In diesem Leitfaden
- Der wichtigste Seezugang der Schweiz ist Basel, erreichbar über den Rhein nach Umschlag in Nordseehäfen.
- Die Zollabwicklung erfolgt über das elektronische e-dec-System; ENS-Voranmeldung ist für Nicht-EU/EFTA-Sendungen Pflicht.
- Bahnfracht von China in die Schweiz (Basel/Zürich) dauert 15–20 Tage und ist meist schneller als Seefracht.
- Für Importe ist die Registrierung als Importeur (IOR) mit UID erforderlich; dies dauert 1–5 Werktage und ist kostenlos.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · Der Versand von China in die Schweiz ist niemals eine Standardlösung. Die Binnenlage der Schweiz, ihr spezielles Zollsystem und strenge Produktvorschriften bedeuten: Die beste Transportart richtet sich nicht nur nach Schnelligkeit oder Kosten, sondern muss exakt zu Ihrem Volumen, Zeitplan und Risikoprofil sowie den schweizerischen Anforderungen passen. Wer hier richtig entscheidet, vermeidet Verzögerungen, Lagerverweigerungen und unerwartete Mehrwertsteuer-Nachzahlungen. Wer Fehler macht, verliert schnell Wochen, zahlt für nachträgliche Konformität oder riskiert sogar eine Zurückweisung der Ware an der Grenze. Dieser Leitfaden bietet Ihnen ein praxisnahes Schema, um Ihre Optionen – Express, Luftfracht, Bahn, LCL, FCL – gezielt einzugrenzen. So vergleichen Sie die tatsächlichen Gesamtkosten und umgehen typische Fallstricke, die viele China–Schweiz-Importeure teuer zu stehen kommen.
Alle Details zu Transportwegen, regulatorischen Vorgaben und zur Abwicklung finden Sie im umfassenden Schweiz-Versandratgeber, im FCL- vs. LCL-Vergleich, zu Schweizer DDP-Regeln, zum Zollabfertigungsprozess und zu Einfuhrabgaben und Steuern.
So wählen Sie die passende Versandart (Schweiz-Import-Edition)
Die multimodale Infrastruktur der Schweiz bietet Ihnen mehr Auswahl als in den meisten europäischen Ländern: See-, Luft-, Bahn- und Expressversand sind alle möglich, aber die richtige Lösung hängt von Volumen, Dringlichkeit und Schweizer Regulierungsanforderungen ab. Die Binnenlage (mit Basel als Haupteinfallstor via Rhein) macht Bahn- und Binnenschiff-Optionen überraschend wettbewerbsfähig. Luftfracht ist zwar schnell, kann aber bei fehlender Planung durch Mehrwertsteuer und Konformitätsauflagen teuer werden.
Die 4 wichtigsten Faktoren für die Schweiz
Bevor Sie Preise vergleichen oder Frachtraum buchen, sollten Sie diese vier Punkte exakt kennen:
- Reale Lieferfrist — Nicht nur „Transitzeit“, sondern wann die Ware durch den Schweizer Zoll muss und Ihr Lager oder Ihren Kunden erreicht. Für Zoll und letzte Meile 2–5 Tage zusätzlich einplanen.
- Sendungsgröße und Dichte — Sowohl Gewicht (kg) als auch Volumen (CBM). Luft- und Expresskosten berechnen sich in der Schweiz nach Volumen, See- und Bahntransporte nach CBM. Beide Werte sind wichtig, besonders bei Mischpaletten oder sperrigen Gütern.
- Produktrisiko und Konformität — Ist Ihre Ware reguliert (Elektronik, Lebensmittel, Chemie, Medizintechnik)? Schweizer Vorschriften gehen über CE-Kennzeichnung hinaus, und Zertifizierungen können Wochen oder Monate dauern. Zerbrechliche oder hochwertige Güter benötigen spezielle Handhabung und Versicherung.
- Liefermodell — Versenden Sie B2B (Paletten ins Lager) oder B2C (Pakete bis zur Haustür)? Für Pakete ist DDP üblich, aber für die meisten gewerblichen Importe brauchen Sie einen Schweizer Importeur of Record (IOR) und eine UID-Nummer.
Oft werden schweizspezifische Schritte übersehen – wie die frühzeitige ENS-Anmeldung, IOR-Einrichtung oder ISPM-15-Holzverpackungsbehandlung – und es kommt zu Verzögerungen oder abgewiesener Ware. Für mehr Details lesen Sie unseren Cut-off-Zeiten-Ratgeber und die Versicherungs-Checkliste.
Which mode & Incoterm is right for you?
Answer 4 quick questions — get a tailored recommendation
1. Shipment volume
2. How fast do you need it?
3. Product type
4. Switzerland import experience
Wann Express, Luft, Bahn, LCL oder FCL nutzen?
Die Schweizer Geografie und Zollpraxis sorgen dafür, dass die „Standard“-Transportarten sich anders verhalten als in anderen Märkten. So wählen Sie passend zu Ihrem Szenario:
- Express (Kurier): Am besten für eilige Pakete unter 100kg, DDP-Abwicklung und B2C-Sendungen. Nicht geeignet für regulierte Produkte, Batterien oder sehr wertvolle Güter.
- Luftfracht: Ideal für zeitkritische Sendungen (1–2 Tage Transit), mittlere Volumen und Produkte, die vom Flughafen bis zur Tür geliefert werden müssen. Achtung bei Mehrwertsteuer, Vorabzoll und Schweizer Zertifikaten.
- Bahnfracht: Gut für 500kg–10.000kg, mittlere Sendungen und wenn es schneller als See, aber günstiger als Luft sein soll. In Basel und Zürich gibt es wöchentliche Blockzüge.
- LCL-Seefracht: Geeignet für kleine bis mittlere Sendungen (1–15 CBM), flexible Sammelladung und Kostensicherheit. Basel ist der Umschlagpunkt, aber Zeit für Rhein-Binnenschiff und Zoll einplanen.
- FCL-Seefracht: Die beste Wahl für volle Container (über 15 CBM), planbare Kosten und feste Fahrpläne. ISPM-15-Paletten und schweizspezifische Dokumente sind Pflicht.
Einen klaren Vergleich finden Sie hier:
Kosten und Geschwindigkeit im Überblick
Oktober 2026 PreiseIdeal für: 12+ CBM, regelmäßige Sendungen
Ideal für: 1–10 CBM, Konsolidierung von mehreren Lieferanten
Ideal für: 5+ CBM, ausgewogen zwischen Kosten und Laufzeit
Ideal für: 1–5 CBM, schneller als Seefracht
Ideal für: Hochwertige, dringende Sendungen, <500 kg
Ideal für: Muster, <50 kg, schnelle DDP-Zustellung
Express, Luft, Bahn oder See? (Was jede Transportart für die Schweiz am besten kann)
Die Schweizer Infrastruktur ermöglicht alle vier Hauptversandarten – jede hat jedoch ihren idealen Einsatzbereich und ein eigenes Risikoprofil.
Express (Kurier Tür-zu-Tür)
Express ist die erste Wahl für kleine, eilige Sendungen – etwa Muster, B2C-Pakete oder Ersatzteile. Die großen Kuriere (DHL, UPS, FedEx) bieten DDP-Abwicklung und übernehmen Einfuhrumsatzsteuer und Zoll für Sie. Schweizer Zoll prüft regulierte Produkte jedoch genau, Batterien oder verbotene Güter werden oft zurückgehalten oder abgelehnt.
Ideal für: Pakete unter 100kg, kurzfristige Nachlieferungen, B2C-E-Commerce.
Zu beachten: Für regulierte Waren (Elektronik, Lebensmittel, Medizintechnik) ist meist eine schweizerische Zertifizierung nötig, die Kuriere nicht übernehmen. Für abgelegene Regionen können Zuschläge oder Verzögerungen anfallen.
Luftfracht (Flughafen-zu-Tür/Flughafen)
Luftfracht ist schnell (1–2 Tage von Shanghai nach Zürich Direktflug), ideal für mittlere Volumen (100–1.000kg) und flexibel für eilige B2B-Lieferungen. Die Flughäfen Zürich und Basel-Mulhouse wickeln den Großteil ab. Die Zollabfertigung via e-dec läuft zügig, sofern die Dokumente vollständig sind, aber die Mehrwertsteuer wird auf den gesamten Warenwert (CIF + Zoll + Versicherung) berechnet.
Ideal für: Zeitkritische B2B-Sendungen, Elektronik, hochwertige Waren.
Zu beachten: Vorab-ENS-Anmeldung ist Pflicht. Zertifikats- und Konformitätsprüfungen können die Abfertigung bei regulierten Produkten verzögern. Flughafenabfertigung und letzte Meile verursachen Zusatzkosten.
Bahnfracht (China–Schweiz Blockzüge)
Die Bahn ist ein Geheimtipp für die Schweiz – wöchentliche Blockzüge ab Chongqing oder Shanghai nach Basel oder Zürich, 15–20 Tage Laufzeit. Für mittlere Volumen bietet die Bahn einen guten Mix aus Kosten und Geschwindigkeit und umgeht Staus in Nordseehäfen.
Ideal für: 500kg–10.000kg, mittlere Mengen, planbare Fahrpläne, kostenbewusste B2B-Sendungen.
Zu beachten: Bahnterminals verlangen korrekte IOR- und Zolldokumente. Für Basel ist oft ein Transfer per Rheinschiff nötig. ENS- und NCTS-Anmeldungen sind unerlässlich.
LCL-Seefracht (Sammelladung via Basel)
LCL eignet sich für kleine bis mittlere Sendungen (1–15 CBM) und bietet Flexibilität und Kostenvorteile. Die Sendungen kommen über Rotterdam oder Antwerpen und werden per Rheinschiff nach Basel weitertransportiert. Die Zollabfertigung dauert je nach Dokumentenlage 2–5 Tage.
Ideal für: Kleine Paletten, Mischwaren, Kostenkontrolle.
Zu beachten: Zusätzliche Zeit für Binnenschiff und Zoll einplanen. ISPM-15-Behandlung für Holzverpackungen ist zwingend.
FCL-Seefracht (Vollcontainer via Rhein)
FCL ist am planbarsten für große Sendungen (über 15 CBM), mit stabilen Preisen und festen Fahrplänen. Container kommen in Nordseehäfen an und werden per Rheinschiff nach Basel weitergeleitet.
Ideal für: Volle Container, große Mengen, regelmäßige Importe.
Zu beachten: Nur ISPM-15-Paletten zulässig. Vorab-ENS-Anmeldung und vollständige Schweizer Konformitätsdokumente sind notwendig.
Kostenvergleich auf Schweizer Art – So vermeiden Sie Äpfel-Birnen-Vergleiche
Wer nur die Frachtraten vergleicht, erlebt schnell böse Überraschungen. Die Schweizer MWST, Zollabwicklung und Zuschläge für verschiedene Transportarten machen eine genaue Kalkulation der Gesamtkosten unerlässlich – reine Frachtkosten reichen nicht.
Warum die Gesamtkosten entscheidend sind (MWST und Zölle in der Schweiz)
Die Schweizer Mehrwertsteuer (MWST/TVA/IVA) beträgt 8,1% und wird auf den Zollwert (CIF) plus Einfuhrzoll und Versicherung berechnet. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV/FCA) erhebt sowohl Zoll als auch MWST. Zusätzliche Kosten werden leicht übersehen – insbesondere für Zustellung, Zertifizierungen und Palettenbehandlung.
Die Grundformel für die Gesamtkosten sieht so aus:
| Komponente | Typische Spanne | Schweiz-spezifische Hinweise |
|---|---|---|
| Fracht (China–CH) | CHF 200–4.500 (pro CBM/Tonne) | Bahn/See meist günstiger als Luft |
| Zoll | 0–3% (je nach HS-Code) | Berechnet auf CIF-Wert |
| MWST | 8,1% | Auf CIF + Zoll + Versicherung |
| Versicherung | CHF 50–150 (pro Sendung) | Für hochwertige Güter erforderlich |
| Zertifizierung | CHF 2.000–100.000+ | Elektronik, Medizin, Lebensmittel |
| Palettenbehandlung | CHF 200–500 | ISPM-15 vorgeschrieben |
| Zustellung | CHF 80–500 | Zuschläge für abgelegene Orte möglich |
Für detaillierte Kostenvergleiche nach Transportart siehe unseren FCL vs LCL Vergleich und den Schweizer DDP-Versandratgeber.
Kosten-Checkliste nach Transportart (China→Schweiz)
Hier eine übersichtliche Tabelle mit typischen Gesamtkosten:
| Transportart | Fracht | Zoll | MWST | Versicherung | Zustellung | Zertifizierung | Palette |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Express | CHF 80–400 | inkl. | inkl. | inkl. | inkl. | Variabel | Nicht nötig |
| Luftfracht | CHF 400–2.000 | extra | extra | extra | CHF 80–200 | Variabel | Nicht nötig |
| Bahn | CHF 200–1.200 | extra | extra | extra | CHF 80–300 | Variabel | ISPM-15 |
| LCL | CHF 200–1.500 | extra | extra | extra | CHF 80–300 | Variabel | ISPM-15 |
| FCL | CHF 1.200–4.500 | extra | extra | extra | CHF 100–500 | Variabel | ISPM-15 |
Hinweis: „inkl.“ bedeutet, dass diese Kosten bei Express DDP-Angeboten enthalten sind – prüfen Sie aber auf versteckte Zuschläge und Ausnahmen bei der Konformität.
Realistische Laufzeiten (China–Schweiz: Wo entstehen Verzögerungen wirklich?)
Die Prospekt-Laufzeiten stimmen selten mit der Realität auf der China–Schweiz-Route überein. Die Schweizer Topografie, Umschläge und strenge Zollvorgaben sorgen für zusätzliche Komplexität.
Typische Laufzeiten nach Transportart
| Transportart | Shanghai–Zürich/Basel | Frequenz |
|---|---|---|
| Express | 1–3 Tage | Täglich |
| Luftfracht | 1–2 Tage | Täglich |
| Bahn | 15–20 Tage | Wöchentlich |
| LCL See | 32–36 Tage | Wöchentlich |
| FCL See | 32–36 Tage | Wöchentlich |
Für detaillierte Streckeninfos siehe Transportwege in die Schweiz.
Wo Verzögerungen wirklich entstehen (Schweizer Besonderheiten)
- Zollabfertigung: Das e-dec-System arbeitet schnell (1–2 Tage) bei vollständigen Unterlagen, aber Inspektionen oder fehlende ENS-Meldungen können 2–5 Tage Verzögerung bringen.
- Feiertage: Am Nationalfeiertag (1. August), Weihnachten, Ostern und an regionalen Feiertagen bleiben Zoll und Lager oft mehrere Tage geschlossen.
- Umschlag: Die Rheinschifffahrt von Rotterdam/Antwerpen nach Basel dauert 2–4 Tage extra; beim Bahntransport kann es beim Wechsel auf den Blockzug zu kurzen Wartezeiten kommen.
- Zertifizierungsprüfungen: Elektronik, Medizinprodukte, Lebensmittel und Chemikalien werden oft zur Konformitätsprüfung zurückgehalten.
Wir empfehlen, den Schweizer Feiertagskalender zu prüfen und die Ankunft entsprechend zu planen.
Schweiz-spezifische Einfuhrvorgaben (Was Ihre Transportentscheidung beeinflusst)
Die Schweizer Importregeln sind speziell: Nicht EU, sondern EFTA – mit eigenen elektronischen Systemen, Konformitätsvorgaben und strengen Verpackungsstandards.
Schweizer Zollabwicklung (e-dec, ENS, NCTS)
Die Zollabfertigung erfolgt elektronisch über e-dec. Für alle Nicht-EU/EFTA-Sendungen ist eine ENS (Entry Summary Declaration) vor Ankunft Pflicht. Für Transit durch EU-Länder wird NCTS genutzt. Mit vollständigen Unterlagen geht die Abfertigung in 1–2 Tagen, fehlende Meldungen führen zu wochenlangen Verzögerungen.
Importeur (IOR) und UID-Registrierung
Jede gewerbliche Einfuhr benötigt einen Schweizer Importeur of Record (IOR) und eine UID (Unternehmens-Identifikationsnummer). Die Registrierung ist kostenlos und dauert 1–5 Werktage. Ohne Schweizer IOR erfolgt keine Zollfreigabe.
Produktzertifizierung & Konformität (Schweiz vs. CE)
Für Elektronik, Medizinprodukte, Lebensmittel, Chemikalien und weitere Produkte ist eine Konformität zwingend. CE-Kennzeichnung wird oft akzeptiert, aber Schweizer Zertifikate (ESTI, Swissmedic, FSVO) sind Pflicht. Die Bearbeitungsdauer reicht von 2 Wochen bis zu 24 Monaten, die Kosten von CHF 2.000 bis über CHF 100.000.
Details finden Sie in unserem Leitfaden zur Produktzertifizierung.
Palettenstandards und Verpackung (EUR/EPAL, ISPM-15)
In der Schweiz sind EUR/EPAL 800x1200mm Paletten Standard. Holzverpackungen aus China müssen ISPM-15 behandelt und zertifiziert sein. Nicht standardisierte Paletten (z. B. US 48x40 inch) werden in Schweizer Hochregallagern häufig abgelehnt.
Wenn der Produkttyp alles verändert (Schweizer Zertifizierung & Produktvorschriften)
Die Produktvorschriften in der Schweiz sind streng und gehen über die CE-Anforderungen hinaus. Ihr Transportweg und die Abfertigungsdauer hängen maßgeblich vom Konformitätsstatus Ihrer Ware ab.
Elektronik, Funk und Medizintechnik
- Elektronik: ESTI-Konformität, basierend auf CE-Kennzeichnung und Schweizer NEV-Standards. Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen, Kosten: CHF 2.000–15.000.
- Funk-/Drahtlosgeräte: OFCOM-Zulassung, RED-Konformität. Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen, Kosten: CHF 3.000–10.000.
- Medizinprodukte: Swissmedic-Registrierung, MDR-Gleichwertigkeit. Bearbeitungszeit: 6–24 Monate, Kosten: CHF 10.000–100.000+.
Chemikalien, Lebensmittel und Kosmetik
- Chemikalien: FOEN/BAFU-Registrierung, Schweizer REACH. Laufende Konformität, Kosten: CHF 5.000–50.000+.
- Lebensmittel: FSVO-Meldung, Schweizer Lebensmittelgesetz. Bearbeitungszeit: 2–4 Wochen, Kosten: CHF 1.000–5.000.
- Kosmetik: FSVO-Konformität, Schweizer Kosmetikverordnung. Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen, Kosten: CHF 3.000–10.000.
Spielwaren, Verpackung und allgemeine Waren
- Spielwaren: FSVO, Schweizer Spielwarenverordnung, EN 71. Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen, Kosten: CHF 2.000–8.000.
- Verpackung: FOAG/BLW, ISPM-15 + Schweizer Pflanzengesundheitszeugnis. Bearbeitungszeit: 1–2 Wochen, Kosten: CHF 200–500.
- Allgemeine Waren: SECO, Schweizer Produktsicherheitsgesetz.
Für produktspezifische Fallstricke und Zeitpläne siehe Schweizer Zollabfertigungsleitfaden und Checkliste Produktvorschriften.
Typische Fehler von Importeuren (Schweizer Stolperfallen vermeiden)
Jeden Monat beobachten wir, wie Importeure an schweizspezifischen Regeln scheitern. Das sind die häufigsten – und teuersten – Fehler:
Paletten- und Verpackungsfehler
- Verwendung von US-Paletten (48x40 Zoll) oder unbehandeltem Holz – Schweizer Lager lehnen Nicht-EUR/EPAL- und Nicht-ISPM-15-Paletten ab.
- Fehlendes ISPM-15-Zertifikat bei Holzverpackungen.
IOR- und Dokumentationsmängel
- Kein Schweizer Importeur of Record (IOR) benannt oder UID-Registrierung ausgelassen.
- Fehlende ENS-Anmeldung bei Nicht-EU/EFTA-Sendungen, was zu Zollstopps führt.
Zoll- und Feiertagsprobleme
- Ankunft während des Schweizer Nationalfeiertags, Weihnachten, Ostern oder regionaler Feiertage geplant – das führt zu wochenlangen Verzögerungen.
- Keine Berücksichtigung von Transferzeiten für den Rhein-Binnenschiffstransport oder Übergabezeiten am Bahnterminal.
Falsche Annahmen zu EU-Regeln in der Schweiz
- Die Schweiz wie ein EU-Land behandeln und schweizspezifische Konformität, Kennzeichnung und Produktsicherheit übersehen.
- EU-Zollformulare oder -Verfahren verwenden – die Schweizer Abfertigung läuft über e-dec, nicht über EU-Systeme.
Fazit
Die Schweiz bietet mehr Flexibilität bei den Transportarten als viele andere europäische Märkte – aber nur, wenn Sie Volumen, Dringlichkeit und Produktsicherheit an die Schweizer Anforderungen anpassen. Klären Sie zuerst Ihre Lieferfrist, Sendungsgröße und das Produktsicherheitsrisiko; prüfen Sie dann IOR/UID-Registrierung, Konformitätsnachweis und Palettenstandard. Vermeiden Sie typische Fehler – insbesondere bei ENS-Anmeldung, Feiertagsplanung und Verpackung – und Sie sparen Wochen an Vorlaufzeit und vermeiden böse Überraschungen bei den Kosten.
Für routenspezifische Beratung und individuelle Angebote lesen Sie den kompletten Schweiz-Shipping-Guide oder fordern Sie ein Angebot an, um aktuelle Kosten und Konformitätsprüfungen zu erhalten.
ReferenzGlossar· 29 Begriffe
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- B2B
- Business to Business – der Käufer ist ein Unternehmen (z. B. Importeur), das die Verzollung und Übernahme selbst organisiert; DAP passt oft, wenn der Käufer einen eigenen Broker hat.
- B2C
- Business to Consumer – der Käufer ist Endkunde; DDP eignet sich, wenn der Verkäufer als IOR auftritt und Steuern/Zölle vorstreckt, sonst werden diese meist bei Zustellung kassiert.
- CBM
- Kubikmeter – Standardmaß für Frachtvolumen; Grundlage für LCL-Preise und Containerkapazitäten.
- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- cut-off
- Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- e-dec
- Elektronisches Zollabwicklungssystem – Schweizer Online-Plattform für die Einreichung von Ein- und Ausfuhranmeldungen.
- EFTA
- European Free Trade Association: Norwegen ist Mitglied und profitiert von Präferenzhandel mit EFTA- und EU-Staaten.
- Einfuhrumsatzsteuer
- Einfuhrumsatzsteuer. Steuer, die auf importierte Waren nach Deutschland erhoben und vom Zoll bei der Einfuhr eingezogen wird.
- EN 71
- Die europäische Spielzeugnorm, die im Rahmen des Safety Mark für Spielwaren in Singapur herangezogen wird und die Einhaltung von Sicherheitsanforderungen sicherstellt.
- EZV
- Eidgenössische Zollverwaltung – Behörde für Zoll- und Grenzkontrollen in der Schweiz.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- IOR
- Importeur im rechtlichen Sinne: Die Person oder Firma, die für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern im Empfangsland verantwortlich ist.
- ISPM-15
- ISPM 15: Internationaler Standard für die Behandlung von Holzverpackungen (z. B. Paletten), um Schädlingsbefall zu verhindern.
- IVA
- Imposta sul Valore Aggiunto. Italienische Mehrwertsteuer, die bei der Einfuhr an der Grenze erhoben wird.
- Kosmetikverordnung
- EU-Kosmetikverordnung (EG 1223/2009). Regelt Sicherheit und Kennzeichnung von Kosmetika bei Importen nach Deutschland.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- MDR
- EU-Medizinprodukteverordnung (2017/745): Regelt Sicherheit und Konformität von Medizinprodukten für Einfuhren nach Frankreich.
- Mehrwertsteuer
- Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
- MWST
- Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
- Nationalfeiertag
- Nationalfeiertag (26. Oktober). Feiertag in Österreich mit Auswirkungen auf Transport und Zollabwicklung.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- Swiss conformity
- Schweizer Konformitätskennzeichnung – Nachweis, dass Produkte den schweizerischen Sicherheits- und Technikvorschriften entsprechen, oft auf Basis der CE-Kennzeichnung.
- TVA
- Taxe sur la Valeur Ajoutée: Französische Mehrwertsteuer, Standardsatz 20 %, wird bei der Einfuhr vom Zoll erhoben.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
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