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Aktualisiert · Oktober 2026 11 Min. Lesezeit Transportversicherung

Österreich Transportversicherung: Was Importeure über Multimodale Risiken, Umsatzsteuer und Zoll wissen müssen

Verstehen Sie die Anforderungen an Transportversicherungen in Österreich für multimodale Lieferungen, USt-Berechnung, Zollabwicklung und Schadenregulierung. Vermeiden Sie teure Fehler mit Expertenrat.

Lucas Arillotta
Lucas Arillotta Supply Chain Manager bei SINO Shipping
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China Transportversicherung
world map
Seefracht
$4,050–$4,950
Luftfracht
$4.4/kg
Seetransit
25–32 Tage
Lufttransit
5–6 Tage
In diesem Leitfaden
  1. 01 Transportversicherung Österreich
  2. 02 Fehler bei Versicherungsansprüch
  3. 03 Umsatzsteuer & Zoll: Einfluss au
  4. 04 Multimodaler Versicherungsschutz
  5. 05 Wer sollte Österreich-Sendungen
  6. 06 Schadenabwicklung Österreich-Sen
  7. 07 Fehler bei Transportversicherung
  8. 08 Fazit Transportversicherung Öste
Die wichtigsten Inhalte des Artikels
  • Österreich ist ein Binnenland; die Transportversicherung muss multimodale Transporte ab Häfen wie Koper, Hamburg oder Triest abdecken.
  • Die EU-Umsatzsteuer (USt) in Österreich wird auf den Zollwert inkl. Versicherung berechnet und erhöht die gesamten Importabgaben.
  • Der österreichische Zoll (e-zoll, ICS2) kann Versicherungsdokumente zur Wertfeststellung und Compliance anfordern.
  • Übliche Versicherungsprämien für See-/Schienentransporte nach Österreich liegen zwischen 0,1 % und 0,5 % des Versicherungswerts.
Lucas Arillotta Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping ·

Die Transportversicherung für Sendungen von China nach Österreich wird meist erst dann beachtet, wenn tatsächlich etwas schiefgeht: Containerverlust auf dem Weg von Koper, Wasserschäden beim Umschlag per Bahn oder eine Zollkontrolle, die Mängel an der Verpackung aufdeckt und eine Streitigkeit über den Schadenersatz auslöst. Für nach Österreich bestimmte Fracht ist Versicherung jedoch weit mehr als eine Formalität — sie ist ein zentrales Instrument zur Risikosteuerung bei multimodalen Transporten, zur Einhaltung von Zollvorschriften und zur Absicherung gegen Mehrwertsteuer-Risiken. Dieser Leitfaden erklärt, was Transportversicherungen tatsächlich abdecken, warum Schadenersatzansprüche scheitern, wie Mehrwertsteuer und Zollregeln Ihre Prämie beeinflussen und welche Schritte nötig sind, um bei Schadensfällen tatsächlich eine Entschädigung zu erhalten. Er ergänzt unseren umfassenden Österreich-Versandratgeber und ist direkt verknüpft mit der Auswahl des Transportmodus, Seefracht FCL vs LCL, DDP-Versand und Importzölle & Steuern.

Was Transportversicherungen für Österreich tatsächlich abdecken (und was nicht)

Beim Versand nach Österreich legt Ihre Ware mehrere Transportwege zurück — See, Bahn und Straße — bevor sie ihr Ziel erreicht. Anders als in Küstenstaaten ist die Absicherung für den Weitertransport im Inland wegen der geografischen Lage Österreichs absolut unverzichtbar. Wenn Ihre Versicherung nur von Hafen zu Hafen gilt, sind Sie ab dem Moment, in dem Ihr Container Koper, Hamburg oder Triest verlässt, nicht mehr geschützt.

ICC(A): „All-Risk“ mit multimodalen Einschränkungen

ICC(A)-Versicherung gilt als Goldstandard für Sendungen von China nach Österreich. Sie wird als „All-Risk“ bezeichnet, was jedoch irreführend ist. Sie sind gegen alle Risiken außer den ausdrücklich ausgeschlossenen abgesichert — und diese Ausschlüsse sind entscheidend:

  • Unzureichende Verpackung: Wenn Kartons, Paletten oder Kisten nicht den Standards entsprechen (insbesondere ISPM-15 bei Holzverpackungen), werden Ansprüche regelmäßig abgelehnt. Österreichische Behörden und Versicherer prüfen die Verpackung bei Ankunft genau, daher nutzen Sie unsere Checkliste für Verpackungsstandards vor der Buchung.
  • Verspätung: Verluste durch verspätete Lieferung (verpasste Verkäufe, Vertragsstrafen) sind nicht abgedeckt, selbst wenn sie durch einen versicherten Schaden verursacht wurden.
  • Eigene Beschaffenheit: Schäden durch die Natur der Ware selbst (z. B. verderbliche Güter, chemische Reaktionen) sind ausgeschlossen.
  • Normale Abnutzung: Leichte Kratzer, Kondenswasser oder geringfügiger Gewichtsverlust führen nicht zu Entschädigung.
  • Krieg, Streiks, Nuklear: Für diese Risiken sind separate Klauseln erforderlich.

ICC(A) ist die richtige Wahl für die meisten Importeure, aber entscheidend ist die Warehouse-to-Warehouse-Deckung. Andernfalls ist Ihre Ware nur bis zum EU-Hafen versichert, nicht bis zu Ihrem österreichischen Lager.

ICC(B) und ICC(C): Günstig, aber riskant

ICC(B) und ICC(C) sind „Named Peril“-Policen und decken nur bestimmte Ereignisse wie Brand, Explosion, Schiffbruch oder Kollision ab. Sie bieten keinen Schutz bei Diebstahl, Bruch beim Handling oder den meisten Transportschäden. Für Österreich sind diese Policen riskant, weil:

  • Bahn- und Lkw-Abschnitte sind ausgeschlossen, sofern Sie nicht explizit multimodale Erweiterungen vereinbaren. Die meisten Schäden beim Inlandstransport werden unter ICC(B)/(C) abgelehnt.
  • Die Prämienersparnis (typisch 0,05–0,2 % des Warenwerts) wirkt attraktiv, lässt aber gefährliche Lücken im Schutz.

Typische Versicherungskosten für Österreich liegen bei 0,1–0,5 % des versicherten Werts für See-/Bahntransporte. Wer hier spart, zahlt im Schadensfall deutlich mehr.

KlauselDeckungsartTypische PrämieInlandstransport enthalten?Häufige Ausschlüsse
ICC(A)All-Risk0,1–0,5 %Nur bei VereinbarungVerpackung, Verspätung, eigene Beschaffenheit
ICC(B)Named Peril0,05–0,2 %SeltenDiebstahl, Handling, Inlandschäden
ICC(C)Basisrisiken0,03–0,1 %NieMeiste Transportschäden

ICC(A) vs ICC(B) vs ICC(C) für Österreich

Clause Coverage Typical Premium Inland Transit
ICC(A)-Deckung All-risk 0.1–0.5% Nur bei 'warehouse-to-warehouse'
ICC(B)-Deckung Named peril 0.05–0.2% Rarely
ICC(C)-Deckung Basic peril 0.03–0.1% Never

Warum Transportversicherungsansprüche in Österreich scheitern (und wie Sie typische Fehler vermeiden)

Viele Ansprüche werden in Österreich abgelehnt oder verzögert, weil Importeure die Dokumentations- und Inspektionspflichten unterschätzen. Das Zollamt Österreich und das e-zoll-System verlangen eine lückenlose Dokumentation — besonders bei multimodalen Transporten.

Dokumente müssen mit e-zoll und ICS2 übereinstimmen

Ihr Versicherungsschein, Ihre Rechnung und die Policendetails müssen exakt mit den e-zoll- und ICS2-Angaben (Import Control System 2) übereinstimmen. Der Zoll kann Versicherungsunterlagen anfordern, um die deklarierten Werte und die Risikodeckung zu prüfen. Bei Abweichungen verzögert sich die Abfertigung und die Schadensregulierung wird kompliziert.

  • Entry Summary Declaration (ENS) muss den versicherten Wert und die Policennummer enthalten.
  • Abweichungen zwischen deklariertem Wert und Versicherungsbetrag führen zu Prüfungen, insbesondere für die Mehrwertsteuer-Berechnung.

Lieferscheine ohne Vorbehalt schwächen Ihre Ansprüche

Bei Ankunft Ihrer Ware im österreichischen Lager sollten Sie sofort prüfen und sichtbare Schäden oder Fehlmengen auf dem Proof of Delivery (POD) vermerken. Wenn Sie ohne Vorbehalt unterschreiben („clean receipt“), ist es nahezu unmöglich, Schäden nachzuweisen, die beim Transport entstanden sind.

  • Fotografieren und dokumentieren Sie alle Mängel bei Ankunft.
  • Werden verdeckte Schäden erst später entdeckt, sind Ansprüche schwer durchzusetzen; Versicherer argumentieren, dass der Schaden nach der Lieferung entstanden ist.

Späte Kontrolle: Beweislücken nach Inlandstransport

Durch die multimodalen Transportwege in Österreich ist Ihre Ware oft mehrere Tage nach Ankunft im Hafen unterwegs. Verzögerte Inspektion führt zu Beweislücken:

  • Bahn- und Lkw-Umladungen sind besonders riskant — Schäden werden häufig erst beim Auspacken bemerkt.
  • Versicherer und Zoll erwarten eine zeitnahe Prüfung und Meldung, idealerweise innerhalb von 24–48 Stunden nach Ankunft.

Zeitrahmen für Schadensmeldung bei Transportversicherung in Österreich

Ankunft am EU-Hafen Frachtfreigabe unter NCTS; Versicherungsschutz wechselt auf den Inlandstransport
Weitertransport im Inland (Bahn/Lkw) Verpackung und Siegel an Übergabepunkten prüfen
Anlieferung an österreichische Betriebsstätte Sofortige Kontrolle; Vorbehalte auf POD vermerken
Schadensmeldung einreichen Dokumente sammeln und innerhalb von 48h bei Schaden einreichen

Wie Österreichs Umsatzsteuer- und Zollvorschriften Ihre Versicherung beeinflussen (Kosten und Compliance erklärt)

Versicherung ist in Österreich nicht nur Risikovorsorge – sie hat direkten Einfluss auf Ihren Zollwert und die Umsatzsteuer. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) und das Zollamt Österreich verlangen, dass die Versicherungsprämie in den Zollwert zur Berechnung der Umsatzsteuer einfließt.

Versicherungsprämie erhöht die USt-Bemessungsgrundlage

Die österreichische Umsatzsteuer (USt) beträgt 20 % und wird auf den gesamten Zollwert berechnet, der folgende Positionen umfasst:

  • CIF-Wert (Warenwert + Versicherung + Fracht)
  • Alle weiteren Kosten, die vor Ankunft entstehen

Wird die Versicherung nicht korrekt deklariert, korrigiert der Zoll die Angaben, verzögert die Freigabe und kann Bußgelder verhängen. Bei einer Sendung im Wert von €50.000 und €200 Versicherungsprämie steigt Ihre USt-Bemessungsgrundlage auf €50.200 – das bedeutet €40 mehr Steuern.

PositionWert (€)
Waren50.000
Fracht2.000
Versicherung200
Zollwert52.200
USt (20 %)10.440

e-zoll und ICS2: Wann Versicherungsnachweise verlangt werden

Der österreichische Zoll kann im Rahmen der Abfertigung Ihr Versicherungszertifikat anfordern, insbesondere wenn:

  • Der deklarierte Wert im Vergleich zum Marktpreis auffällig niedrig ist
  • Differenzen zwischen Frachtrechnung und Versicherungssumme bestehen
  • Es sich um risikobehaftete oder kontrollpflichtige Waren handelt (z. B. Elektronik, Luxusgüter)

Fehlende oder unvollständige Versicherungsunterlagen führen zu Verzögerungen, zusätzlichen Prüfungen und Neuberechnung der USt.

Checkliste: Transportversicherung & MwSt. in Österreich

Vor der Zollabfertigung erledigen

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Warum multimodaler Versicherungsschutz für Österreich entscheidend ist (Risiken bei See-, Bahn- und Straßentransport)

Da Österreich keinen eigenen Seehafen hat, ist jede Seefracht-Sendung auf den Weitertransport ab EU-Häfen angewiesen. Dadurch entstehen zusätzliche Risiken – etwa Zugunfälle, LKW-Schäden, Umschlagverluste oder Diebstahl während des Inlandtransports.

Warehouse-to-warehouse: Versicherungslücken vermeiden

Standardpolicen decken oft nur den Port-to-Port-Abschnitt ab und lassen Sie beim Inlandtransport ungeschützt. Fordern Sie immer Warehouse-to-Warehouse-Deckung:

  • Schutz für die gesamte Strecke, inkl. Bahn- und LKW-Transport ab Koper, Hamburg oder Triest bis zu Ihrem Standort in Österreich.
  • Absicherung auch bei Terminals, Zollkontrollen und Zustellung.

Ist Ihre Police nur Port-to-Port, lehnt der Versicherer Schäden oder Verluste im Inland ab.

ISPM-15 und Verpackung: Wann Versicherungen nicht zahlen

In Österreich gelten strenge ISPM-15-Vorschriften für Holzverpackungen aus China. Fehlen Behandlung und Zertifizierung, kann die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) die Ware zurückweisen. Versicherungen verweigern in solchen Fällen regelmäßig die Regulierung.

  • Verwenden Sie EUR/EPAL 800x1200mm Paletten mit ISPM-15-Stempel.
  • Kalkulieren Sie €200–€500 für die Zertifizierung ein – Details finden Sie im Verpackungs- und Palettenratgeber.

Verpackungsvorschriften und Versicherung in Österreich

Packaging ISPM-15 Required? Risiko bei Nichteinhaltung Insurance payout
EUR/EPAL-Palette Yes Low Valid
Unbehandeltes Holz Yes High Denied
Kunststoff/Metall No None Valid

Wer Österreich-Sendungen versichern sollte (und wo Incoterms-Verwirrung beginnt)

Incoterms regeln, wer für die Versicherung verantwortlich ist – doch Missverständnisse führen häufig zu ungedeckten Risiken und Streit im Schadensfall.

CIF und CIP: Verkäufer versichert, aber auf die Klausel achten

Bei CIF (Cost, Insurance, Freight) und CIP (Carriage and Insurance Paid) muss der Verkäufer eine Versicherung abschließen – jedoch nur bis zum benannten Hafen oder Terminal. Für Österreich ist das meist Koper, Hamburg oder Triest.

  • Nur wenn explizit Warehouse-to-Warehouse vereinbart ist, besteht Schutz bis zum Endziel.
  • Verkäufer wählen oft günstige ICC(C)-Policen, wodurch Versicherungslücken entstehen.

Alle Details finden Sie in unserer Incoterms-Übersicht.

FOB und FCA: Käufer ist verantwortlich

Bei FOB (Free On Board) und FCA (Free Carrier) muss der Käufer ab Übergabe der Ware oder Verladung im Hafen selbst für Versicherung sorgen.

  • Fordern Sie immer ICC(A)-Deckung mit multimodalen Erweiterungen.
  • Das Risiko beim Inlandtransport in Österreich trägt der Käufer, sofern nicht anders vereinbart.

DAP und DDP: Risikotransfer ≠ automatische Versicherung

DAP (Delivered at Place) und DDP (Delivered Duty Paid) übertragen das Risiko erst am Bestimmungsort, beinhalten aber nicht automatisch eine Versicherung. Verkäufer decken oft nicht die gesamte Strecke ab – prüfen Sie die Policenbedingungen.

  • DDP bedeutet nicht automatisch Vollversicherung – achten Sie auf die Deckungsklausel.
  • Siehe unseren DDP-Versandratgeber für typische Fallstricke und Lösungen.

Incoterms-Versicherungsverantwortung für Österreich

Incoterm Who insures? Coverage limit Common gaps
CIF – Versicherungspflicht für Verkäufer Seller Port arrival Inland transit
CIP – Versicherungspflicht für Verkäufer Seller Named terminal Delivery leg
FOB – Versicherungspflicht für Käufer Buyer Full journey if arranged Keine, wenn nicht gekauft
DAP/DDP – Versicherungspflicht für Verkäufer Seller (if agreed) Destination Kann Versicherung ausschließen

Schadenabwicklung für Österreich-Sendungen (Schritt-für-Schritt-Anleitung für Importeure)

Bei Schäden oder Verlusten erwarten Zoll und Versicherer in Österreich ein lückenlos dokumentiertes Vorgehen. Besonders beim Inlandtransport zählt schnelles Handeln.

Die ersten 24–48 Stunden: Was nach Ankunft zu tun ist

  • Prüfen Sie die Ware sofort bei Anlieferung in Ihrem österreichischen Lager.
  • Vermerken Sie Vorbehalte auf dem POD, fotografieren Sie alle sichtbaren Schäden.
  • Informieren Sie Versicherer und Spediteur innerhalb von 48 Stunden.

Checkliste für Schadenunterlagen beim österreichischen Zoll

Sie benötigen ein vollständiges Dossier:

  • Versicherungspolice und -zertifikat
  • Handelsrechnung
  • Packliste
  • POD mit Vorbehalt (sofern zutreffend)
  • Fotos der Schäden
  • Zollabfertigungsdokumente (e-zoll, ICS2)
  • Prüfbericht (falls angefordert)
  • Schriftverkehr mit Frachtführer und Spediteur

Schadensfall-Set für Transportversicherung Österreich

Diese Unterlagen vor Meldung bereithalten

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Typische Ergebnisse bei Schadenfällen

  • Anerkannt: Regulierung bei nachgewiesenem Transportschaden, vollständigen Unterlagen und fristgerechter Meldung.
  • Abgelehnt: Ablehnung wegen mangelhafter Verpackung, verspäteter Meldung, fehlender Inlanddeckung oder nicht konformer Holzverpackung.
  • Verzögert: Zollprüfungen oder Nachfragen verzögern die Auszahlung; bei komplexen Fällen 2–6 Wochen Bearbeitungszeit.

Häufige Fehler bei der Transportversicherung in Österreich (und wie Sie sie vermeiden)

Wir beobachten immer wieder die gleichen Fehler – und sie sind teuer. Die österreichischen Vorschriften zu Zoll, Mehrwertsteuer und Verpackung lassen kaum Spielraum für Abkürzungen.

Zu niedrige Versicherungssumme für die Ware

Wer an der Prämie spart und einen geringeren Warenwert angibt, riskiert hohe Verluste. Die Entschädigung ist stets auf die Versicherungssumme begrenzt, unabhängig vom tatsächlichen Schaden. Außerdem kann der Zoll zu niedrig deklarierte Werte erkennen und Nachprüfungen einleiten.

Fehlende „Warehouse-to-Warehouse“-Deckung

Versicherungen, die nur bis zum Hafen gelten, bieten keinen Schutz beim Weitertransport im Landesinneren – genau dort, wo für Österreich-Sendungen das Schadensrisiko am höchsten ist. Bestehen Sie immer auf einer Deckung für die gesamte Transportkette.

Versicherungsprämie nicht im Zollwert angegeben

Wer die Versicherungsprämie bei der Zollanmeldung nicht einbezieht, riskiert eine falsche Berechnung der Mehrwertsteuer, Verzögerungen und Bußgelder. Der Zoll verlangt den vollständigen CIF-Wert.

Nicht konforme Paletten oder Verpackungen verwenden

Holzverpackungen ohne ISPM-15-Zertifizierung werden von der AGES abgewiesen und führen zu abgelehnten Versicherungsansprüchen. Prüfen Sie die Anforderungen in unserem Leitfaden zur Verpackungskonformität.

Anzunehmen, dass die Versicherung des Verkäufers alle Risiken abdeckt

Missverständnisse bei Incoterms sind weit verbreitet. Verkäufer schließen oft nur Mindestversicherungen ab, die sich auf den Transport von Hafen zu Hafen oder auf Grundrisiken beschränken. Käufer müssen den Versicherungsschutz prüfen und explizit multimodale „Warehouse-to-Warehouse“-Policen verlangen.

Warnsignale bei Versicherung und Zoll in Österreich
  • Nicht-konforme Holzverpackung führt zu Frachtablehnung und Anspruchsverweigerung
  • Underinsured shipments receive limited compensation
  • Fehlende Versicherungskosten in Zollanmeldung verursachen MwSt.-Verzögerungen
  • Port-to-port Policen lassen den Inlandstransport ungeschützt
  • Incoterms-Missverständnisse führen zu nicht versicherten Risiken

Fazit zur Transportversicherung für Österreich (das sollten Importeure wissen)

Die Versicherung für Transporte von China nach Österreich ist komplexer, als viele Importeure erwarten. Die Binnenlage, EU-Mehrwertsteuerregeln und strenge Verpackungsvorschriften erfordern multimodalen „Warehouse-to-Warehouse“-Schutz, exakte Dokumentation und eine sofortige Kontrolle bei Ankunft. Zu niedrige Versicherungssummen oder fehlende Kostenangaben führen zu Problemen mit der Mehrwertsteuer und abgelehnten Ansprüchen. Stimmen Sie Ihre Police, Zollanmeldung und Incoterms ab, bevor die Ware unterwegs ist – und dokumentieren Sie jede Übergabe sorgfältig.

Für maßgeschneiderte Versicherungs- und Transportlösungen fordern Sie ein individuelles Österreich-Angebot an oder lesen Sie unseren umfassenden Österreich-Versandratgeber mit Routenkarten, Compliance-Tipps und einem Vergleich der Transportarten.

ReferenzGlossar· 25 Begriffe

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all-risk
Transportversicherung mit Allgefahrendeckung (z. B. ICC A), deckt alles außer explizit ausgeschlossene Risiken; besonders sinnvoll für hochwertige oder empfindliche Güter.
Bundesministerium für Finanzen
Bundesministerium für Finanzen (BMF). Oberste Finanz- und Zollbehörde Österreichs, zuständig für Steuern und Zoll.
CIF
Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
CIP
Carriage and Insurance Paid To – für alle Transportarten; Verkäufer zahlt Fracht und umfassende Versicherung (oft ICC A) bis zum vereinbarten Ort; bietet höheren Schutz als CIF und ist für Luftfracht und hochwertige Güter zu empfehlen.
clearance
Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
DAP
Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
DDP
Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
duty
Einfuhrzoll: Steuer, die vom Zoll auf importierte Waren erhoben wird – Bemessung nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland.
e-zoll
e-zoll. Elektronisches System Österreichs für die Zollabwicklung von Import- und Exportanmeldungen.
Einfuhrumsatzsteuer
Einfuhrumsatzsteuer. Steuer, die auf importierte Waren nach Deutschland erhoben und vom Zoll bei der Einfuhr eingezogen wird.
FCA
Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
FCL
Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
FOB
Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
Incoterms
Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
ISPM-15
ISPM 15: Internationaler Standard für die Behandlung von Holzverpackungen (z. B. Paletten), um Schädlingsbefall zu verhindern.
LCL
Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
Mehrwertsteuer
Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
MWST
Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
POD
Zustellnachweis: Unterschrift, Stempel oder Foto als Bestätigung des Warenerhalts; vorher mit Empfänger klären, da POD-Streitigkeiten Zahlung und Reklamation verzögern.
port-to-port
Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
proof of delivery
Nachweis (Dokument oder Foto) über Warenerhalt durch den Empfänger; für Zahlung und Reklamationen erforderlich, Format (Unterschrift, Stempel, Foto) vorab klären.
SST
Sales and Service Tax – Malaysias indirekte Steuer auf importierte Waren und Dienstleistungen, seit 2018 Nachfolger der GST.
Umsatzsteuer
Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
Zoll
Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
Zollamt Österreich
Zollamt Österreich. Zuständige Behörde für Import-, Export- und Transitverfahren in Österreich.