In diesem Leitfaden
- FCL lohnt sich ab ca. 13 CBM nach Deutschland; LCL ist für kleinere Mengen geeignet, bringt aber Verzögerungen bei der Entladung.
- Die deutsche Mehrwertsteuer beträgt 19 % auf CIF plus Zoll und wird vom Zoll bei der Einfuhr erhoben.
- Holzverpackungen aus China müssen ISPM 15-konform sein, sonst droht Zurückweisung im deutschen Hafen.
- EORI-Registrierung ist für alle Importeure zur Zollabfertigung über das ATLAS-System Pflicht.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · Die Entscheidung zwischen FCL und LCL bei der Seefracht von China nach Deutschland dreht sich im Kern um Volumen, Kalkulationssicherheit der Kosten und die Frage, wie viel Verzögerung Sie an deutschen Häfen verkraften können. Es gibt keine universelle „magische Grenze“—der tatsächliche Umschlagpunkt hängt von Ihrer Sendungsgröße, dem gewählten Hafenpaar und davon ab, wie deutsche Importvorschriften (insbesondere Mehrwertsteuer, ISPM 15 und ATLAS-Zollsystem) Ihre Gesamtkosten und Laufzeit beeinflussen. In diesem Leitfaden finden Sie die wichtigsten Kosten-Schwellen, Laufzeiten, erforderlichen Dokumente und typische Fallstricke—so treffen Sie schnell die richtige Wahl und vermeiden teure Überraschungen bei der Abrechnung am Zielort. Einen vollständigen Überblick—inklusive Vergleich Luftfracht, Wahl des Transportmodus und Haus-zu-Haus- vs. Hafen-zu-Hafen-Optionen—finden Sie im kompletten Deutschland-Shipping-Guide.
Kurzantwort: FCL oder LCL für Deutschland (was passt zu Ihrem Import?)
Wenn Sie nach Hamburg oder Bremerhaven verschiffen, zählt vor allem das Volumen: Ab etwa 13 CBM ist FCL meist günstiger. Darunter bietet LCL Flexibilität—rechnen Sie aber mit zusätzlicher Handhabung, längerer Entladung (Dekonsolidierung) und Hafengebühren. Deutsche Importeure müssen die 19% Mehrwertsteuer, die strengen ISPM 15-Palettenvorschriften und längere LCL-Abwicklung am Zielort einkalkulieren. Vergleichen Sie immer die tatsächlichen Gesamtkosten und planen Sie rückwärts ab Ihrem gewünschten Liefertermin, besonders rund um Feiertage wie Weihnachten oder den Tag der Deutschen Einheit, wenn die Häfen langsamer arbeiten.
FCL oder LCL: Schnelle Entscheidungshilfe
- FCL (Full Container Load): Sie buchen einen eigenen 20’- oder 40’-Container. Die Abrechnung erfolgt pro Container, nicht pro CBM. Ideal für Sendungen ab 13 CBM oder wenn Sie Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit benötigen.
- LCL (Less than Container Load): Sie teilen sich den Container mit anderen Versendern. Die Abrechnung erfolgt pro CBM oder pro 1.000 kg (je nachdem, was höher ist). Flexibel für kleinere Sendungen, aber Zusatzgebühren für Handling und Entladung summieren sich.
Für Deutschland liegt der Break-even-Punkt höher als viele denken—13 CBM ist meist die Schwelle, ab der FCL bei Kosten und Laufzeit Vorteile bietet. Darunter ist LCL praktisch, aber langsamer, insbesondere durch zusätzliche Handhabung im Hafen.
Typische Warensendungen
- FCL: Große Produktanläufe, palettierte Waren, hochwertige Fracht, Maschinen, Elektronik oder alles, was eine schnelle Zollabfertigung benötigt.
- LCL: Kleinserien, Testaufträge, Ersatzteile, Muster und Sendungen mit flexiblen Lieferterminen.
Ist Ihre Ware empfindlich oder feuchtigkeitsempfindlich, beachten Sie die Best Practices zum Feuchtigkeitsschutz—insbesondere bei LCL, da Ihre Sendung häufiger umgeschlagen wird.
Was FCL und LCL für die deutsche Logistik bedeuten (Definitionen & wann wählen)
Deutsche Häfen und Zollbehörden haben eigene Anforderungen. FCL bedeutet, Ihr Container wird direkt vom Schiff auf den Lkw verladen—weniger Umladungen, weniger Risiko. LCL erfordert die Konsolidierung am Versandort und die Entkonsolidierung am Ziel, was in Hamburg oder Bremerhaven zusätzliche Tage kosten kann.
FCL: Komplette Containerladungen
- Containertypen: Standard-20’- und 40’-Container werden für FCL genutzt. Sie zahlen für den gesamten Container, unabhängig davon, wie voll er ist.
- Planbarkeit: FCL bietet mehr Kalkulationssicherheit bei Kosten und Laufzeit. Sie steuern das Beladen, die Dokumentation und profitieren meist von einer schnelleren Zollabfertigung.
- Palettenstandards: In Deutschland sind EUR-Paletten (1200mm x 800mm) vorgeschrieben, und jede Holzverpackung aus China muss ISPM 15-konform sein. Details finden Sie im EUR-Paletten-Leitfaden.
LCL: Sammelladungen im Container
- Mindestberechnung: LCL wird nach CBM oder 1.000 kg abgerechnet, je nachdem, was höher ist. Die meisten Konsolidierer setzen mindestens 1 CBM an—auch wenn Ihre Sendung kleiner ist.
- Zusätzliche Schritte: Ihre Ware wird am CFS (Container Freight Station) in China mit anderen Sendungen zusammengeführt und am Ziel-CFS in Deutschland wieder getrennt. Das bedeutet mehr Handlingzeit und Kosten.
- Risiko: Mehr Umladungen erhöhen das Risiko für Schäden, Inspektionen und Verzögerungen. Bei sensibler Fracht prüfen Sie die Frachtversicherungsoptionen.
Auswahl nach Volumen und Kosten
Direkter Vergleich der beiden Transportarten:
| Modus | Ideal für | Kostenstruktur | Typische Laufzeit | Haupt-Risiken |
|---|---|---|---|---|
| FCL | 13+ CBM, hochwertige, eilige Sendungen | Fix pro Container | 28–36 Tage | Demurrage, Standgeld bei Verspätung |
| LCL | 1–13 CBM, flexibel, kleine Mengen | Pro CBM + Hafengebühren | 32–42 Tage | Handling/Schäden, Verzögerungen im Hafen |
FCL or LCL? — At a glance
| Criteria | FCL | LCL |
|---|---|---|
| Cost predictability | Per container; fewer surprise line items. | Per CBM + CFS/origin/dest; more variables. |
| Speed | Direct load, fewer handoffs. | Consolidation/deconsolidation adds days. |
| Damage risk | Your cargo only; less handling. | Shared space; more touchpoints (CFS). |
| Flexibility | Fixed box size; best when volume fits. | Pay per CBM; good for small/trial orders. |
| Admin | One B/L, one container; simpler docs. | HBL, CFS docs, multiple parties; more coordination. |
Wenn Sie unsicher sind, finden Sie im Leitfaden zu den besten Seefracht-Routen Empfehlungen für die optimale Strecke.
Seefrachtkosten in Deutschland erklärt (Umsatzsteuer, Zoll und versteckte LCL-Gebühren)
Die Kosten bestehen aus mehr als nur dem reinen Seefrachttarif. In Deutschland fällt Umsatzsteuer (19%) auf den CIF-Wert plus Zoll an. Bei Sammelladungen (LCL) kommen oft zusätzliche Hafen-, Umschlags- und Entkonsolidierungsgebühren hinzu – viele Importeure sind davon überrascht.
Kostenverhältnis FCL vs LCL
- FCL: Die Kosten pro Container sind fix. Je voller der Container, desto günstiger der Preis pro CBM. Ab etwa 13 CBM ist FCL fast immer günstiger.
- LCL: Die Kosten pro CBM erscheinen attraktiv, doch Hafen- und CFS-Gebühren in Hamburg oder Bremerhaven können den Basispreis verdoppeln.
| (Deutschland) | |||
|---|---|---|---|
| FCL | |||
| LCL |
Ein typisches All-in-Angebot für FCL umfasst Vorlauf, Seefracht, Zielgebühren, Zollabfertigung und Zustellung. Bei LCL fehlen oft die Ziel-CFS-Gebühren – fordern Sie immer eine detaillierte Aufschlüsselung an.
Berechnung von Zoll und Umsatzsteuer
- Zoll: 0–12% je nach Produkt (EU-Außenzolltarif). Details finden Sie unter Einfuhrzölle und Steuern.
- Umsatzsteuer: Standard 19%, berechnet auf CIF + Zoll. Für bestimmte Waren gilt der ermäßigte Satz von 7%.
- Wer erhebt: Die deutsche Zollbehörde (Zoll) zieht die Umsatzsteuer bei der Einfuhr ein, sofern keine Vorsteueranmeldung genutzt wird.
| Gebühr | FCL | LCL |
|---|---|---|
| Seefracht | Fix/Container | Pro CBM |
| Hafen/CFS-Gebühr | Fix | Pro CBM + Handling |
| Zoll | % von CIF | % von CIF |
| Umsatzsteuer | 19% | 19% |
Wer ist wofür zuständig? — Übersicht
| Zuständigkeit | EXW | FOB | CIF | DDP |
|---|---|---|---|---|
| Ausfuhrabfertigung (China) | Käufer | Verkäufer | Verkäufer | Verkäufer |
| Frachtbuchung | Käufer | Käufer | Verkäufer | Verkäufer |
| Haupttransportkosten | Käufer | Käufer | Verkäufer | Verkäufer |
| Transportversicherung | Käufer | Käufer | Seller (min.) | Verkäufer |
| Einfuhrabfertigung (Deutschland) | Käufer | Käufer | Käufer | Verkäufer |
| Zölle & Einfuhrumsatzsteuer | Käufer | Käufer | Käufer | Verkäufer |
| Inlandszustellung | Käufer | Käufer | Käufer | Verkäufer |
| Risikoübertragung bei | Werkstor | Schiffsreling | Zielhafen | Beim Käufer |
LCL-Konsolidierungs- und Entkonsolidierungsgebühren
Bei LCL-Sendungen fallen an:
- CFS-Handlinggebühren (Ursprung und Ziel)
- Entkonsolidierungsgebühren in Hamburg/Bremerhaven
- Lagerkosten, falls die Ware nicht zügig abgefertigt wird
Diese Kosten können am Zielhafen €50–€150 pro CBM betragen. Prüfen Sie den Leitfaden zu Mehrwertdiensten, um unerwartete Kosten zu vermeiden.
Laufzeiten von China nach Deutschland (realistische Transitzeiten & Hafenwahl)
Die Laufzeit hängt vom Hafenpaar, Transportmodus und der Saison ab. FCL ist durchgehend schneller – bei LCL verlängern sich die Zeiten durch Konsolidierung und Entkonsolidierung.
Shanghai nach Hamburg/Bremerhaven
- FCL: 28–35 Tage von Shanghai nach Hamburg; 29–36 Tage nach Bremerhaven.
- LCL: 32–40 Tage nach Hamburg; 33–42 Tage nach Bremerhaven (inklusive Konsolidierungszeit).
Wöchentliche Hauptlauf-Abfahrten sind verfügbar, aber LCL-Sendungen können auf das nächste Schiff verschoben werden, wenn die Konsolidierung nicht abgeschlossen ist. Im Buchungsfenster-Leitfaden finden Sie Best Practices.
| Strecke | FCL-Laufzeit | LCL-Laufzeit | Frequenz |
|---|---|---|---|
| Shanghai–Hamburg | 28–35 Tage | 32–40 Tage | Wöchentlich |
| Shenzhen–Bremerhaven | 29–36 Tage | 33–42 Tage | Wöchentlich |
Verzögerungen bei LCL-Entkonsolidierung
Deutsche Häfen arbeiten effizient, dennoch gilt für LCL:
- 3–7 Tage zusätzlich für Entkonsolidierung und Zollkontrolle
- Mögliche Lagerkosten, wenn die Abfertigung nicht zeitnah erfolgt
- Längere Verzögerungen zu Spitzenzeiten oder an Feiertagen
Für die letzte Meile siehe Zustellung auf der letzten Meile in Deutschland.
Einfluss von Feiertagen
- Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober): Hafen und Zoll geschlossen. Ankünfte um diesen Termin führen zu Rückstau bei der Abfertigung.
- Weihnachten (24.–26. Dezember): Eingeschränkter Hafenbetrieb, erhebliche Verzögerungen bei Zoll und Inlandstransport.
Planen Sie Ihre Sendungen so, dass diese Zeiträume vermieden werden. Der Versandkalender-Leitfaden zeigt detaillierte Risikofenster.
Was deutsche Zollbehörden und Dokumente verlangen (ATLAS, EORI und ISPM 15)
Das deutsche Zollverfahren ist digital und streng geregelt. ATLAS ist die elektronische Zollplattform, und jeder Importeur benötigt eine EORI-Nummer. Holzverpackungen müssen ISPM 15-konform sein – Verstöße führen zu Problemen.
ATLAS E-Zollanmeldung
- Plattform: Alle Zollanmeldungen laufen über ATLAS und sind mit den EU-Sicherheitsmeldungen (ICS2) verknüpft.
- Vorabanmeldung: Die ENS (Entry Summary Declaration) muss vor Ankunft des Schiffs eingereicht werden. Verspätete oder fehlerhafte Meldungen führen zu Sendungsstopps.
- Abfertigungsdauer: 1–3 Tage bei vollständigen Unterlagen; länger bei Inspektionen.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter Zollabfertigung und ATLAS.
EORI-Registrierung
- Pflicht: Jeder Importeur benötigt eine EORI (Economic Operators Registration and Identification)-Nummer.
- Bearbeitungszeit: 1–3 Werktage, kostenfrei.
- Konsequenz: Ohne EORI keine Zollabfertigung. Beantragen Sie rechtzeitig.
Weitere Informationen zu Incoterms-spezifischer Dokumentation finden Sie unter EXW vs FOB und FCA vs FOB.
ISPM 15 für Holzverpackungen
- Vorgeschrieben: Alle Holzpaletten und -verpackungen aus China müssen ISPM 15 hitzebehandelt und gekennzeichnet sein.
- Risiko: Nicht-konforme Paletten werden abgewiesen, vernichtet oder zurückgesendet. Dies wird in deutschen Häfen streng kontrolliert.
- Kosten: €10–€30 pro Palette für die Behandlung.
Details finden Sie im EUR-Paletten und ISPM 15 Leitfaden.
CE-Kennzeichnung für bestimmte Produkte
- Produkte: Elektronik, Maschinen, Spielzeug und zahlreiche Konsumgüter benötigen eine CE-Kennzeichnung.
- Prüfstelle: TÜV Rheinland oder andere benannte Stellen.
- Dauer & Kosten: 2–6 Wochen, €500–€2.500+ pro Artikelnummer.
- Dokumentation: Die Konformitätserklärung muss der Sendung beiliegen.
Ausführliche Anforderungen finden Sie im Leitfaden zu CE-Kennzeichnung, REACH und RoHS.
Buchungs-Checkliste für Seefracht nach Deutschland (Verzögerungen an deutschen Häfen vermeiden)
Verzögerungen lassen sich am besten durch vollständige Unterlagen und Einhaltung aller Vorschriften vermeiden. Deutsche Häfen sind bei fehlenden Dokumenten oder nicht normgerechten Paletten kompromisslos.
Unterlagen vor der Buchung
- Handelsrechnung & Packliste: Müssen HS-Codes, CIF-Wert und präzise Produktbeschreibungen enthalten.
- EORI-Nummer: Unbedingt vor der Buchung beantragen, nicht erst danach.
- CE-Zertifizierung: Bei regulierten Produkten müssen Konformitätserklärung und Prüfberichte vorliegen.
Fristen für ENS-Anmeldung
- ENS (Entry Summary Declaration): Muss vor Ankunft des Schiffs in Deutschland eingereicht werden.
- Verspätete Anmeldung: Führt zu Sendungsstopps und möglichen Bußgeldern.
Siehe Leitfaden zu Cut-off-Zeiten für ENS-Fristen je Hafen.
Auswahl konformer Paletten
- Nur EUR-Paletten: 1200mm x 800mm, ISPM 15 wärmebehandelt und gekennzeichnet.
- Lieferanten prüfen: Viele chinesische Hersteller nutzen nicht-konforme Paletten – vor der Buchung absichern.
| Checklistenpunkt | Warum wichtig | Übliche Vorlaufzeit |
|---|---|---|
| EORI-Registrierung | Zollabfertigung nötig | 1–3 Tage |
| ENS-Anmeldung | Sicherheitsvorgabe | Vor Schiffsankunft |
| CE/ISPM 15 Dokumente | Produkt-/Verpackungsnachweis | 2–6 Wochen für CE, sofort für ISPM 15 |
| Handelsdokumente | Zollanmeldung | Versandbereit |
Typische Fehler von Importeuren in Deutschland (und wie Sie sie vermeiden)
Der deutsche Zoll und die Häfen sind streng – die meisten Verzögerungen und Strafen entstehen durch Formfehler oder fehlende Nachweise.
Nicht-konforme Holzverpackungen
- Paletten oder Kisten ohne ISPM 15-Kennzeichnung führen zu Zollrückweisung. Die Sendung kann vernichtet oder auf Kosten des Importeurs zurückgesandt werden.
Verspätete ENS-Anmeldung
- ENS muss vor Schiffsankunft eingereicht sein. Verspätete oder fehlerhafte Anmeldungen führen zu Lagerkosten, Sendungsstopps und erhöhter Zollkontrolle.
Fehlende EORI
- Ohne EORI-Nummer keine Zollabfertigung. Viele vergessen die Beantragung und verzögern so die Freigabe um mehrere Tage.
Unterschätzte LCL-Verzögerungen
- Sammelladungen (LCL) bleiben am Ziel-CFS oft mehrere Tage zur Entladung und Kontrolle. Viele kalkulieren das nicht ein und verpassen Liefertermine.
Unvollständige CE-Dokumentation
- Elektronik, Maschinen und Spielzeug benötigen CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung. Fehlende Unterlagen führen zu Zollkontrolle oder Ablehnung.
| Fehler | Folge | So vermeiden Sie es |
|---|---|---|
| Nicht-ISPM 15 Paletten | Vernichtung/Rücksendung | Paletten vor Buchung prüfen |
| Späte ENS-Anmeldung | Sendung im Hafen gestoppt | ENS frühzeitig einreichen |
| Keine EORI | Verzögerte Abfertigung | 1–3 Tage vor Versand beantragen |
| LCL-Verzögerung | Liefertermin verpasst | 3–7 Tage Puffer einplanen |
| Fehlende CE-Dokumente | Kontrolle/Ablehnung | Für jede SKU Unterlagen prüfen |
Fazit: FCL vs LCL für Deutschland (schnelle Entscheidungshilfe)
FCL ist die beste Wahl ab 13 CBM oder wenn Geschwindigkeit und kalkulierbare Kosten wichtig sind. LCL bietet Flexibilität für kleinere Mengen, aber rechnen Sie mit zusätzlichen Hafengebühren und Verzögerungen bei der Entladung – besonders in Hamburg und Bremerhaven. Die deutschen Zollvorgaben sind strikt: EORI, ENS, ISPM 15 und CE sind Pflicht. Planen Sie immer rückwärts ab Lieferdatum – Feiertage und Hafenschließungen einkalkulieren.
| Modus | Ideal für | Kostenkalkulation | Abfertigungsgeschwindigkeit | Hauptrisiken |
|---|---|---|---|---|
| FCL | 13+ CBM, eilig, wertvoll | Hoch | Schnell (1–3 Tage) | Standgeld/Detention |
| LCL | Kleinmengen, flexibel, Test | Gering | Langsamer (3–7 Tage extra) | Hafen-/Lagergebühren, Kontrolle |
Für ein individuelles Angebot oder Unterstützung bei deutschen Zoll- und Hafenanforderungen jetzt Angebot anfordern oder im kompletten Deutschland-Versandleitfaden weitere Vergleiche und Checklisten finden.
ReferenzGlossar· 32 Begriffe
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- all-in
- Angebot, das alle Hauptkosten (z. B. Fracht, Handling, Verzollung) enthält; prüfen Sie immer, was abgedeckt ist, um keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
- ATLAS
- Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
- CBM
- Kubikmeter – Standardmaß für Frachtvolumen; Grundlage für LCL-Preise und Containerkapazitäten.
- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- CFS
- Container Freight Station – Sammelstelle, an der LCL-Ladungen am Ursprung konsolidiert oder am Ziel entladen werden; bei FCA (CFS) liefert der Verkäufer lose Ware hier an, Risikoübergang bei Annahme.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- cut-off
- Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- demurrage
- Gebühr für Lagerung der Ware am Terminal nach Ablauf der Freifrist; entsteht oft durch verspätete Dokumente oder verzögerte Abholung.
- detention
- Standgeld: Gebühr, wenn ein voller Container beim Versender oder Empfänger länger als die Freitage bleibt (z.B. für Be- oder Entladung oder verspätete Rückgabe).
- door-to-door
- Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
- Einfuhrumsatzsteuer
- Einfuhrumsatzsteuer. Steuer, die auf importierte Waren nach Deutschland erhoben und vom Zoll bei der Einfuhr eingezogen wird.
- EORI
- Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
- EORI-Nummer
- EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
- EXW
- Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- FOB
- Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
- Incoterms
- Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
- ISPM 15
- Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
- last-mile
- Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- Mehrwertsteuer
- Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
- pickup
- Factory collection: Abholung ab Werk per Lkw, Verladung und Transport zur CFS, CY oder zum Flughafen. Faktoren wie Entfernung, Mehrfachstopps und Versandbereitschaft beeinflussen die Kosten.
- port-to-port
- Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- RoHS
- RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
- SKU
- Stock Keeping Unit: Eindeutige Kennung für eine Produktvariante. Muss auf Karton, Packliste und Rechnung übereinstimmen – Abweichungen führen zu Lagerstopps oder Nacharbeit.
- Umsatzsteuer
- Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
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