In diesem Leitfaden
- Deutsche Importeure benötigen eine EORI-Nummer für die ATLAS-Zollabwicklung; die Registrierung dauert 1–3 Tage.
- Die reguläre deutsche Mehrwertsteuer beträgt 19 % und wird beim Import vom Zoll erhoben.
- Bei EXW liegt die Exportabwicklung beim deutschen Käufer, während FOB die Lieferung bis zum chinesischen Hafen abdeckt.
- Nicht ISPM 15-konforme Holzverpackungen können zur Quarantäne oder Rücksendung durch deutsche Behörden führen.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · EXW und FOB sehen auf einem Angebot oft ähnlich aus, doch für Importeure, die von China nach Deutschland verschiffen, liegt der Unterschied im Detail. Entscheidend ist, wer die Kontrolle über den Export in China hat, wann die Verantwortung auf Sie übergeht und wo versteckte Kosten oder Risiken lauern – insbesondere im Hinblick auf deutsche Einfuhrabgaben, Mehrwertsteuer und strenge Zollkontrollen in Hamburg, Bremerhaven oder Frankfurt. Wenn Sie nach Deutschland importieren, müssen Sie genau wissen, wer welche Kosten trägt, wann das Risiko übergeht und wie sich die Wahl auf Ihre gesamten Importkosten nach Berlin, München oder jede andere Stadt auswirkt. Für den vollständigen Überblick – Seefracht, Luftfracht, Bahn, Wahl des Transportmodus, Compliance und Zollabfertigung – lesen Sie unseren kompletten Deutschland-Versandratgeber.
EXW vs. FOB erklärt (Deutschland-Importe einfach verständlich)
Bevor wir auf Kosten, Risiken und Compliance eingehen, klären wir den Übergabepunkt bei jedem Incoterm – speziell für deutsche Importeure.
Was bedeutet EXW für deutsche Importeure?
EXW („ab Werk“) heißt: Der Verkäufer stellt die Ware in seinem Betrieb in China bereit. Damit endet seine Verantwortung. Sie – als deutscher Käufer – organisieren die Abholung, den LKW-Transport zum Hafen, die Exportabfertigung, den Hauptlauf und alles Weitere. EXW ist das Incoterm mit der größten Verantwortung für den Käufer bei China→Deutschland: Sie übernehmen ab Werkstor die Kontrolle. Das Angebot des Verkäufers wirkt zwar günstiger, aber Sie müssen sämtliche Logistik am Ursprungsort selbst steuern – inklusive der komplexen Exportformalitäten in China. Ohne fundierte Erfahrung oder einen starken lokalen Agenten kann EXW schnell zum logistischen Problem werden und Ihre Liefertermine verzögern.
Wie funktioniert FOB von China nach Deutschland?
FOB („frei an Bord“) bedeutet: Der Verkäufer liefert die Ware bis zum chinesischen Exporthafen (z. B. Shanghai oder Shenzhen), übernimmt die Exportabfertigung und verlädt die Ware auf das Schiff. Ab dem Moment, in dem die Ladung an Bord ist, tragen Sie die Verantwortung. Sie organisieren die Seefracht nach Deutschland, Terminal Handling Charges (THC) in Hamburg oder Bremerhaven, die ATLAS-Zollabfertigung, die Mehrwertsteuer und die Zustellung zum Endkunden. FOB ist das gängigste Incoterm für Seefracht nach Deutschland: Der Verkäufer übernimmt die komplexen Aufgaben am Ursprungsort, Sie konzentrieren sich auf Hauptlauf und deutsche Importlogistik – was Sie bei EXW ohnehin erledigen müssten.
Wer ist wofür zuständig? — Übersicht
| Zuständigkeit | EXW | FOB | CIF | DDP |
|---|---|---|---|---|
| Ausfuhrabfertigung (China) | Käufer | Verkäufer | Verkäufer | Verkäufer |
| Frachtbuchung | Käufer | Käufer | Verkäufer | Verkäufer |
| Haupttransportkosten | Käufer | Käufer | Verkäufer | Verkäufer |
| Transportversicherung | Käufer | Käufer | Seller (min.) | Verkäufer |
| Einfuhrabfertigung (Deutschland) | Käufer | Käufer | Käufer | Verkäufer |
| Zölle & Einfuhrumsatzsteuer | Käufer | Käufer | Käufer | Verkäufer |
| Inlandszustellung | Käufer | Käufer | Käufer | Verkäufer |
| Risikoübertragung bei | Werkstor | Schiffsreling | Zielhafen | Beim Käufer |
Wichtige Punkte für Deutschland:
- EXW: Der Käufer muss die Exportabfertigung in China organisieren (nicht nur die Abholung).
- FOB: Der Verkäufer übernimmt Lieferung zum Hafen und Exportformalitäten; der Käufer übernimmt ab Verladung aufs Schiff.
Für Importeure, die neu im Deutschland-Geschäft sind, ist FOB meist sicherer und planbarer. Erfahrene Einkäufer mit eigenem Team in China können mit EXW Kosten sparen – aber nur, wenn sie das Prozedere beherrschen.
Wer übernimmt Export- und Importabfertigung? (ATLAS, EORI und die Zollfalle)
Deutsche Importeure stehen vor besonderen Zollanforderungen, insbesondere durch das verpflichtende ATLAS-System und die EORI-Registrierung. Der Unterschied zwischen EXW und FOB betrifft nicht nur die Kosten – sondern auch, wer was und wann erledigt.
Exportabfertigung: Wer macht was bei EXW vs. FOB?
Bei EXW liegt die Verantwortung für die Exportabfertigung in China beim deutschen Importeur. Das wird oft falsch verstanden: Der Verkäufer reicht keine Ausfuhranmeldung ein und kümmert sich nicht um den chinesischen Zoll. Ohne lokalen Agenten oder Spediteur kann Ihre Ware tagelang oder sogar wochenlang im Werk oder Hafen festhängen.
Bei FOB übernimmt der Verkäufer diese Aufgabe. Er erledigt die Exportpapiere, bezahlt den Transport zum Hafen und sorgt dafür, dass die Ware exportklar ist. Sie übernehmen ab dem Moment, in dem die Ladung aufs Schiff verladen ist.
| Schritt | EXW (Käufer) | FOB (Verkäufer) |
|---|---|---|
| Abholung ab Werk | ✔ | |
| Exportabfertigung China | ✔ | ✔ |
| Lieferung zum Hafen | ✔ | ✔ |
| Verladung aufs Schiff | ✔ | |
| Seefracht | ✔ | ✔ |
| Importabfertigung (DE) | ✔ | ✔ |
Fazit: Bei EXW müssen Sie die Exportformalitäten selbst übernehmen – sonst drohen Verzögerungen. Bei FOB erledigt das der Verkäufer.
Importabfertigung in Deutschland: ATLAS und EORI im Überblick
Unabhängig vom gewählten Incoterm liegt die Zollabfertigung in Deutschland immer in Ihrer Verantwortung. Deutschland nutzt das elektronische ATLAS-System für alle Importe. Vor Ankunft Ihrer Ware benötigen Sie zwingend eine EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) – ohne Ausnahme. Die Registrierung dauert 1–3 Werktage, und ohne EORI bleibt Ihre Sendung im Hafen stehen.
Für die Zollanmeldung ist vorab eine Entry Summary Declaration (ENS) erforderlich, und die Abfertigung dauert bei vollständigen Unterlagen meist 1–3 Tage. Details zum Ablauf finden Sie in unserem ATLAS-Zollratgeber.
Warum EXW für deutsche Importeure problematisch sein kann
Viele deutsche Käufer wählen EXW wegen eines niedrigeren Angebotspreises und merken zu spät, dass sie die Exportabfertigung in China selbst organisieren müssen. Fehlt die Erfahrung beim Spediteur oder ist das Werk nicht kooperativ, kann Ihre Ware tagelang festhängen, Lagerkosten verursachen oder Abfahrten verpassen. Wir erleben immer wieder, dass Importeure Wochen verlieren, weil sie ihre Rolle bei EXW falsch einschätzen.
- Bei EXW muss der deutsche Importeur die Exportabfertigung in China organisieren. Ohne diese verlässt die Ware das Land nicht.
- FOB ist für die meisten Importeure sicherer: Der Verkäufer übernimmt die chinesischen Exportformalitäten.
- Stellen Sie immer sicher, dass Ihr Spediteur EXW-Abholungen und Exportprozesse abwickeln kann.
Wer zahlt was? (Kostenaufteilung von China nach Deutschland)
Der gewählte Incoterm bestimmt, ab wann und für welche Transportabschnitte Sie zahlen – vom Werkstor in China bis zu Ihrem Lager in Deutschland. Sehen wir uns an, wie sich die Kosten je nach Bedingung verteilen.
Kostenkette: Vom Werk in China bis zu Ihrem deutschen Lager
So sieht die typische Kostenstruktur für Sendungen China→Deutschland aus, egal ob per Seefracht, Luftfracht oder Bahn:
- Abholung beim Hersteller in China
- Ausfuhrabfertigung (chinesischer Zoll)
- Lkw-Transport zum Hafen oder Flughafen
- Umschlag und Verladung im Hafen (THC)
- Hauptlauf (See, Luft, Bahn)
- Umschlag im Ankunftshafen (Hamburg, Bremerhaven, Frankfurt)
- Einfuhrabfertigung (ATLAS, EORI)
- Einfuhrzölle und Umsatzsteuer
- Zustellung bis ins Lager (letzte Meile)
Für eine detaillierte Aufschlüsselung nach Transportart siehe FCL vs LCL Kostenvergleich und Luftfracht vs Express.
EXW-Kostenverantwortung (China→Deutschland)
Bei EXW trägt der deutsche Importeur sämtliche Kosten: Abholung beim Werk, Ausfuhrabfertigung, Zustellung zum Hafen und Hauptlauf. Gerade die Organisation vor Ort – wie Exportagenten oder lokale Spediteure – kann mehrere Hundert bis Tausende Euro zusätzlich kosten.
FOB-Kostenverantwortung (China→Deutschland)
FOB verlagert die originären Kosten auf den Verkäufer. Dieser übernimmt Ausfuhrabfertigung, Lkw-Transport und Hafenumschlag. Sie als Importeur zahlen für den Hauptlauf, Umschlag in Deutschland, Einfuhrabfertigung, Steuern und die Zustellung.
| Kostenpunkt | EXW (Käufer) | FOB (Verkäufer) |
|---|---|---|
| Abholung | ✔ | |
| Ausfuhrabfertigung | ✔ | ✔ |
| Zustellung Hafen | ✔ | ✔ |
| Verladung | ✔ | |
| Hauptlauf | ✔ | ✔ |
| Umschlag in Deutschland | ✔ | ✔ |
| Einfuhrabfertigung (DE) | ✔ | ✔ |
| Steuern & Zölle | ✔ | ✔ |
| Letzte Meile | ✔ | ✔ |
FOB beinhaltet keine Lieferung bis zu Ihrer Adresse in Deutschland – es endet am Schiffsrail im chinesischen Hafen.
Umsatzsteuer, Zölle und weitere deutsche Einfuhrabgaben
Alle nach Deutschland eingeführten Waren unterliegen der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), meist 19 %, die direkt bei der Einfuhr erhoben wird. Für bestimmte Warengruppen gilt der ermäßigte Satz von 7 %. Die Höhe der Zölle richtet sich nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland. Für eine genaue Kalkulation siehe Leitfaden zu Einfuhrzöllen und Steuern.
| Abgabe | Wer zahlt bei EXW/FOB |
|---|---|
| Umsatzsteuer | Importeur |
| Zoll | Importeur |
| ATLAS-Gebühren | Importeur |
| Letzte Meile | Importeur |
Unabhängig vom Incoterm: Deutsche Einfuhrabgaben liegen immer in Ihrer Verantwortung.
Wann geht das Risiko über? (Verantwortungsübergang nach deutschen Importregeln)
Die Wahl von EXW oder FOB betrifft nicht nur die Kosten, sondern auch das Risiko. Der Incoterm legt fest, ab wann Sie für Verlust oder Schäden haften.
EXW: Risiko ab Werkstor in China
Bei EXW geht das Risiko auf Sie über, sobald die Ware auf dem Gelände des Verkäufers bereitsteht. Passiert beim Abholen, beim Transport zum Hafen oder bei der Ausfuhrabfertigung etwas, tragen Sie die Verantwortung – noch bevor die Ware China verlässt.
FOB: Risiko ab Verladung im chinesischen Hafen
FOB bedeutet: Das Risiko geht auf Sie über, sobald die Ware im chinesischen Hafen auf das Schiff verladen ist. Schäden während der Seefracht oder im deutschen Hafen sind Ihr Risiko – alles, was vorher passiert, ist Sache des Verkäufers.
| Transportabschnitt | EXW Risiko (Käufer) | FOB Risiko (Käufer) |
|---|---|---|
| Abholung beim Werk | ✔ | |
| Ausfuhrabfertigung | ✔ | |
| Zustellung Hafen | ✔ | |
| Verladung Schiff | ✔ | |
| Hauptlauf (Seeweg) | ✔ | ✔ |
| Ankunft in Deutschland | ✔ | ✔ |
Was passiert bei Schäden oder Verlust auf dem Transportweg?
Tritt nach Risikoübergang ein Schaden oder Verlust ein, müssen Sie den Schaden bei Ihrer Versicherung geltend machen. Bei EXW gilt das ab Werkstor, bei FOB ab Verladung auf das Schiff. Prüfen Sie immer, dass Ihre Police den gesamten Transport abdeckt – und dass die Incoterms im Versicherungsvertrag klar geregelt sind.
Deutschland-spezifische Vorschriften und Logistik (CE-Kennzeichnung, ISPM 15 und wichtige Häfen)
Der Import nach Deutschland bedeutet mehr als nur den physischen Transport von Waren – es geht vor allem darum, strenge EU- und nationale Vorschriften einzuhalten. Wer diese Regeln missachtet, riskiert teure Verzögerungen, Zurückweisungen oder sogar rechtliche Konsequenzen.
CE-Kennzeichnung und Produktsicherheit für deutsche Importe
Deutschland verlangt die EU-weit gültige CE-Kennzeichnung für zahlreiche Produkte, darunter Elektronik, Maschinen, Spielwaren und Medizinprodukte. Fehlen die erforderlichen CE-Dokumente, kann Ihre Sendung vom Zoll oder der Marktüberwachung gestoppt werden. Die Prüfung dauert in der Regel 2–6 Wochen und kostet pro Artikelnummer zwischen 300 und 2.000 EUR oder mehr. Details finden Sie in unserem CE-Kennzeichnungs-Ratgeber.
ISPM 15: Holzverpackungen und Risiken der Zurückweisung
Holzverpackungen wie Paletten oder Kisten müssen ISPM 15 hitzebehandelt und zertifiziert sein. Fehlen die vorgeschriebenen Stempel bei Ankunft in Hamburg oder Bremerhaven, kann der Zoll die Ware unter Quarantäne stellen oder auf Ihre Kosten zurücksenden. Gerade für neue Importeure ist das ein häufiger Stolperstein. Prüfen Sie die EUR-Paletten-Standards und ISPM 15-Anforderungen vor dem Versand.
- Fehlende CE-Kennzeichnung oder Prüfberichte können zur Einfuhrsperre oder EU-weiten Rückrufen führen.
- Nicht ISPM 15-konforme Holzverpackungen bedeuten Quarantäne oder Rücksendung – mit wochenlangen Verzögerungen.
- Dual-Use-Güter benötigen vorab eine BAFA-Genehmigung; prüfen Sie die Voraussetzungen frühzeitig.
Die wichtigsten deutschen Häfen und Transitzeiten aus China
Deutschlands zentrale Umschlagpunkte:
- Hamburg Hafen: 28–35 Tage per Seefracht aus China; bedient Nord- und Mitteldeutschland.
- Bremerhaven Hafen: 28–35 Tage per Seefracht; Nordwestdeutschland.
- Frankfurt Flughafen: 2–5 Tage per Luftfracht; zentraleuropäische Drehscheibe.
- Duisburg (Bahn): 14–18 Tage; hochfrequente Zugverbindung ab Chongqing.
Für die Auswahl der besten Route und Details zu Transitzeiten siehe optimale Routen und Versandkalender.
Welcher Incoterm ist für China-Importe nach Deutschland am sinnvollsten?
Die Wahl zwischen EXW und FOB ist keine reine Formalität – sie ist strategisch. Der passende Incoterm hängt von Ihrer Organisation, Risikobereitschaft und Erfahrung mit der Abwicklung vor Ort ab.
Wann EXW für deutsche Importeure sinnvoll ist
EXW kann sich lohnen, wenn Sie ein starkes Team oder einen zuverlässigen Spediteur in China haben. Sie steuern dann jeden Schritt selbst und können Abholung, Konsolidierung und Export flexibel gestalten. Das ist vor allem bei komplexen Sendungen, mehreren Lieferanten oder erfahrenen Einkäufern von Vorteil. Ohne lokale Ressourcen und Know-how kann EXW jedoch schnell zum Risiko werden.
Wann FOB sicherer oder einfacher ist
FOB ist für die meisten deutschen Importeure der bevorzugte Incoterm. Der Verkäufer übernimmt Ausfuhrabfertigung, Anlieferung zum Hafen und Verladung – so minimieren Sie die größten operativen Risiken. Sie kümmern sich um den Hauptlauf, die Zollabfertigung in Deutschland und die Zustellung. FOB eignet sich besonders für Seefracht und für Importeure, die Wert auf planbare Abläufe und eine einfache Schadensabwicklung legen.
Entscheidungshilfe: Die wichtigsten Fragen
Überlegen Sie:
- Haben Sie einen verlässlichen Agenten oder Spediteur in China?
- Können Sie Ausfuhrabwicklung und Abholung vor Ort organisieren?
- Ist Ihr Lieferant erfahren mit deutscher Dokumentation?
- Benötigen Sie maximale Kostentransparenz oder operative Einfachheit?
Weitere Tipps finden Sie bei unseren Mehrwertdiensten für Importeure.
Typische Fehler deutscher Importeure (und wie Sie sie vermeiden)
Wir erleben immer wieder teure Fehler – die meisten lassen sich mit dem richtigen Wissen vermeiden.
Exportabfertigung in China bei EXW nicht organisiert
Bei EXW muss der deutsche Importeur die Ausfuhrabfertigung übernehmen. Ohne diese verlässt die Ware das Werk nicht. Das ist die häufigste Falle für Einsteiger.
Falsche oder fehlende EORI-Nummer führt zu Verzögerungen
Ohne gültige EORI-Nummer kann Ihre Sendung den deutschen Zoll nicht passieren. Die Registrierung dauert 1–3 Tage; fehlt sie, bleibt Ihre Ware in Hamburg oder Bremerhaven stecken.
Nichtbeachtung der CE-Kennzeichnung oder ISPM 15
Fehlende CE-Dokumente oder ISPM 15-Stempel führen zu Ablehnung, Quarantäne oder Rücksendung. Prüfen Sie die Konformität immer vor dem Versand.
Annahme, dass FOB die Lieferung bis zu Ihrer deutschen Adresse abdeckt
FOB endet am Verschiffungshafen in China – nicht an Ihrem Lager in Deutschland. Sie müssen Hauptlauf, Hafenabwicklung in Deutschland, Verzollung und Anlieferung selbst organisieren.
Deutsche Feiertage und Annahmeschlusszeiten nicht beachtet
Anlieferungen während wichtiger Feiertage (z. B. Weihnachten, Tag der Deutschen Einheit) können zu Hafenschließungen und Verzögerungen führen. Planen Sie mit Annahmeschlusszeiten und Feiertagskalender.
| Fehler | Auswirkung | Lösung |
|---|---|---|
| Keine Exportabfertigung (EXW) | Sendung bleibt in China | FOB wählen oder lokalen Exportagenten beauftragen |
| Fehlende EORI-Nummer | Zollverzögerung in Deutschland | EORI vor Versand beantragen |
| Keine CE-Kennzeichnung/ISPM 15 | Ware wird blockiert oder retourniert | Konformität vor Versand prüfen |
| FOB falsch verstanden | Unerwartete Lieferkosten | Leistungsumfang klären und Zustellung organisieren |
| Feiertage ignoriert | Verzögerungen im Hafen/Zoll | Versandkalender prüfen |
- Gehen Sie nie davon aus, dass Ihr Lieferant unter EXW die Ausfuhr übernimmt.
- FOB beinhaltet keine Zustellung innerhalb Deutschlands.
- Fehlende Konformität kann Wochen und hohe Zusatzkosten verursachen.
Fazit: EXW vs FOB für Transporte China–Deutschland (Wichtige Erkenntnisse für Importeure)
Zusammenfassung: Welcher Incoterm passt zu Ihrem Unternehmen?
EXW und FOB sind weit mehr als nur Preisbestandteile – sie bestimmen Ihre Verantwortung, Ihr Risiko und Ihre Abläufe. Für die meisten deutschen Importeure ist FOB die sicherere und planbarere Wahl mit weniger operativen Stolpersteinen. EXW kann zwar Kostenvorteile bringen, aber nur, wenn Sie starke lokale Strukturen in China haben und den gesamten Umfang der Abwicklung am Ursprungsort verstehen.
Klären Sie immer Ihre Rolle bei der Ausfuhrabfertigung, registrieren Sie Ihre EORI-Nummer und prüfen Sie CE-Kennzeichnung sowie ISPM 15-Konformität, bevor Sie versenden. Wer diese Schritte übersieht, riskiert Verzögerungen, Mehrkosten oder gar die Zurückweisung der Sendung.
Checkliste für reibungslose Importe nach Deutschland
- Klären Sie die Incoterm-Verantwortlichkeiten mit Ihrem Lieferanten und Spediteur
- Beantragen Sie Ihre EORI-Nummer vor Versandbeginn
- Organisieren Sie die Ausfuhrabfertigung in China bei EXW
- Prüfen Sie CE-Kennzeichnung und ISPM 15-Konformität für alle Produkte und Verpackungen
- Planen Sie Ihre Transporte unter Berücksichtigung deutscher Hafen- und Zollfeiertage
- Bedenken Sie: Bei FOB endet die Verantwortung am Hafen – Hauptlauf und Zustellung müssen organisiert werden
Für ein individuelles Angebot, operative Beratung oder Compliance-Check Angebot anfordern oder den kompletten Deutschland-Shipping-Guide ansehen.
Fazit: Kennen Sie Ihren Incoterm, Ihre Pflichten und planen Sie die Einhaltung der Vorschriften. Das ist der Unterschied zwischen einer reibungslosen Einfuhr nach Deutschland und teuren Überraschungen.
ReferenzGlossar· 28 Begriffe
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- ATLAS
- Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- CIP
- Carriage and Insurance Paid To – für alle Transportarten; Verkäufer zahlt Fracht und umfassende Versicherung (oft ICC A) bis zum vereinbarten Ort; bietet höheren Schutz als CIF und ist für Luftfracht und hochwertige Güter zu empfehlen.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- cut-off
- Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
- DAP
- Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- door-to-door
- Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
- EORI
- Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
- EORI-Nummer
- EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
- EXW
- Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- FOB
- Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
- Incoterms
- Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
- ISPM 15
- Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- Mehrwertsteuer
- Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
- MWST
- Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
- port-to-port
- Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- RoHS
- RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
- SST
- Sales and Service Tax – Malaysias indirekte Steuer auf importierte Waren und Dienstleistungen, seit 2018 Nachfolger der GST.
- THC
- Terminal Handling Charge: Gebühr für das Be- und Entladen von Containern am Hafenterminal. Am Ursprung zahlt bei EXW der Käufer, bei FOB der Verkäufer; am Zielort immer der Käufer.
- Umsatzsteuer
- Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
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