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Aktualisiert · Oktober 2026 12 Min. Lesezeit Transportmittel

So wählen Sie das richtige Transportmittel für Importe von China nach Österreich (Seehafen-Routing, Bahn, Luftfracht und Compliance erklärt)

Für Importe nach Österreich ist die Wahl des Transportmittels wegen der Binnenlage entscheidend. Erfahren Sie, wie See-, Bahn- und Luftwege funktionieren und welche Compliance-Schritte für eine reibungslose Zollabwicklung nötig sind.

Lucas Arillotta
Lucas Arillotta Supply Chain Manager bei SINO Shipping
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China Transportmittel
world map
Seefracht
$4,050–$4,950
Luftfracht
$4.4/kg
Seetransit
25–32 Tage
Lufttransit
5–6 Tage
In diesem Leitfaden
  1. 01 Wahl des Transportmittels Österr
  2. 02 Transportarten: Express, Luft, B
  3. 03 Faire Vergleich der Gesamtkosten
  4. 04 Realistische Laufzeiten
  5. 05 Österreich-Importvorschriften &
  6. 06 Produktkategorien & Versandart
  7. 07 Typische Fehler von Importeuren
  8. 08 Versandart für Österreich
Die wichtigsten Inhalte des Artikels
  • Österreich ist binnengelegen – Seefracht muss über Koper, Hamburg oder Triest laufen.
  • Bahnfracht von China nach Österreich dauert 16–21 Tage und ist schneller als Seefracht.
  • EORI-Registrierung und e-zoll-Anmeldung sind für alle Importeure in Österreich Pflicht.
  • ISPM-15 Behandlung für Holzverpackungen wird beim Import nach Österreich streng kontrolliert.
Lucas Arillotta Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping ·

Der Versand von China nach Österreich ist nie eine Standardentscheidung. Österreichs Binnenlage, EU-weite Importvorschriften und spezielle Hafenrouten bedeuten, dass Ihre Wahl zwischen Express, Luftfracht, Bahn, Sammelladung (LCL) oder FCL Kosten, Geschwindigkeit, Compliance und Risiko auf eine Weise beeinflusst, die Sie in allgemeinen Frachttarifen nicht erkennen. Wenn Sie falsch wählen, zahlen Sie für unnötige Lkw-Transporte, verpassen wichtige Liefertermine oder stoßen auf unerwartete Zollprobleme. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen die vier entscheidenden Faktoren, wie Österreichs Logistiklandschaft jede Transportart beeinflusst, und bieten einen klaren, übersichtlichen Vergleich für die Praxis. Außerdem weisen wir auf typische Kostenfallen, Abfertigungszeiten und die häufigsten Fehler österreichischer Importeure hin. Für detaillierte Informationen zu einzelnen Relationen lesen Sie unseren umfassenden Österreich-Versandleitfaden, den FCL- vs. LCL-Vergleich, den DDP Österreich Leitfaden, unsere Hinweise zur Zollabwicklung und e-zoll, die Aufschlüsselung von Zöllen und Steuern sowie unsere Versicherungstipps.

So wählen Sie das richtige Transportmittel (Importe nach Österreich)

Die Wahl des Transportmittels für China–Österreich ist keine reine Preisfrage – entscheidend ist, dass Ihr tatsächliches Lieferfenster, die Warencharakteristik und das Compliance-Risiko zu Österreichs spezieller Logistiksituation passen. Jede Sendung durchläuft mindestens zwei Länder, bevor sie Österreich erreicht, und Produktart oder Dringlichkeit können die optimale Transportart völlig verändern.

Die 4 entscheidenden Faktoren

  1. Liefertermin: Wann genau müssen Ihre Waren in Österreich sein – beim Kunden, im Lager oder Fulfillment-Center? Verlassen Sie sich nicht auf „Transitzeiten“ aus Broschüren. Rechnen Sie Tage für Hafenumleitung, Zoll und EU-Feiertage hinzu. Seefracht über Koper, Hamburg oder Triest bringt zusätzliche Schritte.
  2. Volumen und Gewicht: CBM und kg sind gleichermaßen wichtig. Bahn- und Seefracht-Sammelladung werden anders kalkuliert – Express und Luftfracht sind sehr empfindlich beim Volumengewicht. Für weniger als eine Palette vergleichen Sie Express und Luftfracht. Ab 3+ CBM sind LCL oder Bahn oft sinnvoller.
  3. Produktrisiko: Batterien, Elektronik, Lebensmittel, Medizintechnik oder hochwertige Güter? Österreichs Zoll und EU-Vorschriften verlangen eventuell CE-Kennzeichnung, REACH oder Lebensmittelsicherheitsnachweise. Manche Waren sind per Express ausgeschlossen oder benötigen Spezialhandling auf Bahn/See.
  4. Liefermodell: B2B (Paletten, Kartons) ins Lager oder B2C (Pakete) direkt zum Endkunden? Retouren, DDP und die letzte Meile beeinflussen die Kosten. Der gebondete Lkw-Transport vom Hafen ins Lager kann bei FCL/LCL zusätzliche Tage und Gebühren verursachen.

Which mode & Incoterm is right for you?

Answer 4 quick questions — get a tailored recommendation

1. Shipment volume

2. How fast do you need it?

3. Product type

4. Austria import experience

Diese vier Faktoren grenzen die Auswahl ein. Fehlt einer davon, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen – oder übersehen eine österreichspezifische Compliance-Falle.

Österreichs Binnenlage: Warum sie entscheidend ist

Österreich ist ein Binnenland, daher kommt jede Seefracht über die Häfen der Nachbarländer – meist Koper (Slowenien), Hamburg (Deutschland) oder Triest (Italien). Ihr Container fährt nicht direkt nach Wien, sondern wird entladen und per Lkw oder Bahn unter dem EU-NCTS-Verfahren weitertransportiert. Das bringt Komplexität, Extrakosten und einige Tage mehr im Zeitplan.

Wichtige Fakten:

  • Seefracht: Immer über ausländische Häfen, dann Weitertransport per Lkw/Bahn zum Zielort in Österreich.
  • Bahnfracht: Blockzüge aus China fahren direkt zu den Terminals Wien Süd oder Linz, ohne Hafenstau.
  • Luftfracht: Direktflüge nach Wien, Linz, Graz; am schnellsten, aber teuer bei schwerer oder sperriger Ladung.

Ist Ihre Ware zeitkritisch oder brauchen Sie Planungssicherheit, sind Bahn oder Luft oft sicherer als See. Bei großen Volumen oder Fokus auf niedrigste Kosten ist Seefracht über Koper/Hamburg/Triest Standard – aber vergessen Sie nicht den letzten Inlandstransport.

Kosten und Geschwindigkeit im Überblick

Oktober 2026 Preise
Seefracht FCL

Ideal für: 12+ CBM, regelmäßige Sendungen

Kosten $4,050–$4,950 / 20GP $5,850–$7,150 / 40GP
Laufzeit 25–32 Tage Hafen-zu-Hafen
Standgeld bei Überschreitung der Freitage
Seefracht LCL

Ideal für: 1–10 CBM, Konsolidierung von mehreren Lieferanten

Kosten $85/CBM + Kosten am Ursprung/Zielort
Laufzeit 26–36 Tage Tür-zu-Tür
CFS-Bearbeitungsgebühren, Verzögerungen durch Sammelladung
Bahn FCL

Ideal für: 5+ CBM, ausgewogen zwischen Kosten und Laufzeit

Kosten $4,158–$5,082 / 20GP $6,048–$7,392 / 40GP
Laufzeit 12–14 Tage Bahnhof-zu-Bahnhof
Grenzüberschreitungen, saisonale Kapazitätsengpässe
Bahn LCL

Ideal für: 1–5 CBM, schneller als Seefracht

Kosten $210/CBM + Kosten am Ursprung/Zielort
Laufzeit 12–14 Tage Tür-zu-Tür
Begrenzte Frequenz, Konsolidierungsverzögerungen
Luftfracht

Ideal für: Hochwertige, dringende Sendungen, <500 kg

Kosten $4.4/kg ab 1.000 kg
Laufzeit 5–6 Tage Flughafen-zu-Flughafen
Treibstoffzuschlag, Sicherheitsgebühren
Express (DDP)

Ideal für: Muster, <50 kg, schnelle DDP-Zustellung

Kosten $7.91/kg inkl. Zölle
Laufzeit 5–7 Tage Tür-zu-Tür
Zoll im Preis enthalten (weniger Kontrolle)

Express, Luft, Bahn, LCL, FCL – Stärken der einzelnen Transportarten (Österreich-Routen)

Österreichs Importstruktur wird durch Hafenzugang, Bahnverbindungen und EU-Zollvorschriften geprägt. Jede Transportart hat ihre Stärken – die richtige Wahl hängt von Volumen, Dringlichkeit und Produkt ab.

Express (Kurierdienste)

Express (DHL, UPS, FedEx etc.) eignet sich am besten für Kleinsendungen, dringende Muster oder B2C-Lieferungen unter 30 kg. Die Laufzeit beträgt meist 2–4 Tage von Tür zu Tür, inklusive Zollabwicklung über e-zoll. Alle Unterlagen müssen vor Abflug vorliegen – insbesondere die ICS2 Entry Summary Declaration.

  • Vorteile: Schnellste Lösung für kleine Sendungen, DDP möglich, einfaches Tracking.
  • Nachteile: Hohe Preise bei schweren/sperrigen Gütern, Einschränkungen für Batterien, Lebensmittel, Medizintechnik.
  • Typische Nutzung: B2C E-Commerce, Ersatzteile, Prototypen.

Vergleichen Sie im Luftfracht vs. Express-Vergleich die realen Kosten.

Luftfracht (Flughafen-zu-Tür)

Luftfracht ist ideal für zeitkritische Sendungen ab 45 kg oder mehrere Kartons. Direktflüge nach Wien (VIE) sind in 1–2 Tagen vor Ort; Linz und Graz benötigen über Hubs 2–3 Tage. Die Zollabfertigung über e-zoll ist bei vollständigen Dokumenten schnell erledigt.

  • Vorteile: Schnell, zuverlässig bei mittleren Volumen, regulierte Waren besser als Express.
  • Nachteile: Höhere Kosten pro kg, Volumengewicht, DDP nicht immer möglich.
  • Typische Nutzung: Elektronik, eilige Nachbestellungen, Saisonware.

Für den Vergleich Luftfracht vs. Express nutzen Sie Ihre echten Gewichte und CBM – siehe unseren Express-vs-Luftfracht-Rechner für Österreich.

Bahnfracht (Blockzüge aus China)

Die Bahn ist Österreichs Geheimtipp für mittlere Volumen und mittlere Laufzeiten. Blockzüge aus China erreichen Wien Süd und Linz in 16–21 Tagen, mit 2–3 Abfahrten pro Woche.

  • Vorteile: Schneller als See, günstiger als Luft bei 500–8.000 kg, verlässliche Fahrpläne.
  • Nachteile: Begrenzte Frequenz, oft Lkw-Zustellung auf der letzten Meile nötig, einige regulierte Waren ausgeschlossen.
  • Typische Nutzung: Elektronik, Maschinen, Textilien, nicht zeitkritische Nachschübe.

Mehr dazu im Österreich Bahn-Routen-Leitfaden.

LCL Seefracht (Sammelladung via Koper/Hamburg/Triest)

LCL (Less-than-Container Load) ist für Sendungen von 3–15 CBM geeignet. Ihre Ware teilt sich einen Container, wird über Koper, Hamburg oder Triest verschifft und dann per Lkw nach Österreich gebracht.

  • Vorteile: Günstigste Option für mittlere Volumen, flexibel, wöchentliche Abfahrten.
  • Nachteile: Langsam (28–34 Tage), Konsolidierungsrisiko, Inlandstransport verursacht Zusatzkosten.
  • Typische Nutzung: Erstsbestellungen, regelmäßige Nachschübe, sperrige Güter.

Siehe FCL vs. LCL Kostenvergleich für Österreich-spezifische Preise.

FCL Seefracht (Vollcontainer über Nachbarhäfen)

FCL (Full Container Load) eignet sich für große Sendungen (15+ CBM). Container laufen über Koper, Hamburg oder Triest und werden dann per Lkw/Bahn zum Empfänger in Österreich gebracht.

  • Vorteile: Kalkulierbare Kosten, niedriger Preis pro CBM, geringeres Beschädigungsrisiko.
  • Nachteile: Hafenumschlag, Inlandstransport, 28–34 Tage Laufzeit, strenge ISPM-15-Holzverpackungskontrollen.
  • Typische Nutzung: Großvolumen, etablierte Importeure, B2B.

Für detaillierte Abläufe siehe unseren umfassenden Österreich-Leitfaden.

Faire Vergleich der Gesamtkosten (Österreich: USt, Zölle und Hafenumfuhr)

Lassen Sie sich nicht von günstigen Frachtraten täuschen. Die Gesamtkosten für Österreich liegen immer über dem reinen See-, Luft- oder Bahnangebot – sie beinhalten Umsatzsteuer (USt), EU-Einfuhrzölle, den Weitertransport ab Hafen sowie Abwicklungsgebühren.

Nicht nur den Frachttarif vergleichen – Gesamtkosten beinhalten USt, Zölle, Hafenumfuhr

In Österreich gilt auf die meisten Importe die 20% Umsatzsteuer (USt), dazu kommen EU-weite Zölle je nach HS-Code. Der gebondete Weitertransport per LKW oder Bahn vom Hafen nach Österreich wird separat berechnet. Bei Waren mit Antidumpingzöllen (z. B. Fahrräder, Solarmodule, Stahlrohre) können weitere 30–60% anfallen.

  • USt: 20% Standard, 10–13% ermäßigt für Lebensmittel, Bücher, Medikamente.
  • Zölle: EU-Sätze, ggf. Antidumpingzuschläge auf bestimmte Produkte.
  • Inlandstransport: LKW/Bahn ab Koper, Hamburg, Triest.
  • Verzollung: e-zoll-Anmeldung, ICS2-Voranmeldung.

Details zu HS-Codes finden Sie im Leitfaden Zölle und Steuern.

Kosten-Checkliste nach Transportart (China→Österreich)

Das sollten Sie je nach Transportweg einkalkulieren:

TransportartHauptkostenblöckeÜbliche Laufzeit
ExpressKuriergebühr, USt, Zoll, DDP-Gebühr2–4 Tage
LuftfrachtLuftfrachtrate, USt, Zoll, Handling, Zustellung1–3 Tage
BahnBahnfracht, USt, Zoll, Terminalhandling, LKW16–21 Tage
SammelladungSeefracht, USt, Zoll, CFS, LKW Inland, Verzollung28–34 Tage
FCLSeefracht, USt, Zoll, Hafenhandling, LKW/Bahn, Verzollung28–34 Tage

Eine detaillierte Übersicht finden Sie in der FCL vs LCL Kosten-Checkliste.

Realistische Laufzeiten (China nach Österreich: Verzögerungen, Routen, Feiertage)

Die Laufzeiten nach Österreich wirken auf den ersten Blick einfach, tatsächlich bestimmen aber Hafenabwicklung, Inlandstransport, Zoll und Feiertage den Zeitrahmen. Verlassen Sie sich nicht auf „Best-Case“-Angaben – planen Sie Puffer für Abfertigung und EU-Störungen ein.

Übliche Laufzeiten nach Transportart

  • Seefracht (FCL/LCL): 28–32 Tage über Koper/Triest, 30–34 Tage über Hamburg. Für den Weitertransport nach Wien, Linz oder Graz zusätzlich 2–4 Tage per LKW/Bahn einplanen.
  • Bahn: 16–21 Tage direkt nach Wien Süd oder Linz. Für Terminalabwicklung und Zustellung vor Ort weitere 1–2 Tage.
  • Luftfracht: 1–2 Tage direkt nach Wien, 2–3 Tage via Linz/Graz. Die Verzollung kann bei vollständigen Unterlagen 24–72 Stunden dauern.

Wenn eine Zustellung zu einem festen Termin nötig ist, rückwärts planen – mit Puffern für Verzollung und letzte Meile. Cut-off-Zeiten finden Sie in unserem Cut-off-Zeiten-Leitfaden.

Wo Verzögerungen wirklich entstehen (Hafen, Bahn, Feiertage)

Verzögerungen in Österreich entstehen selten „unterwegs“, sondern durch Hafenstaus, Engpässe im LKW/Bahnverkehr, Zoll und österreichische/EU-Feiertage. Zu Weihnachten, Ostern, Nationalfeiertag und am 1. Mai sind Häfen, Lager und Zollstellen oft mehrere Tage geschlossen.

  • Weihnachten/Neujahr: 24.12.–1.1., starke Einschränkungen.
  • Ostern: Karfreitag bis Ostermontag, 4 Tage geschlossen.
  • Nationalfeiertag: 26.10., gesamte Logistik ruht.
  • Tag der Arbeit: 1.5., eingeschränkte Abfertigung.
  • Mariä Himmelfahrt: 15.8., teils geschlossen.

Den vollständigen Kalender finden Sie im Österreich-Feiertagsversand-Leitfaden.

Österreich-spezifische Importvorschriften (Zoll, Dokumente, Zertifikate)

Das österreichische Zollsystem läuft über e-zoll – alle Anmeldungen erfolgen elektronisch, und für jede Sendung ist eine ICS2 Entry Summary Declaration vor Ankunft Pflicht. EU-weit gelten einheitliche Vorgaben: Fehlerhafte Dokumente führen zu Verzögerungen und Bußgeldern.

e-zoll-Anmeldung & ICS2-Voranmeldung

  • e-zoll: Für alle Importe verpflichtend. Elektronische Anmeldung über das Portal des österreichischen Zolls.
  • ICS2: Entry Summary Declaration (ENS) muss vor Ankunft der Ware eingereicht werden. Fehlt diese, bleibt die Sendung im Hafen oder Flughafen stehen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung im e-zoll-Leitfaden.

EORI-Registrierung: Pflicht für Importeure

Jeder Importeur benötigt eine EORI-Nummer – ausgestellt vom Zollamt Österreich, kostenfrei, Bearbeitung 1–5 Werktage. Ohne EORI bleibt Ihre Sendung beim Zoll hängen.

  • Vor der Buchung beantragen.
  • Gilt für alle Transportarten und Waren.

Checkliste unter Importbereitschaft Österreich.

Produktzertifikate: CE, REACH, ISPM-15, Lebensmittelsicherheit

In Österreich gelten die EU-Vorgaben zur Produktsicherheit:

  • CE-Kennzeichnung (Elektronik, Spielzeug, Maschinen): Für die meisten Konsumgüter vorgeschrieben.
  • REACH (Chemikalien): Pflicht für Materialien, Kunststoffe, Textilien.
  • ISPM-15 (Holzverpackung): Streng kontrolliert. Nicht konforme Paletten = Zurückweisung.
  • Lebensmittelsicherheit: AGES-Zulassung, RASFF-Meldung.

Dauer und Kosten der Zertifizierung variieren – Details je Kategorie siehe unten.

KategorieBehördeZertifizierungBearbeitungszeitKosten
ElektronikÖVE/EUCE (LVD/EMV)4–12 Wochen€2,000–€15,000
FunkgeräteEU Notifizierte StellenCE (RED)4–8 Wochen€3,000–€10,000
ChemikalienECHAREACHLaufend€5,000–€50,000+
LebensmittelAGES/EUEU-Lebensmittelsicherheit2–4 Wochen€1,000–€5,000
MedizinprodukteBASG/EU Notifizierte StellenMDR6–24 Monate€10,000–€100,000+
HolzverpackungAGESISPM-151–2 Wochen€200–€500

Die vollständige Compliance-Checkliste finden Sie im Zertifizierungsleitfaden.

Produktkategorien, die Ihre Versandart beeinflussen (Österreich/EU-Konformität)

Bestimmte Produkte zwingen Sie zur Wahl einer bestimmten Transportart – oder verlängern Ihre Lieferzeit durch aufwendige Zertifizierungen und Prüfungen um Wochen.

Elektronik, Lebensmittel, Medizinprodukte: Zertifizierungsfristen

  • Elektronik, Funkgeräte: CE-Kennzeichnung (LVD, EMV, RED), 4–12 Wochen. Einige Luftfracht- und Expressdienste lehnen nicht zertifizierte Ware ab.
  • Chemikalien, Kunststoffe: REACH-Registrierung, laufende Einhaltung erforderlich.
  • Lebensmittel, Getränke: AGES-Meldung, 2–4 Wochen. Expressversand ist für viele verderbliche Waren verboten.
  • Medizinprodukte: MDR, 6–24 Monate. Nur Luft- oder Seefracht mit vollständigen Unterlagen möglich.

Wer regulierte Waren importiert, muss die Zertifizierungsdauer vor der Buchung einplanen.

Holzverpackungen und Palettenstandards (ISPM-15, EUR/EPAL)

Österreich verlangt für sämtliche Holzverpackungen aus China eine ISPM-15-Behandlung. Akzeptiert werden fast ausschließlich EUR/EPAL-Paletten im Format 800x1200mm. Nicht konforme Holzverpackungen oder falsche Palettengrößen führen zu Ablehnung, Vernichtung oder kostenpflichtigem Umpacken.

  • Immer auf ISPM-15-Stempel achten.
  • US/JIS-Paletten vermeiden – österreichische Lagerhäuser lehnen diese oft ab.

Details finden Sie im Paletten-Standard-Leitfaden.

Typische Fehler von Importeuren (Österreich-spezifische Stolperfallen)

Wir beobachten immer wieder die gleichen Fehler – jeder einzelne kann zu tagelangen Verzögerungen, Zusatzkosten oder sogar zum Totalverlust der Sendung führen.

Nicht ISPM-15-konforme Holzverpackungen

Unbehandelte oder nicht gestempelte Holzpaletten aus China führen automatisch zu Zurückweisung, Vernichtung oder kostenpflichtigem Umpacken. Fordern Sie immer ISPM-15-Zertifikate von Ihrem Lieferanten.

Fehlende ICS2-Anmeldung

Wird die Entry Summary Declaration (ENS) im ICS2-System nicht vor Ankunft eingereicht, drohen Zollstopps, Bußgelder und Verzögerungen bei der Abfertigung. Gilt für alle Transportarten – Express, Luftfracht, Seefracht, Bahn.

Falsches Palettenmaß

US/JIS-Paletten statt EUR/EPAL verursachen Probleme beim Umschlag in österreichischen Lagern, Zusatzkosten oder Ablehnung. Immer 800x1200mm EUR/EPAL spezifizieren.

EORI-Registrierung ignoriert

Wer keine EORI-Nummer hat, bleibt beim Zoll hängen. Frühzeitig registrieren – kostenlos, dauert 1–5 Werktage.

Feiertagsbedingte Verzögerungen

Lieferung zu Weihnachten, Ostern oder Nationalfeiertag geplant? Rechnen Sie mit 2–7 Tagen Verzögerung bei der Zollabfertigung. Immer den österreichischen Feiertagskalender prüfen.

Überraschende Antidumpingzölle

Für manche chinesische Produkte (Fahrräder, Solarpanels, Stahlrohre) gelten EU-Antidumpingzölle. Wer den HS-Code nicht prüft, riskiert bei Ankunft 30–60 % Mehrkosten.

Fazit: Die richtige Versandart für Österreich (nächste Schritte)

Die passende Versandart von China nach Österreich wählen Sie, indem Sie Ihren echten Liefertermin, das Volumen, das Produktrisiko und das Ziel mit Österreichs Binnenlage und den EU-Vorgaben abgleichen. Seefracht ist für große Mengen am günstigsten – beinhaltet aber immer einen Lkw- oder Bahn-Vorlauf ab Koper, Hamburg oder Triest. Bahn ist schneller und für mittlere Mengen zuverlässig, Luftfracht eignet sich für dringende, regulierte oder hochwertige Waren, und Express für kleine, zeitkritische Pakete. Jede Transportart erfordert die korrekten Dokumente (ICS2 ENS, EORI, CE/REACH/AGES falls relevant) und die Prüfung auf ISPM-15-Holzverpackung sowie EUR/EPAL-Palettenstandard.

Für eine praxisnahe Entscheidung starten Sie mit Ihren 4 wichtigsten Eckdaten, nutzen Sie unsere Vergleichstabelle der Versandarten, und kalkulieren Sie immer den Vorlauf, die Mehrwertsteuer und Zölle mit ein. Vermeiden Sie die häufigsten Österreich-Fallen, indem Sie Konformität, Registrierung und Feiertagsfenster vor der Buchung prüfen. Für individuelle Angebote und Streckenberatung nutzen Sie unsere Anfrageseite für Österreich.

Erfolgreiche Importeure planen rückwärts ab dem tatsächlichen Liefertermin, sichern sich frühzeitig die Konformität und wählen die Versandart, die zu Produkt und Risikoprofil passt – und nicht nur nach dem niedrigsten Preis.

ReferenzGlossar· 29 Begriffe

Suchen Sie einen Begriff oder springen Sie nach Buchstaben.

1. mai
Labour Day (1st May): Norwegischer Feiertag, an dem Häfen und Zollstellen meist geschlossen sind und Logistikabläufe verzögern.
B2B
Business to Business – der Käufer ist ein Unternehmen (z. B. Importeur), das die Verzollung und Übernahme selbst organisiert; DAP passt oft, wenn der Käufer einen eigenen Broker hat.
B2C
Business to Consumer – der Käufer ist Endkunde; DDP eignet sich, wenn der Verkäufer als IOR auftritt und Steuern/Zölle vorstreckt, sonst werden diese meist bei Zustellung kassiert.
CBM
Kubikmeter – Standardmaß für Frachtvolumen; Grundlage für LCL-Preise und Containerkapazitäten.
CE
Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
CE-Kennzeichnung
CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
CFS
Container Freight Station – Sammelstelle, an der LCL-Ladungen am Ursprung konsolidiert oder am Ziel entladen werden; bei FCA (CFS) liefert der Verkäufer lose Ware hier an, Risikoübergang bei Annahme.
clearance
Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
cut-off
Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
DDP
Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
e-zoll
e-zoll. Elektronisches System Österreichs für die Zollabwicklung von Import- und Exportanmeldungen.
Einfuhrumsatzsteuer
Einfuhrumsatzsteuer. Steuer, die auf importierte Waren nach Deutschland erhoben und vom Zoll bei der Einfuhr eingezogen wird.
EORI
Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
EORI-Nummer
EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
FCL
Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
ISPM-15
ISPM 15: Internationaler Standard für die Behandlung von Holzverpackungen (z. B. Paletten), um Schädlingsbefall zu verhindern.
JIS
Japanischer Industriestandard; JIS 1100×1100 mm ist die gängige Palettengröße in Japan, manche Lager geben Maße vor—vor Versand abklären.
LCL
Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
MDR
EU-Medizinprodukteverordnung (2017/745): Regelt Sicherheit und Konformität von Medizinprodukten für Einfuhren nach Frankreich.
Mehrwertsteuer
Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
MWST
Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
Nationalfeiertag
Nationalfeiertag (26. Oktober). Feiertag in Österreich mit Auswirkungen auf Transport und Zollabwicklung.
port-to-port
Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
RASFF
Rapid Alert System for Food and Feed. EU-Frühwarnsystem für Lebensmittelsicherheit, relevant für Importe nach Italien.
RASFF-Meldung
Rapid Alert System for Food and Feed (RASFF)-Meldung. Warnhinweis bei unsicheren Lebens- oder Futtermittelimporten in Deutschland und der EU.
REACH
REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
Umsatzsteuer
Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
Zoll
Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
Zollamt Österreich
Zollamt Österreich. Zuständige Behörde für Import-, Export- und Transitverfahren in Österreich.