder Sendung Rhein-Binnenschiffgebühren, LKW-Transport im Inland und die Schweizer Mehrwertsteuer dazu – diese Posten können die vermeintlichen Einsparungen bei LCL schnell aufzehren.

Seefracht, Binnenschiff und Inlandgebühren

Auf der Route China–Schweiz wird Ihr Container per Seeschiff nach Rotterdam oder Antwerpen transportiert und dann per Binnenschiff über den Rhein zu den Terminals in Basel gebracht. Für FCL und LCL fallen Binnenschiffgebühren an, aber bei FCL können Sie diese Fixkosten auf mehr Ware verteilen. LCL wird pro CBM abgerechnet, wobei Mindestmengen und CFS-Gebühren strikt sind.

GebührentypFCL (20ft/40ft)LCL (pro CBM)
SeefrachtFix pro ContainerVariabel pro CBM
Binnenschiff (Rhein)Fix pro ContainerAnteilig pro CBM
CFS-GebührenGeringHoch (Ursprung/Ziel)
Schweizer LKW-TransportFix pro ContainerAnteilig pro CBM

(Schweiz)
FCL
LCL

Schweizer Mehrwertsteuer und Zollgebühren

Die Schweizer Mehrwertsteuer – Mehrwertsteuer (MWST), Taxe sur la valeur ajoutée (TVA) oder Imposta sul valore aggiunto (IVA) – beträgt 8,1 % auf den Einfuhrwert, also inklusive Fracht, Versicherung und sämtlicher Binnenkosten. Die Zollabfertigung erfolgt über die elektronische Plattform e-dec. Bei FCL und LCL müssen Sie den vollständigen CIF-Wert zuzüglich Binnenschiff- und LKW-Kosten deklarieren. Die Zollgebühren sind meist pauschal, bei LCL können jedoch zusätzliche Dokumentations- oder Prüfkosten entstehen.

Kostenfallen bei FCL und LCL

Die häufigste Kostenfalle: Zielgebühren werden unterschätzt. LCL-Angebote wirken auf den ersten Blick günstig, bis CFS-, Binnenschiff- und Liefergebühren addiert werden. FCL ist zwar planbarer, lohnt sich aber nur bei ausreichender Auslastung. Fordern Sie immer eine detaillierte Gesamtkostenaufstellung an – inklusive Binnenschiff, Schweizer Mehrwertsteuer und lokaler Zustellung. Mehr dazu im Schweizer Importzoll- und Steuerleitfaden.

Wer ist wofür zuständig? — Übersicht

Zuständigkeit EXW FOB CIF DDP
Ausfuhrabfertigung (China) Käufer Verkäufer Verkäufer Verkäufer
Frachtbuchung Käufer Käufer Verkäufer Verkäufer
Haupttransportkosten Käufer Käufer Verkäufer Verkäufer
Transportversicherung Käufer Käufer Seller (min.) Verkäufer
Einfuhrabfertigung (Schweiz) Käufer Käufer Käufer Verkäufer
Zölle & Einfuhrumsatzsteuer Käufer Käufer Käufer Verkäufer
Inlandszustellung Käufer Käufer Käufer Verkäufer
Risikoübertragung bei Werkstor Schiffsreling Zielhafen Beim Käufer

Wie lange dauert der Transport von China in die Schweiz wirklich? (Transitzeiten im Detail)

Die Laufzeiten für Seefracht von China in die Schweiz sind oft länger als erwartet, da ein zusätzlicher Binnenschritt notwendig ist. Unabhängig davon, ob Sie FCL oder LCL wählen: Ihre Ware muss zunächst in einem Nordseehafen abgefertigt, per Binnenschiff weitertransportiert und schließlich beim Schweizer Zoll angemeldet werden.

Shanghai/Shenzhen nach Basel: Übliche Laufzeiten

Die Hauptstrecken – von Shanghai oder Shenzhen nach Basel – dauern im Schnitt 32–36 Tage vom Seehafen bis zum Rheinterminal. Für FCL gibt es wöchentliche Abfahrten, LCL wird meist 2–3 Mal pro Woche konsolidiert. Für die Zollabfertigung in der Schweiz sollten Sie 1–2 Werktage bei vollständigen Unterlagen einplanen, bei einer Inspektion 3–5 Tage zusätzlich.

StreckeLaufzeit (Tage)Abfahrtsfrequenz
Shanghai–Basel32–36Wöchentlich FCL, 2–3/Woche LCL
Shenzhen–Basel32–36Wöchentlich

Einfluss von Binnenschiffsfahrplänen und Schweizer Feiertagen

Die Abfahrtszeiten der Binnenschiffe sind fix – verpassen Sie die Verbindung, muss Ihr Container bis zur nächsten Abfahrt (oft 2–3 Tage später) warten. Öffentliche Feiertage wie Bundesfeier (1. August), Weihnachten/Neujahr und Ostern führen zu mehrtägigen Schließungen von Zoll und Lagerhäusern. Regionale Feiertage wie die Genfer Escalade oder das Zürcher Sechseläuten können lokale Zustellungen verzögern. Planen Sie daher immer rückwärts ab dem gewünschten Liefertermin und berücksichtigen Sie Feiertagsrisiken.

FeiertagszeitraumTypische Verzögerung
Weihnachten/Neujahr3–5 Tage
Bundesfeier1–2 Tage
Ostern2–4 Tage

Unterschiede bei den Laufzeiten: FCL vs. LCL

FCL ist in der Regel schneller – weniger Umladungen, geringeres Verzögerungsrisiko im CFS und bevorzugte Verladung auf das Binnenschiff. LCL benötigt 2–5 Tage mehr für die Konsolidierung und Dekonsolidierung sowie mehr Papierkram beim Schweizer Zoll. Wenn Ihre Sendung zeitkritisch ist oder vor einem Feiertag eintreffen muss, ist FCL die sicherere Wahl.

Welche Schweizer „Häfen“ werden tatsächlich genutzt? (Rheinterminals im Überblick)

Die „Häfen“ der Schweiz sind Rheinterminals: Basel, Birsfelden und Muttenz. Sämtliche Seefracht wird über Rotterdam oder Antwerpen geführt und per Binnenschiff auf dem Rhein transportiert. Die Wahl des richtigen Terminals erleichtert die Zollabwicklung und beschleunigt die Zustellung.

Rheinhafen Basel und Alternativen

Der Rheinhafen Basel ist der wichtigste Umschlagplatz der Schweiz und bedient Zürich, Bern und den Großteil des Landes. Birsfelden und Muttenz sind für die Region Basel zuständig. Die meisten Importeure nutzen Basel für FCL, während LCL je nach Konsolidierer über verschiedene Terminals laufen kann.

TerminalBediente RegionTypische Nutzung
BaselZürich, Bern, NW CHFCL/LCL
BirsfeldenRegion BaselLCL
MuttenzRegion BaselFCL/LCL

So funktioniert der Umschlag auf dem Rhein

Container treffen in Rotterdam oder Antwerpen ein, durchlaufen die EU-Transitformalitäten (ENS, NCTS) und werden auf Rheinschiffe verladen. Die Fahrt nach Basel dauert 3–4 Tage. In Basel werden die Container entladen, in Zolllager gebracht und über e-dec abgefertigt. FCL-Container gehen direkt zum Empfänger, LCL-Sendungen werden im lokalen CFS dekonsolidiert.

Das richtige Terminal für Ihre Region wählen

Für Zürich, Bern und die meisten Schweizer Empfänger empfiehlt sich Basel. Für Empfänger in Basel oder regionale Lagerhäuser sind Birsfelden oder Muttenz oft näher. Klären Sie das Terminal mit Ihrem Spediteur ab – besonders bei LCL, da die Wahl Einfluss auf Laufzeit und Kosten hat. Mehr zur Terminalauswahl finden Sie in unserem Vergleich der Schweizer Transportmodi.

Schweizer Importvorschriften, die Sie kennen müssen (e-dec, MWST, Paletten)

Der Schweizer Zoll legt großen Wert auf die Einhaltung aller Vorschriften: elektronische Abfertigung, MWST-Anmeldung, Palettenstandards und Zertifikate. Wer hier Fehler macht, riskiert Verzögerungen oder sogar die Zurückweisung der Ware.

e-dec: Elektronische Zollabfertigung

Alle Importe müssen über e-dec, die elektronische Zollplattform der Schweiz, abgewickelt werden. Vor Ankunft im EU-Hafen ist eine ENS (Entry Summary Declaration) erforderlich, für den Transit wird NCTS genutzt. Bei vollständigen Unterlagen dauert die Abfertigung 1–2 Werktage, bei einer Kontrolle 3–5 Tage länger.

Schweizer MWST und Importeur (IOR)

Die Schweizer Mehrwertsteuer (MWST/TVA/IVA) beträgt 8,1 % auf den gesamten Importwert – inklusive Fracht, Versicherung, Binnenschiff und Lkw. Jeder Importeur benötigt einen Schweizer Importeur (IOR) und eine UID (Unternehmens-Identifikationsnummer). Die Registrierung ist kostenlos und dauert 1–5 Werktage. Für ausländische Importeure ist ein Fiskalvertreter Pflicht.

Palettenvorgaben und ISPM-15

Schweizer Lagerhäuser akzeptieren nur EUR/EPAL 800x1200mm Paletten. Holzverpackungen aus China müssen ISPM-15 behandelt sein – unbehandeltes Holz wird abgewiesen oder unter Quarantäne gestellt. US-Paletten (48x40-inch) werden von Schweizer Automatiksystemen meist nicht akzeptiert.

PalettentypZugelassen?Risiko
EUR/EPALJaGering
US 48x40-inchNeinHandlingsprobleme
Unbehandeltes HolzNeinQuarantäne/Ablehnung

Wichtige Zertifikate für Elektronik und Holzverpackung

Elektrische und elektronische Produkte benötigen eine Schweizer Konformität (basiert auf CE-Kennzeichnung, NEV 734.26), ausgestellt durch die Eidgenössische Elektrizitätsinspektion (ESTI). Holzverpackungen müssen ISPM-15 erfüllen und ein Schweizer Pflanzengesundheitszeugnis vom Bundesamt für Landwirtschaft (FOAG/BLW) vorweisen. Mehr dazu finden Sie in unserem Leitfaden zur Schweizer Zollabfertigung.

Buchungs-Checkliste für die Schweiz (das müssen Sie vor dem Versand bestätigen)

Bevor Ihre Ware China verlässt, prüfen Sie diese spezifischen Schweizer Schritte. Fehler führen schnell zu Verzögerungen, Mehrkosten oder sogar zur Zurückweisung in Basel.

Registrierung des Schweizer Importeurs (IOR)

Registrieren Sie Ihren Schweizer IOR und die UID vor dem Versand. Dies ist für die Zollabfertigung zwingend erforderlich und dauert 1–5 Werktage. Für nicht in der Schweiz ansässige Importeure ist ein Fiskalvertreter zu benennen. Mehr dazu im Schweiz DDP Guide.

ENS-Anmeldung für EU-Eintritt

Reichen Sie die ENS (Entry Summary Declaration) vor Ankunft in Rotterdam oder Antwerpen ein. Dies ist für alle Nicht-EU/EFTA-Sendungen vorgeschrieben. Unvollständige Anmeldungen verursachen häufig Verzögerungen.

Korrekte Paletten- und Verpackungsstandards

Verwenden Sie ausschließlich EUR/EPAL 800x1200mm-Paletten und stellen Sie sicher, dass sämtliches Holz ISPM-15 behandelt ist. Falsche Maße oder unbehandeltes Holz führen zu Problemen bei der Handhabung und Quarantäne.

Feiertags- und Laufzeitplanung

Prüfen Sie vor der Buchung die nationalen und regionalen Feiertage der Schweiz. Anlieferungen zu Weihnachten, Ostern oder am 1. August verzögern die Zustellung um mehrere Tage. Für zeitkritische Sendungen rückwärts vom Liefertermin planen und Binnenschiffsfahrpläne berücksichtigen.

Häufige Fehler bei Schweizer Seefracht (und wie Sie sie vermeiden)

Die Schweizer Seefracht birgt viele Stolperfallen. Das sind die häufigsten Fehler – und so vermeiden Sie sie.

Nicht ISPM-15-konforme Paletten oder falsche Palettengrößen

Unbehandelte Holzpaletten oder US-Standard 48x40 Zoll sind ein häufiger Fehler. Der Schweizer Zoll lehnt unbehandeltes Holz ab, und automatisierte Lager verweigern nicht genormte Größen. Setzen Sie immer auf EUR/EPAL und ISPM-15.

Fehlender IOR oder unvollständige Zolldokumente

Ohne Registrierung des Schweizer Importeurs (IOR) oder UID kommt es zu Zollverzögerungen. Unvollständige ENS-Anmeldungen im EU-Hafen können Ihren Container tagelang blockieren. Überprüfen Sie alle Unterlagen vor Abfahrt.

Schweizer Feiertage übersehen

Anlieferung am Schweizer Nationalfeiertag, zu Weihnachten/Neujahr oder an regionalen Feiertagen bedeutet: Zoll und Lager sind geschlossen. Das kostet schnell mehrere Tage – prüfen Sie immer den Schweizer Feiertagskalender.

Basel als Seehafen missverstanden

Viele Versender halten Basel für einen Seehafen – das stimmt nicht. Alle Container laufen über Rotterdam/Antwerpen und dann per Binnenschiff. Wer Binnenschiffsfahrpläne und Binnenkosten nicht einplant, erlebt böse Überraschungen.

Binnenschiffs- und CFS-Kosten unterschätzt

Gerade Sammelladungen (LCL) sind anfällig für versteckte Kosten bei Binnenschiff, Entladung und Zustellung. Fordern Sie immer ein All-in-Angebot und prüfen Sie CFS-Mindestkosten.

FehlerFolge
Unbehandeltes HolzZurückweisung/Quarantäne
Falsches PalettenmaßHandhabungsprobleme
Fehlender IOR/UIDZollverzögerung
Unvollständige ENSVerzögerung im EU-Hafen
Feiertage ignoriertLieferverzögerung
CFS/Binnenschiff unterschätztZusatzkosten

Das Fazit für Schweizer FCL vs. LCL (schneller Entscheidungshelfer)

Die Wahl zwischen FCL und LCL für die Schweiz hängt von Volumen, Kostenkontrolle und Compliance ab. FCL eignet sich für größere Sendungen (ab 12+ CBM), enge Zeitpläne und kalkulierbare Gesamtkosten. LCL ist ideal für kleinere Mengen, verursacht aber höhere Kosten pro CBM und mehr Handling. Berücksichtigen Sie immer Binnenschiff auf dem Rhein, CFS und die Schweizer Mehrwertsteuer – diese Faktoren entscheiden oft. Im Zweifel holen Sie Angebote für FCL und LCL ein und vergleichen die Gesamtkosten. Für individuelle Beratung und eine detaillierte Kostenaufstellung starten Sie mit einem Schweiz Seefracht-Angebot oder lesen Sie den umfassenden Schweiz Versand-Guide.

FCL ist die beste Wahl für Schweizer Importeure mit konstantem Volumen und engen Lieferfristen – besonders bei Feiertagsrisiken. LCL eignet sich für Tests oder wenn Liquidität knapp ist, bringt aber mehr Schritte und weniger Planbarkeit mit sich. Egal wie Sie sich entscheiden: Prüfen Sie immer Compliance, Unterlagen und die Binnenlogistik vor der Buchung.

Mehr zu Schweizer Versandarten finden Sie im Vergleich der Transportmodi, zur Zollabfertigung und zu Versicherungslösungen.

ReferenzGlossar· 21 Begriffe

Suchen Sie einen Begriff oder springen Sie nach Buchstaben.

all-in
Angebot, das alle Hauptkosten (z. B. Fracht, Handling, Verzollung) enthält; prüfen Sie immer, was abgedeckt ist, um keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
CBM
Kubikmeter – Standardmaß für Frachtvolumen; Grundlage für LCL-Preise und Containerkapazitäten.
CE
Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
CE-Kennzeichnung
CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
CFS
Container Freight Station – Sammelstelle, an der LCL-Ladungen am Ursprung konsolidiert oder am Ziel entladen werden; bei FCA (CFS) liefert der Verkäufer lose Ware hier an, Risikoübergang bei Annahme.
CIF
Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
clearance
Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
DDP
Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
e-dec
Elektronisches Zollabwicklungssystem – Schweizer Online-Plattform für die Einreichung von Ein- und Ausfuhranmeldungen.
EFTA
European Free Trade Association: Norwegen ist Mitglied und profitiert von Präferenzhandel mit EFTA- und EU-Staaten.
FCL
Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
IOR
Importeur im rechtlichen Sinne: Die Person oder Firma, die für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern im Empfangsland verantwortlich ist.
ISPM-15
ISPM 15: Internationaler Standard für die Behandlung von Holzverpackungen (z. B. Paletten), um Schädlingsbefall zu verhindern.
IVA
Imposta sul Valore Aggiunto. Italienische Mehrwertsteuer, die bei der Einfuhr an der Grenze erhoben wird.
LCL
Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
Mehrwertsteuer
Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
MWST
Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
Nationalfeiertag
Nationalfeiertag (26. Oktober). Feiertag in Österreich mit Auswirkungen auf Transport und Zollabwicklung.
SST
Sales and Service Tax – Malaysias indirekte Steuer auf importierte Waren und Dienstleistungen, seit 2018 Nachfolger der GST.
TVA
Taxe sur la Valeur Ajoutée: Französische Mehrwertsteuer, Standardsatz 20 %, wird bei der Einfuhr vom Zoll erhoben.
Zoll
Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.