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Aktualisiert · Oktober 2026 11 Min. Lesezeit FCL vs LCL

Seefracht FCL vs LCL für Belgien-Importe (Kosten, Häfen, Zoll & Compliance erklärt)

Erfahren Sie die Unterschiede zwischen FCL und LCL Seefracht nach Belgien. Infos zu Kosten, Laufzeiten, Häfen, Mehrwertsteuer, Zoll und Compliance für Importeure.

Lucas Arillotta
Lucas Arillotta Supply Chain Manager bei SINO Shipping
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China FCL vs LCL
world map
Seefracht
$2,070–$2,530
Luftfracht
$3.95/kg
Seetransit
25–26 Tage
Lufttransit
5–7 Tage
In diesem Leitfaden
  1. 01 FCL vs LCL: Belgien-Importeure
  2. 02 Was kostet Seefracht wirklich
  3. 03 Laufzeiten China–Belgien
  4. 04 Belgischer Hafenwahl
  5. 05 Zoll & Dokumente Belgien
  6. 06 Zertifizierungen & Paletten Belg
  7. 07 Fehler belgischer Importeure
  8. 08 Fazit für Belgien: FCL oder LCL
Die wichtigsten Inhalte des Artikels
  • Belgien erhebt 21 % MwSt. (BTW/TVA) auf alle Seefrachtimporte, sowohl FCL als auch LCL.
  • FCL-Sendungen von China nach Belgien benötigen in der Regel 28–34 Tage Hafen-zu-Hafen.
  • Eine EORI-Registrierung ist für alle Importeure beim belgischen Zoll Pflicht.
  • ISPM-15 Behandlung ist für Holzverpackungen aus China nach Belgien vorgeschrieben.
Lucas Arillotta Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping ·

Die tatsächliche Entscheidung zwischen FCL und LCL bei der Seefracht von China nach Belgien hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Volumen, Kostenstruktur und Zuverlässigkeit der Laufzeit. Es gibt keinen festen CBM-Grenzwert – Ihre Ware, die Besonderheiten der belgischen Häfen und die Details des Angebots bestimmen die beste Wahl. In diesem Leitfaden finden Sie eine detaillierte Kostenübersicht für Belgien, realistische Transitzeiten, die Stärken der einzelnen Häfen und praxisnahe Tipps, um typische Stolperfallen (insbesondere auf der Zollrechnung) zu vermeiden. Einen vollständigen Überblick – inklusive Luftfracht-Alternativen, Incoterms-Entscheidungshilfen und Informationen zu belgischen Einfuhrabgaben – finden Sie im umfassenden Belgien-Versandratgeber.

Die schnelle Antwort für Belgien-Importeure (FCL vs LCL im Überblick)

Für belgische Importeure beginnt die Entscheidung zwischen FCL und LCL beim Volumen und endet bei der Kalkulationssicherheit. Ab 15 cbm ist ein kompletter Container (FCL) fast immer günstiger und zuverlässiger. Für kleinere Sendungen – etwa bei Erstbestellungen oder saisonalen Nachschüben – bietet LCL (Sammelladung) Flexibilität, bringt aber zusätzliche Gebühren und mehr organisatorischen Aufwand mit sich.

Was bedeuten FCL und LCL?

FCL (Full Container Load) bedeutet, dass Ihre Ware einen gesamten 20’-Container (33,2 cbm) oder 40’-Container (67,7 cbm) belegt. Sie zahlen einen Festpreis pro Container, Ihre Güter werden nicht mit anderen Sendungen vermischt. Das gibt Ihnen Kontrolle über die Verladung, weniger Umladungen und ein einziges Konnossement. FCL wird bevorzugt für größere Volumen, hochwertige Waren und wenn Sie das Risiko von Beschädigungen minimieren möchten.

LCL (Less than Container Load) ist für Sendungen von 1 cbm bis etwa 15 cbm gedacht. Ihre Ware wird mit anderen Sendungen in einem Container zusammengefasst. Sie zahlen pro CBM sowie Handlinggebühren am Abgangs- und Zielort in Belgien. LCL ist flexibel für kleine Mengen, bringt aber mehr Zwischenschritte mit sich – Konsolidierung, Dekonsolidierung und mehrere beteiligte Parteien – was zu zusätzlichen Kosten und längeren Laufzeiten führen kann.

FCL or LCL? — At a glance

Criteria FCL LCL
Cost predictability Per container; fewer surprise line items. Per CBM + CFS/origin/dest; more variables.
Speed Direct load, fewer handoffs. Consolidation/deconsolidation adds days.
Damage risk Your cargo only; less handling. Shared space; more touchpoints (CFS).
Flexibility Fixed box size; best when volume fits. Pay per CBM; good for small/trial orders.
Admin One B/L, one container; simpler docs. HBL, CFS docs, multiple parties; more coordination.

Wann FCL, wann LCL?

Wir beobachten, dass viele belgische Importeure ab einem Volumen von 12–15 cbm oder bei Bedarf nach stabilen Kosten auf FCL umsteigen. LCL ist beliebt bei Produkteinführungen, Mustersendungen oder kleinen Nachbestellungen – allerdings muss man mit weniger planbaren Kosten und Laufzeiten rechnen. Sind Ihre Waren empfindlich, hochwertig oder benötigen besondere Behandlung, ist FCL fast immer die sicherere Wahl. Für regelmäßige Nachschübe oder kleine E-Commerce-Bestellungen bietet LCL Flexibilität – holen Sie aber immer ein detailliertes All-in-Angebot ein.

Mehr zur Auswahl des Transportmodus finden Sie unter So wählen Sie die richtige Versandart und Tür-zu-Tür vs. Hafen-zu-Hafen.

Was kostet Seefracht wirklich? (Belgische MwSt, Zölle und versteckte LCL-Gebühren)

Die Seefrachtkosten bestehen nicht nur aus dem Frachttarif. In Belgien kommen 21% MwSt (BTW/TVA) auf den Einfuhrwert hinzu, und sowohl FCL- als auch LCL-Sendungen verursachen Hafengebühren, Zollabgaben und – speziell bei LCL – Konsolidierungs- und Dekonsolidierungsgebühren. Für bestimmte chinesische Produkte können Antidumpingzölle anfallen, und Holzverpackungen müssen den ISPM-15-Standard erfüllen.

Überblick: MwSt und Einfuhrzölle

Das belgische Mehrwertsteuersystem erhebt 21% auf den CIF-Wert zuzüglich Zoll und aller abgabenpflichtigen Kosten. Die Abwicklung erfolgt durch den FOD Financiën (Föderaler Öffentlicher Dienst Finanzen) oder den belgischen Zoll bei der Einfuhrabfertigung. Die Höhe der Einfuhrzölle richtet sich nach HS-Code, Ursprungsland und EU-Antidumpingmaßnahmen. Für die meisten Konsumgüter liegen die Zölle zwischen 0–12%, für einige chinesische Produkte gelten zusätzliche EU-Zuschläge.

So berechnet sich der Einstandspreis in Belgien:

KostenbestandteilGilt für FCLGilt für LCLTypischer Bereich
SeefrachtJaJa€1.500–€3.000 (FCL) / €50–€120 pro CBM (LCL)
AbgangsgebührenJaJa€200–€400 (FCL) / €35–€80 pro CBM (LCL)
Belgische HafengebührenJaJa€250–€550 (FCL) / €40–€120 pro CBM (LCL)
ZollabfertigungJaJa€150–€350 (beide)
MwSt (BTW/TVA)JaJa21% des Einstandswerts
ZollJaJaVariabel (0–12%+; Antidumping möglich)
ISPM-15-KostenJaJa€200–€500 pro Sendung (bei Holzverpackung)

Für ausführliche Berechnungen zu Zöllen und MwSt siehe Belgien: Einfuhrabgaben und Steuern.

LCL: Kostenfallen im Detail

LCL-Angebote wirken auf den ersten Blick oft attraktiv – niedrige CBM-Preise, flexible Mengen – doch die tatsächlichen Kosten können schnell steigen. Belgische Häfen berechnen CFS-Gebühren (Container Freight Station) für die Dekonsolidierung, und es gibt meist einen Mindestberechnungswert (oft 1–2 cbm). Zielgebühren (THC, Delivery Order, Dokumentation) liegen pro CBM meist höher als bei FCL. Verteilt sich Ihre Ware auf mehrere Paletten oder ist Spezialhandling nötig, entstehen weitere Zusatzkosten.

Wir haben erlebt, dass LCL-Sendungen unter 3 cbm nach Addition aller belgischen Hafen- und Zollgebühren fast so teuer sind wie ein halbvoller FCL. Fordern Sie daher immer ein detailliertes Angebot an, das Abgang, Seefracht und Zielkosten inklusive MwSt und Zoll abdeckt.

(Belgien)
FCL
LCL

Mehr zu versteckten Kosten finden Sie unter Risiken beim DDP-Versand und Vergleich DAP vs DDP.

FCL vs LCL: Kostenvergleich

Der Umstiegspunkt auf FCL liegt in Belgien meist bei 12–15 cbm. Darüber hinaus ist FCL dank Pauschalpreis und niedrigerer CBM-Gebühren günstiger und besser kalkulierbar. Darunter bietet LCL Flexibilität – sofern Sie die zusätzlichen Handlingschritte und mögliche Verzögerungen akzeptieren.

Volumen (CBM)FCL (all-in, €)LCL (all-in, €)
3~€800–1.200€750–1.350
10€1.300–2.000€1.400–2.100
15€1.800–2.800€2.000–2.900
33 (20’)€2.400–3.600€3.500–4.500

Diese Werte sind Richtwerte – die tatsächlichen Kosten hängen von Saison, Reederei und belgischem Zielhafen ab. Für aktuelle Angebote siehe beste Seefrachtrouten.

Laufzeiten von China nach Belgien (realistische Port-to-Port-Erwartungen)

Die Laufzeit ist für belgische Importeure ein entscheidender Faktor. FCL-Abfahrten von Shanghai nach Antwerpen oder Zeebrugge dauern 28–34 Tage von Hafen zu Hafen. LCL-Sendungen nehmen denselben Seeweg, benötigen aber zusätzliche Zeit für die Sammelgutbildung in China und die Entladung in Belgien.

FCL-Laufzeiten (Shanghai nach Antwerpen/Zeebrugge)

Direkte FCL-Abfahrten von Shanghai nach Antwerpen und Zeebrugge erfolgen wöchentlich, mit Laufzeiten von 28–32 Tagen nach Antwerpen und 28–33 Tagen nach Zeebrugge. Nach Gent (North Sea Port) gibt es weniger Verbindungen, meist über Antwerpen, mit 30–34 Tagen Laufzeit.

StreckeLaufzeit (Tage)Frequenz
Shanghai–Antwerpen28–32Wöchentlich
Shanghai–Zeebrugge28–33Wöchentlich
Shanghai–Gent (via Antwerpen)30–34Weniger häufig

Für die Routenplanung siehe Die besten Seefrachtrouten nach Belgien.

LCL-Laufzeiten und Verzögerungen

LCL verläuft nach demselben Port-to-Port-Plan, allerdings kommen 2–6 Tage für die Konsolidierung am Ursprung und die Dekonsolidierung am Ziel hinzu. Hafenüberlastung, Feiertagsschließungen und hohe Auslastung der CFS in Belgien können die Gesamtlaufzeit auf 28–40 Tage erhöhen. Bei unvollständigen Dokumenten oder Zollkontrollen kann die Abfertigung zusätzlich 3–7 Tage dauern.

Mehr zum Thema Nachlauf nach Ankunft im Hafen finden Sie im Belgien Last-Mile-Delivery Guide.

Welchen belgischen Hafen sollten Sie nutzen? (Antwerpen, Zeebrugge, Gent im Überblick)

Die Wahl des belgischen Hafens beeinflusst Kosten, Geschwindigkeit und Nachlauf. Jeder Hafen hat seine Stärken – und Ihr Zielgebiet kann den Ausschlag geben.

Hafen Antwerpen im Überblick

Antwerpen ist Belgiens größter Seehafen und bedient Flandern, Brüssel und Nordbelgien. Er ist der Hauptumschlagplatz für FCL und LCL mit wöchentlichen Abfahrten und zügiger Zollabfertigung. Antwerpen ist ideal für allgemeine Ladung, Containerware und Sendungen mit Ziel Zentralbelgien.

Hafen Zeebrugge im Überblick

Zeebrugge ist spezialisiert auf Automotive, temperaturempfindliche Waren und Küstenlieferungen. Der Hafen punktet bei Kühlcontainern und bietet direkten Zugang zu Westflandern und Brügge. Wöchentliche Abfahrten aus China sind Standard, allerdings kann die LCL-Dekonsolidierung langsamer als in Antwerpen sein.

Hafen Gent (North Sea Port) im Überblick

Gent (North Sea Port) eignet sich besonders für Industriegüter und Ostflandern. Direkte Abfahrten aus China sind selten – die meisten Sendungen laufen über Antwerpen. Liegt Ihr Werk oder Lager im Industriegebiet von Gent, sparen Sie beim Nachlauf.

Mehr Details finden Sie unter EUR/EPAL Palettenanforderungen und im Vergleich der belgischen Häfen.

Zoll, Mehrwertsteuer und Dokumente in Belgien (PLDA, EORI und Pflichtunterlagen)

Die belgische Zollabfertigung läuft elektronisch – Fehler kosten jedoch schnell mehrere Tage. Sie benötigen eine EORI-Nummer, müssen die ENS (Entry Summary Declaration) über ICS2 vor Ankunft des Schiffs einreichen und nutzen für die Abfertigung die PLDA (Paperless Customs & Excise)-Plattform.

Elektronische PLDA-Abfertigung

Der belgische Zoll arbeitet für alle Importanmeldungen mit PLDA. Die Dokumente werden elektronisch eingereicht, die Freigabe erfolgt bei vollständigen Unterlagen in der Regel innerhalb von 24–72 Stunden. Bei Zollkontrollen oder fehlenden Dokumenten sind Verzögerungen von 3–7 Tagen möglich.

EORI-Registrierung

Jeder Importeur benötigt eine EORI (Economic Operators Registration and Identification)-Nummer, die vom belgischen Zoll vergeben wird. Die Registrierung ist kostenlos und dauert 1–5 Werktage. Ohne EORI bleibt Ihre Ware im Hafen stehen.

ICS2-Voranmeldung

ICS2 (Import Control System 2) verlangt eine ENS (Entry Summary Declaration) vor Ankunft des Schiffs. Versäumnisse führen zu Zollstopps oder Bußgeldern. Ihr Spediteur oder Zollagent übernimmt die Meldung, aber Sie tragen die Verantwortung, dass alles erledigt ist.

Incoterms und Mindestdokumente

Incoterms regeln Kosten und Verantwortlichkeiten – auch für die Zollabwicklung. Für FCL/LCL nach Belgien sind FOB, FCA, DAP und DDP gängig. Mindestens erforderlich sind:

  • Handelsrechnung
  • Packliste
  • Konnossement
  • EORI-Nummer
  • CE-Konformitätsnachweise (sofern vorgeschrieben)
  • ISPM-15-Zertifikat für Holzverpackungen

Wer ist wofür zuständig? — Übersicht

Zuständigkeit EXW FOB CIF DDP
Ausfuhrabfertigung (China) Käufer Verkäufer Verkäufer Verkäufer
Frachtbuchung Käufer Käufer Verkäufer Verkäufer
Haupttransportkosten Käufer Käufer Verkäufer Verkäufer
Transportversicherung Käufer Käufer Seller (min.) Verkäufer
Einfuhrabfertigung (Belgien) Käufer Käufer Käufer Verkäufer
Zölle & Einfuhrumsatzsteuer Käufer Käufer Käufer Verkäufer
Inlandszustellung Käufer Käufer Käufer Verkäufer
Risikoübertragung bei Werkstor Schiffsreling Zielhafen Beim Käufer

Mehr zum Ablauf finden Sie im PLDA-Zollabfertigungsleitfaden Belgien und im Vergleich EXW vs FOB.

Belgien-spezifische Zertifizierungen und Palettenstandards (CE-Kennzeichnung, ISPM-15, EUR/EPAL)

Belgien setzt die EU-Konformität und strenge Palettenstandards konsequent durch. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, drohen Ablehnung im Lager oder Quarantäne durch den Zoll.

CE-Kennzeichnung und EU-Konformität

Elektrische, elektronische und Konsumgüter benötigen die CE-Kennzeichnung (Niederspannungsrichtlinie, EMV, RoHS). Für Chemikalien gilt die REACH-Registrierung. Prüfung und Zertifizierung dauern meist 4–12 Wochen und kosten 2.000–15.000 € pro Artikelnummer.

Weitere Hinweise finden Sie unter CE-Kennzeichnung, REACH und RoHS in Belgien.

ISPM-15 für Holzverpackungen

Holzverpackungen aus China müssen ISPM-15-behandelt und zertifiziert sein. Der belgische Zoll und die FAVV kontrollieren streng – nicht-konforme Paletten werden unter Quarantäne gestellt oder vernichtet. Behandlung und Zertifizierung verursachen 200–500 € pro Sendung und benötigen 1–2 Wochen.

Anforderungen an EUR/EPAL-Paletten

Belgische Lagerhäuser erwarten EUR/EPAL-Paletten 800x1200 mm. US-Paletten im 48x40-Zoll-Format werden, besonders in automatisierten Anlagen, oft abgelehnt. Stimmen Sie die Palettenspezifikation immer mit Ihrem belgischen Empfänger ab.

PalettentypMaßeISPM-15 erforderlichAkzeptanz in Belgien
EUR/EPAL800x1200 mmJaStandard
US 48x40-inch1219x1016 mmJaKann abgelehnt werden

Mehr dazu im EUR/EPAL-Palettenratgeber.

Typische Fehler belgischer Importeure (und wie Sie sie vermeiden)

Belgien birgt einige Fallstricke für Importeure – die meisten lassen sich mit guter Vorbereitung umgehen. Das sind die häufigsten Fehler:

Nicht-standardisierte Palettengrößen

US- oder asiatische Palettenformate führen zur Ablehnung im Lager. Belgische Distributionszentren, vor allem automatisierte, verlangen EUR/EPAL 800x1200 mm. Bei abweichenden Paletten entstehen Umstapelgebühren oder die Annahme wird verweigert.

Fehlende EORI- oder ENS-Anmeldungen

Wer keine EORI-Nummer beantragt oder die ENS (Entry Summary Declaration) vor Schiffsankunft einreicht, riskiert Zollstopps. Besonders Ersteinführer in Belgien machen diesen Fehler. Prüfen Sie, dass Ihr Spediteur diese Formalitäten übernimmt.

Falsche Berechnung der Mehrwertsteuer

Die belgische Mehrwertsteuer beträgt 21 % auf den gesamten Einfuhrwert inklusive Fracht, Zoll und aller abgabepflichtigen Kosten. Viele Importeure vergessen Gebühren am Ursprungs- und Zielort, was zu Nachzahlungen und Prüfungen führt.

Übersehene Antidumpingzölle

Für bestimmte chinesische Waren gelten EU-Antidumpingzölle – teils bis zu 50 %. Prüfen Sie vor Versand immer Ihre HS-Codes nach EU-Vorgaben.

Fehlende ISPM-15-Behandlung

Holzverpackungen ohne ISPM-15-Zertifikat werden vom belgischen Zoll und der FAVV unter Quarantäne gestellt oder vernichtet. Ein teurer und leicht vermeidbarer Fehler.

Weitere Hinweise finden Sie in der Belgien Import-Checkliste und zu Versicherungsfallen bei Fracht.

Fazit für Belgien: FCL oder LCL? (Schnellentscheidung)

FCL empfiehlt sich ab 15 cbm, für empfindliche Waren oder wenn Sie Kosten- und Terminsicherheit benötigen. LCL ist für kleinere Volumen geeignet, bringt aber höhere Kosten pro CBM und mögliche Verzögerungen an belgischen Häfen mit sich. Nutzen Sie immer Standard-EUR/EPAL-Paletten, ISPM-15-zertifiziertes Holz und achten Sie auf vollständige EORI- und ENS-Anmeldungen.

Prüfen Sie vor der Buchung Ihre Gesamtkosten, die Einhaltung von CE-Kennzeichnung und ISPM-15 sowie die Palettenvorgaben Ihres belgischen Empfängers. Für ein schnelles Komplettangebot nutzen Sie unser Belgien-Anfrageformular.

Ausführliche Vergleiche und nächste Schritte finden Sie unter Versandart wählen, Tür-zu-Tür vs. Hafen-zu-Hafen und im Leitfaden zu belgischen Einfuhrabgaben und Steuern.

Mit vorausschauender Planung sparen Sie Zeit, Geld und umgehen typische Fehler beim Belgien-Import.

ReferenzGlossar· 34 Begriffe

Suchen Sie einen Begriff oder springen Sie nach Buchstaben.

3PL
Third-Party-Logistik: Dienstleister für Lagerung, Fulfillment oder Distribution; 3PL gibt für Japan Anlieferung Label-Layout, Barcode-Typ und Positionierung vor.
all-in
Angebot, das alle Hauptkosten (z. B. Fracht, Handling, Verzollung) enthält; prüfen Sie immer, was abgedeckt ist, um keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
BTW
Belasting over de Toegevoegde Waarde – die belgische Mehrwertsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
CBM
Kubikmeter – Standardmaß für Frachtvolumen; Grundlage für LCL-Preise und Containerkapazitäten.
CE
Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
CE-Kennzeichnung
CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
CFS
Container Freight Station – Sammelstelle, an der LCL-Ladungen am Ursprung konsolidiert oder am Ziel entladen werden; bei FCA (CFS) liefert der Verkäufer lose Ware hier an, Risikoübergang bei Annahme.
CIF
Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
clearance
Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
cut-offs
Annahmeschlüsse für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu schaffen; ein verpasster Termin bedeutet meist Verzögerung oder Verschiebung auf das nächste Schiff.
DAP
Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
DDP
Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
delivery order
Dokument zur Freigabe der Ware an den Empfänger; wird am Lager zwingend benötigt, muss mit B/L und physischer Ware übereinstimmen.
door-to-door
Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
EORI
Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
EORI-Nummer
EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
EXW
Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
FAVV
Federaal Agentschap voor de Veiligheid van de Voedselketen – Belgiens Behörde für Lebensmittelsicherheit, zuständig für Importkontrollen bei Lebensmitteln.
FCA
Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
FCL
Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
FOB
Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
Incoterms
Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
ISPM-15
ISPM 15: Internationaler Standard für die Behandlung von Holzverpackungen (z. B. Paletten), um Schädlingsbefall zu verhindern.
last-mile
Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
LCL
Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
Mehrwertsteuer
Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
MWST
Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
PLDA
Paperless Douane & Accijnzen – das belgische elektronische System für Zoll- und Verbrauchsteueranmeldungen im Im- und Export.
port-to-port
Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
REACH
REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
RoHS
RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
THC
Terminal Handling Charge: Gebühr für das Be- und Entladen von Containern am Hafenterminal. Am Ursprung zahlt bei EXW der Käufer, bei FOB der Verkäufer; am Zielort immer der Käufer.
TVA
Taxe sur la Valeur Ajoutée: Französische Mehrwertsteuer, Standardsatz 20 %, wird bei der Einfuhr vom Zoll erhoben.
Zoll
Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.