In diesem Leitfaden
- FCL-Seefracht-Cut-off in Hamburg/Bremerhaven ist 24–48 Stunden vor Schiffsankunft.
- ENS (Entry Summary Declaration) muss laut EU ICS2 vor Ankunft eingereicht werden.
- EORI-Registrierung für Importeur:innen dauert 3–5 Werktage und ist Pflicht für die Zollabfertigung.
- Nicht-ISPM 15-konforme Paletten führen zu Rückhaltung oder Rücksendung an deutschen Häfen.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · Ein verpasster Cut-off in China kann bedeuten, dass Ihre Sendung nach Deutschland tagelang – oder sogar eine ganze Woche – feststeckt. Das ist nicht nur verlorene Transportzeit, sondern zieht eine Kette von Verzögerungen, Umbuchungsgebühren, Lagerkosten und dem Aufwand nach sich, neue voraussichtliche Ankunftszeiten zu organisieren. Egal, ob Sie eine einzelne Palette per Sammelladung (LCL) oder einen kompletten Container (FCL) verschiffen: An deutschen Seehäfen und Flughäfen werden Cut-off-Zeiten strikt kontrolliert – und der Engpass entsteht fast immer bereits am Versandort. Das eigentliche Risiko? Viele Verlader wissen nicht, dass die deutschen Cut-offs strenger sind als an den meisten asiatischen Häfen und zusätzlich durch Regularien wie ENS/ICS2-Anmeldung, EORI-Prüfung und ISPM 15-Vorschriften ergänzt werden. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Cut-offs entscheidend sind, wer sie steuert und wie Sie rückwärts vom ETD planen, damit Ihre Ware dann verschifft wird, wenn Sie es brauchen – und nicht, wenn das Terminal es vorgibt. Für weiterführende Informationen empfehlen wir unseren umfassenden Deutschland-Versandleitfaden, die Buchungsfristen und den Versandkalender für saisonale und Feiertags-Termine.
Wie funktionieren deutsche Cut-off-Zeiten wirklich? (Wichtige Fakten für Verlader)
Wer von China nach Deutschland verschifft, muss wissen: Die logistische Uhr tickt schon lange, bevor die Ware das Werk verlässt. Je nach Transportart – See, Luft, Bahn – gelten unterschiedliche Cut-offs, und deutsche Häfen wie Hamburg und Bremerhaven sind für ihre strenge Einhaltung bekannt. Anders als an manchen asiatischen Häfen gibt es in Deutschland keine Kulanz bei verspäteten Anlieferungen. Der Cut-off ist kein Richtwert, sondern eine harte Grenze – wer zu spät kommt, muss auf die nächste Abfahrt, den nächsten Flug oder Zug warten.
Hier die wichtigsten Transportarten im Überblick:
Seefracht (FCL) Cut-off
Für Komplettcontainer (FCL) gilt am CY (Container Yard) in Hamburg oder Bremerhaven meist ein Cut-off von 24–48 Stunden vor Schiffsankunft. Bis dahin muss Ihr Container am Terminal angeliefert und abgefertigt sein. Kommt Ihr LKW in einen Stau oder fehlen Dokumente, ist das Zeitfenster schnell verpasst. Die Terminals sind unerbittlich: Wer zu spät kommt, wird auf den nächsten Schiffstermin verschoben – das bedeutet oft eine Woche Verzögerung und zusätzliche Lagerkosten. Mehr zu CY-Prozessen finden Sie unter FCL vs LCL für Deutschland.
Seefracht (LCL) Cut-off
Bei Sammelladungen (LCL) liegt der CFS (Container Freight Station) Cut-off noch früher: 3–5 Tage vor Schiffsabfahrt ab China. Ihre Ware muss rechtzeitig angeliefert, sortiert und in den Sammelcontainer verladen werden. CFS-Betreiber bündeln die Fracht für Europa – wer den Cut-off verpasst, muss auf die nächste Konsolidierungsrunde warten. Tipps zur Vermeidung von LCL-Engpässen finden Sie in unserem Leitfaden zu Abholung und Vorlauf.
Luftfracht Cut-off
Bei Luftfracht ist das Zeitfenster eng: 4–6 Stunden vor planmäßigem Abflug. Am Flughafen Frankfurt gibt es tägliche Flüge aus Shenzhen, Shanghai und Guangzhou, aber die Fracht muss angeliefert, geprüft und die Dokumente eingereicht sein, bevor das Luftfrachtterminal schließt. Wer zu spät kommt, muss teuer umbuchen. Für dringende Sendungen lohnt sich der Vergleich Luftfracht vs Express, um das passende Transportmittel zu wählen.
Bahnfracht Cut-off
Die Bahn ist eine wichtige Option für zeitkritische China-Deutschland-Sendungen. Der Cut-off am Bahnteminal liegt 1–2 Tage vor Zugabfahrt ab China. Die Korridore Chengdu–Hamburg und andere fahren 2–3 Mal pro Woche, aber die Fracht muss vorab verladen, verzollt und die Frachtbriefe eingereicht werden. Details zu den besten Bahnverbindungen finden Sie unter beste Routen nach Deutschland.
Annahmeschluss Deutschland
Cut-off → who controls → common failure
| CY Gate-In (FCL) | Port operator | Tor geschlossen → auf nächste Abfahrt verschoben |
| CFS receiving (LCL) | CFS operator | Late drop → missed consolidation |
| Air terminal | Flughafen-Frachtterminal | Late drop → rebooking required |
| Rail terminal | Rail operator | Late arrival → next train only |
Plan backward from ETD
Set your sailing date, mode, and origin — get the deadlines to ship to Germany.
Your timeline (earliest to latest)
Hit each deadline to make sailing on Wed, 11 Nov 2026
Cargo ready at factory
Mon, 2 Nov 2026
Packed, labelled, CBM confirmed
Pickup (truck to CFS)
Tue, 3 Nov 2026
Supplier releases; truck to CFS
SI / docs cut-off
Tue, 3 Nov 2026
B/L data: consignee, marks, HS, weights
CFS receiving
Thu, 5 Nov 2026
Cargo at CFS for consolidation
Times are indicative. Confirm actual cut-offs with your forwarder.
Wichtig zu wissen: Die Cut-off-Zeiten in Deutschland sind meist strenger als an den meisten Ursprungshäfen. Wer flexible Fristen gewohnt ist, erlebt oft eine böse Überraschung – verspätete Fracht wird verschoben, nicht verhandelt.
Was jeder Cut-off konkret bedeutet (klare Definitionen für Deutschland)
Es reicht nicht, die Cut-off-Zeiten zu kennen. Sie müssen wissen, was jede Frist auslöst und wie die deutschen Vorschriften zusätzlich greifen.
Terminalschluss (FCL)
Der CY-Cut-off ist der letztmögliche Zeitpunkt, zu dem Ihr Container am Terminal angeliefert und zur Verladung akzeptiert wird. In Hamburg und Bremerhaven wird dies streng kontrolliert. Trifft Ihr Container nach dem Cut-off ein, wird er nicht mehr angenommen und muss bis zur nächsten Abfahrt kostenpflichtig eingelagert werden. Bei Haus-zu-Haus- vs. Hafen-zu-Hafen-Versand sollten Sie den Gate-in-Plan Ihres Spediteurs prüfen.
CFS-Annahmeschluss (LCL)
LCL-Sendungen müssen bereits einige Tage vor Schiffsabfahrt beim CFS angeliefert werden. Nach dem Cut-off schließt der Betreiber die Annahme, sortiert die Ware und baut den Sammelcontainer. Verspätete Fracht wird nicht mehr angenommen – Ihre Sendung wandert in die nächste Konsolidierung. Tipps zur Verpackung vor CFS-Abgabe finden Sie unter Feuchtigkeitsschutz bei LCL.
ENS/ICS2-Anmeldefrist
Für alle Sendungen nach Deutschland ist die ENS (Entry Summary Declaration) über die EU-weite ICS2-Plattform vorgeschrieben. Diese Anmeldung muss vor Ankunft der Ware im deutschen Hafen oder Flughafen erfolgen – meist durch Ihren Spediteur, aber Sie müssen die korrekten Daten liefern. Verspätete oder fehlende Anmeldung führt zu Zollstopps und Verzögerungen. Details zur Einhaltung finden Sie im ATLAS-Zollabfertigungsleitfaden.
Dokumenten- / SI-Cut-off
Shipping Instructions (SI) und finale Dokumente (Handelsrechnung, Packliste, Frachtbrief) müssen vor dem Cut-off eingereicht werden. Bei Seefracht meist 24–48 Stunden vor Abfahrt, bei Luftfracht unter 6 Stunden. Fehlen die SI, wird Ihre Fracht nicht verladen – siehe EXW vs FOB und FCA vs FOB für die Dokumentationspflichten.
Paletten- und Verpackungsvorschriften
Deutschland verlangt ISPM 15 für alle Holzverpackungen aus China. Nicht-konforme Paletten werden beim Zoll angehalten oder zurückgeschickt. Akzeptierte Standards finden Sie im EUR/EPAL-Palettenleitfaden. Die Palettenkonformität ist Voraussetzung vor dem Cut-off: Ohne zertifizierte Paletten kommt Ihre Sendung nicht durch den deutschen Zoll.
Schnellübersicht:
| Cut-off-Typ | Typische Frist | Verantwortlich | Risiko bei Verpassen |
|---|---|---|---|
| FCL CY Gate-in | 24–48h vor Schiffsankunft | Terminalbetreiber | Verschiebung auf nächste Abfahrt |
| LCL CFS Annahme | 3–5 Tage vor Schiffsabfahrt | CFS-Betreiber | Verpasste Konsolidierung |
| Luftfrachtterminal | 4–6h vor Abflug | Flughafenterminal | Teure Umbuchung |
| Bahnterminal | 1–2 Tage vor Zugabfahrt | Bahnbetreiber | Warten auf nächsten Zug |
| ENS/ICS2-Anmeldung | Vor Ankunft in Deutschland | Spediteur/Zoll | Zollstopp |
| SI/Dokumentenabgabe | 24–48h vor Abfahrt (See) | Spediteur/Lieferant | Keine Verladung |
| ISPM 15 Palettencheck | Vor der Verpackung | Lieferant/Spediteur | Zollstopp/Rücksendung |
Wer kontrolliert Fristen in Deutschland (und wo Verlader ins Stolpern geraten)
Deutsche Seehäfen und Flughäfen zählen zu den effizientesten in Europa – aber sie dulden keine verspäteten Anlieferungen oder unvollständige Dokumente. Wer weiß, wer welche Fristen setzt und kontrolliert, vermeidet Rollovers und Zollstopps.
Terminalbetreiber und Cut-off-Überwachung
Die Betreiber der Häfen Hamburg und Bremerhaven legen die CY- und CFS-Cut-offs fest. Diese Termine werden zu jeder Abfahrt veröffentlicht und am Gate strikt kontrolliert. Das Terminalpersonal nimmt keine verspäteten Container oder Sammelladung (LCL) an – es gibt keinerlei Kulanz. Verzögerungen am Terminal wirken sich auch auf die Zustellung auf der letzten Meile in Deutschland aus.
Deutscher Zoll (Zoll) und ATLAS
Der deutsche Zoll nutzt das elektronische System ATLAS zur Abfertigung. Die Anmeldedaten müssen vorab eingereicht werden; ATLAS prüft auf ENS/ICS2-Konformität, EORI-Registrierung und Palettenzertifizierung. Bei fehlenden oder fehlerhaften Angaben kann der Zoll die Ware festhalten. Details zu den Anforderungen finden Sie im Leitfaden zu Einfuhrabgaben und Steuern.
Aufgaben des Spediteurs
Ihr Spediteur ist für die Übermittlung von SI und ENS/ICS2 sowie die Koordination des Gate-in am Terminal zuständig. Sie müssen jedoch korrekte Unterlagen liefern und die EORI-Registrierung bestätigen. Kommt es hier zu Fehlern, wird Ihre Sendung blockiert – das liegt nicht in der Verantwortung des Spediteurs. Prüfen Sie bei Value Added Services, was im Angebot enthalten ist.
Wer macht was:
| Frist | Verantwortlich | Typische Übergabe |
|---|---|---|
| CY/CFS Cut-off | Terminal/CFS | Spediteur/Trucker |
| ENS/ICS2 Anmeldung | Spediteur | Verlader liefert Daten |
| SI/Dokumenten-Cut-off | Spediteur | Lieferant/Verlader |
| EORI-Registrierung | Verlader | Muss vor Import gültig sein |
| ISPM 15 Kontrolle | Lieferant | Spediteur prüft |
Planung nach Transportart: LCL vs FCL vs Luft/Schiene nach Deutschland (worauf es ankommt)
Deutschlands multimodale Infrastruktur bietet viele Optionen – aber jede Transportart hat eigene Planungsregeln und Risiken. So vermeiden Sie die häufigsten Stolperfallen.
LCL (CFS) – Planungsregeln
Sammelladung (LCL) ist für kleinere Sendungen beliebt, aber die CFS-Cut-offs sind strikt. Planen Sie die Anlieferung 3–5 Tage vor Schiffsabfahrt ein, damit genügend Zeit für Sortierung, Konsolidierung und Dokumentation bleibt. Verfolgen Sie die CFS-Termine genau und kalkulieren Sie Puffer für Werksverzögerungen oder LKW-Ausfälle ein. Für Kostenvergleiche siehe FCL vs LCL für Deutschland.
FCL (CY) – Planungsregeln
Mit FCL haben Sie mehr Kontrolle, aber der CY-Cut-off ist knapp – 24–48 Stunden vor Schiffsankunft. Sie müssen LKW-Transport, Zolldokumente und Hafenanmeldung koordinieren. Ist Ihr Container nicht rechtzeitig bereit, zahlen Sie Lagergeld und verpassen das Schiff. Zu Incoterms-Rollen siehe CIF vs CIP und DAP vs DDP.
Luft- und Schienentransport – Planungstipps
Luftfracht ist am schnellsten, aber der Cut-off liegt bei 4–6 Stunden vor Abflug. Schiene liegt dazwischen – 1–2 Tage vor Zugabfahrt. Für beide Modi gilt: ENS/ICS2-Anmeldung und EORI-Prüfung müssen vor Ankunft erledigt sein. Für DDP-Versand nach Deutschland achten Sie auf vollständige Dokumente vor Abfahrt.
Vergleich der Transportarten:
| Modus | Cut-off-Fenster | Typisches Risiko | Planungstipp |
|---|---|---|---|
| FCL | 24–48h vor Ankunft | Lagergeld, Rollover | LKW frühzeitig buchen |
| LCL | 3–5 Tage vor Abfahrt | Verpasste Konsolidierung | Puffer für Werksverzögerung |
| Luft | 4–6h vor Abflug | Umbuchung, Preissprung | Dokumente vor Anlieferung fertig |
| Schiene | 1–2 Tage vor Abfahrt | Warten auf nächsten Zug | Dokumente 2 Tage vorher einreichen |
Siehe Leitfaden zur Wahl der Transportart für Unterstützung bei der Auswahl.
Der Deutschland-Faktor: Warum Cut-offs Zollabfertigung und Zustellung stärker beeinflussen als gedacht
Cut-off-Zeiten sind nicht nur entscheidend für die Verschiffung. In Deutschland hängen sie eng mit Zollabfertigung, Produktkonformität und der Zustellung auf der letzten Meile zusammen.
ENS/ICS2 und ATLAS: Die Compliance-Kette
Die Zollabwicklung beginnt in Deutschland bereits vor Ankunft der Ware. ENS/ICS2-Anmeldung ist für alle Importe Pflicht, und ATLAS prüft die Daten bei Eingang. Verspätete oder fehlerhafte Meldungen führen dazu, dass Ihre Sendung markiert und festgehalten wird. Für CE-Kennzeichnung und Produktkonformität müssen alle Zertifikate mit der ENS eingereicht werden.
EORI-Registrierung: Das richtige Timing
Eine gültige EORI-Nummer ist Voraussetzung für jede Einfuhr nach Deutschland. Die Registrierung dauert 3–5 Werktage; ohne EORI erfolgt keine Zollabfertigung. Für Antidumping-Zölle in Deutschland ist die EORI für die Verzollung erforderlich.
Paletten- und Produktzertifizierung: Typische Fehlerquellen
Die Einhaltung der ISPM 15-Vorschriften für Paletten wird beim deutschen Zoll geprüft. Nicht-konforme Paletten werden festgehalten oder zurückgesendet – Verzögerungen und Zusatzkosten sind die Folge. Für Lebensmittel und Kosmetik siehe BVL/BfR-Leitfaden.
Checkliste für die Importvorbereitung Deutschland
Diese Schritte 48–72 Stunden vor Annahmeschluss abschließen
Unverzichtbare Checkliste: Was Sie 48–72 Stunden vor deutschen Cut-offs fixieren müssen
Jede erfolgreiche Deutschland-Sendung beginnt mit einer verbindlichen Checkliste. Diese Schritte sind nicht verhandelbar – lassen Sie einen aus, bleibt Ihre Ware stehen.
ENS/ICS2-Anmeldung
Melden Sie ENS für alle Sendungen über die ICS2-Plattform mindestens 24 Stunden vor Ankunft an. Der Spediteur übernimmt das meist, aber Sie müssen exakte Frachtangaben liefern.
EORI-Nummer prüfen
Registrieren Sie Ihre EORI-Nummer 3–5 Werktage vor der Einfuhr. Der Zoll prüft die EORI bei Ankunft – ohne Nummer keine Freigabe.
ISPM 15 Palettenkontrolle
Verwenden Sie ausschließlich ISPM 15-zertifizierte Paletten. Die Markierung muss sichtbar und überprüfbar sein. Nicht konformes Holz wird festgehalten oder zurückgesendet.
Dokumenten- und SI-Bereitschaft
Bereiten Sie SI, Handelsrechnung, Packliste und Frachtbrief vor. Reichen Sie alles rechtzeitig vor dem Cut-off beim Spediteur ein. Fehler oder fehlende Dokumente führen dazu, dass Ihre Ware nicht verladen oder abgefertigt wird.
Checkliste im Überblick:
| Schritt | Frist | Risiko bei Versäumnis |
|---|---|---|
| ENS/ICS2-Anmeldung | Vor Ankunft (24h+) | Zoll hält Sendung zurück |
| EORI-Prüfung | 3–5 Tage vor Einfuhr | Keine Zollfreigabe |
| ISPM 15 Palettenkontrolle | Vor dem Verpacken | Zoll hält/retourniert Ware |
| SI/Dokumente bereit | 24–48h vor Abfahrt | Ware wird nicht verladen |
Siehe Door-to-Door vs Port-to-Port, um zu erfahren, ob die Checkliste in Ihrem Angebot enthalten ist.
Typische Fehler (echte Fails beim Deutschland-Versand)
Auf der China-Deutschland-Route sehen wir jede Woche die gleichen Fehler. Das sind die häufigsten Stolperfallen – und so vermeiden Sie sie.
Verspätete oder fehlende ENS/ICS2-Anmeldung
Viele Verlader gehen davon aus, dass der Spediteur ENS automatisch anmeldet. Kommen die Daten zu spät oder sind sie falsch, hält der Zoll die Sendung zurück. Lösung: Bestätigen Sie die ENS-Anmeldung und prüfen Sie Ihre Frachtangaben sorgfältig.
Nicht-ISPM 15-konforme Paletten
Holzverpackungen ohne ISPM 15-Zertifizierung sind einer der Hauptgründe, warum Sendungen in deutschen Häfen festgehalten oder zurückgeschickt werden. Verwenden Sie immer zertifizierte EUR-Paletten und kennzeichnen Sie diese deutlich.
EORI-Nummer nicht registriert
Importeure vergessen oft, ihre EORI zu registrieren oder gehen davon aus, dass die Nummer des Lieferanten ausreicht. Ohne Ihre eigene EORI gibt es keine Zollfreigabe. Registrieren Sie mindestens 5 Tage vor der Einfuhr.
Falsche Einschätzung der deutschen Terminal-Cut-off-Zeiten
Verlader verlassen sich auf allgemeine Cut-off-Zeiten oder veraltete Fahrpläne. Deutsche Häfen passen die Cut-offs je Abfahrt an – stimmen Sie sich immer mit Spediteur und Terminal ab.
Unvollständige SI- oder Dokumenteneinreichung
Fehlende Handelsrechnungen, Packlisten oder SI führen dazu, dass Ihre Ware nicht verladen oder abgefertigt wird. Prüfen Sie alle Dokumente vor der Einreichung doppelt.
Fazit (Deutschland-Cut-offs in einer Minute)
Deutsche Cut-off-Zeiten sind streng, werden konsequent kontrolliert und sind mit vielen Vorschriften verbunden. Damit Ihre China-Deutschland-Sendungen reibungslos laufen, planen Sie rückwärts ab ETD, fixieren Sie alle operativen und regulatorischen Fristen und prüfen Sie jedes Dokument sowie jede Registrierung sorgfältig. Lassen Sie einen Schritt aus – ENS/ICS2, EORI, ISPM 15, SI – wird Ihre Ware gestoppt, gerollt oder retourniert. Details zu Transportarten und Compliance finden Sie in unserem ausführlichen Deutschland-Versandratgeber und für individuelle Cut-off-Planung fordern Sie ein maßgeschneidertes Angebot an.
ReferenzGlossar· 36 Begriffe
Suchen Sie einen Begriff oder springen Sie nach Buchstaben.
- ATLAS
- Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- CFS
- Container Freight Station – Sammelstelle, an der LCL-Ladungen am Ursprung konsolidiert oder am Ziel entladen werden; bei FCA (CFS) liefert der Verkäufer lose Ware hier an, Risikoübergang bei Annahme.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- CIP
- Carriage and Insurance Paid To – für alle Transportarten; Verkäufer zahlt Fracht und umfassende Versicherung (oft ICC A) bis zum vereinbarten Ort; bietet höheren Schutz als CIF und ist für Luftfracht und hochwertige Güter zu empfehlen.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- consolidation
- Konsolidierung mehrerer LCL-Sendungen zu einem Container am Ursprungsort; senkt die Kosten pro CBM, verlängert aber die CFS-Abwicklung.
- cut-off
- Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
- CY
- Container Yard: Terminalbereich, in dem volle Container angenommen, gelagert und übergeben werden; bei FCA (CY) liefert der Verkäufer den gestauten Container hier an, Risikoübergang am Gate-in.
- DAP
- Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- door-to-door
- Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
- EORI
- Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
- EORI-Nummer
- EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
- ETD
- Estimated Time of Departure: Geplanter Abfahrtstermin eines Schiffs oder Flugs ab Ursprungsort.
- EXW
- Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- FOB
- Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
- gate-in
- Zeitpunkt, an dem Container oder Ladung am Terminal übernommen wird; Carrier oder Terminal stellen eine Quittung aus. Bei FCA erfolgt Risikoübergang beim Gate-in. Nach Verladung wird die On-Board-Notiz ins B/L eingetragen.
- Incoterms
- Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
- ISPM 15
- Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
- last-mile
- Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- Packing List
- Packliste: Dokument mit Aufstellung von Inhalt, Gewichten und Verpackungsart jeder Einheit; dient Zoll und Umschlag.
- pickup
- Factory collection: Abholung ab Werk per Lkw, Verladung und Transport zur CFS, CY oder zum Flughafen. Faktoren wie Entfernung, Mehrfachstopps und Versandbereitschaft beeinflussen die Kosten.
- port-to-port
- Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- rebooking
- Neuterminierung nach verpasstem Lieferfenster; löst Rebooking-Gebühr und Verzögerung aus (in Peakzeiten oft 2–3 Tage).
- RoHS
- RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
- rollover
- Rollover: Wenn Sendungen einen Cut-off verpassen und auf die nächste Abfahrt verschoben werden. Identisch mit „roll“; bei Seefracht typischerweise +7 Tage. Besonders bei LCL- und CFS-Sendungen häufig.
- Shipping Instructions
- SI: Daten für das B/L wie Empfänger, Notify Party, Markierungen, HS Codes, Gewichte, Beschreibung. Späte SI = spätes B/L = Verzögerung bei der Freigabe in Japan.
- SI
- Shipping Instructions: Angaben für das B/L wie Empfänger, Notify Party, Markierungen, HS Codes, Gewichte, Warenbeschreibung. Verspätete SI bedeuten verspätetes B/L und führen zu Verzögerungen bei der Einfuhrabfertigung in Japan.
- SST
- Sales and Service Tax – Malaysias indirekte Steuer auf importierte Waren und Dienstleistungen, seit 2018 Nachfolger der GST.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
Kein Begriff entspricht Ihrer Suche.