In diesem Leitfaden
- Deutschland erhebt 19% Umsatzsteuer auf alle Importe, mit 7% ermäßigtem Satz für bestimmte Waren.
- Importeure müssen eine kostenlose EORI-Nummer beantragen; Bearbeitung dauert 1–3 Werktage.
- ATLAS E-Zoll und Entry Summary Declaration (ENS) sind für alle Sendungen verpflichtend.
- Paletten ohne ISPM 15-Zertifizierung werden an deutschen Häfen häufig abgelehnt.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · Die Einfuhrabgaben und die Umsatzsteuer in Deutschland werden durch drei Faktoren bestimmt: HS-Code-Klassifizierung, Zollwert (CIF-Prinzip) und Umsatzsteuer (19%). Fehler in einem dieser Punkte führen zu Verzögerungen, Wertanpassungen oder unerwarteten Kosten durch Zollagenten. In diesem Leitfaden erklären wir den deutschen Zollprozess, damit Sie die tatsächlichen Importkosten korrekt kalkulieren und typische Stolperfallen vermeiden, die zu Zollstopps oder Nachzahlungen führen. Sie erfahren alles zu HS-Code-Fallen, CIF-Bewertung, den exakten Berechnungsformeln für Zoll und Umsatzsteuer sowie eine Checkliste für EORI, Paletten und Zertifizierung. Infos zu DDP, DAP und Leistungsumfang finden Sie im kompletten Deutschland-Shipping-Guide.
HS-Codes: Ihr Zollsatz hängt von der richtigen Klassifizierung ab (Zollunion Deutschland/EU)
Der HS-Code ist das Eintrittstor für den deutschen Zoll. Er legt den Zollsatz fest, aktiviert Sondervorschriften (z. B. für Lebensmittel oder Elektronik) und entscheidet, ob zusätzliche Dokumente nötig sind. Bei falscher Codierung stuft der Zoll um – mit anderem Satz, Verzögerungen und möglichem Stopp zur Überprüfung. In Deutschland gelten die EU-weiten TARIC-Codes, es gibt keine nationale Codetabelle.
So funktionieren HS-Codes in Deutschland
Deutschland ist Teil der EU-Zollunion, daher sind die HS-Codes in allen Mitgliedstaaten harmonisiert. Der deklarierte Code bestimmt:
- Zollsatz (0–17 % je nach Produkt; die meisten Elektronikartikel: 0 %)
- Umsatzsteuerpflicht (gilt immer, unabhängig vom Zollsatz)
- Sondervorschriften (Lebensmittel, Medizinprodukte, Elektronik usw.)
Zolldeklaration, Rechnung und Packliste müssen exakt zur HS-Code-Beschreibung passen. Steht auf den Papieren „Plastikartikel“, der Code ist aber für „Metallteile“, droht eine Kontrolle und Neuzuordnung durch den Zoll.
| Produkttyp | Typischer Zollsatz | Umsatzsteuersatz |
|---|---|---|
| Elektronik | 0% | 19% |
| Bekleidung (Baumwolle) | 12% | 19% |
| Lebensmittel (Nicht-EU) | 5–17% | 7–19% |
Weitere Infos zu Zollsätzen finden Sie im Anti-Dumping-Leitfaden und zu Lebensmittel-/Kosmetikimporten.
So finden Sie den richtigen HS-Code (EU-TARIC-Methode)
Starten Sie mit Funktion + Material + technische Details – nicht mit dem Marketingnamen. „Bluetooth-Lautsprecher“ wird zu: Audiogerät, Kunststoffgehäuse, Lithiumbatterie. „Geschenkartikel“ ist für die Codierung wertlos. Erstellen Sie eine technische Beschreibung: Was macht das Produkt, woraus besteht es, prozentuale Zusammensetzung bei Mischungen, und wofür wird es verwendet (Konsum, Industrie, Medizin)? Einheitlichkeit ist entscheidend: Alle Dokumente müssen dieselbe Geschichte erzählen.
Fehlklassifizierungen passieren am häufigsten bei „Zubehör“, „Mehrzweckartikeln“ oder unspezifischer „Elektronik“. Der Zoll wählt dann eine spezifischere Position – meist mit höherem Satz.
Wenn Sie unsicher sind, nutzen Sie die EU-TARIC-Datenbank – jeder HS-Code ist dort mit Zoll, Umsatzsteuer und Sonderregeln gelistet. Für Deutschland-spezifische Hinweise hilft die deutsche Zoll-Website (Zoll).
Wo Sie die offiziellen deutschen Zollsätze prüfen
Die EU-TARIC-Datenbank ist die offizielle Quelle für Zollsätze und Einfuhrbestimmungen. Geben Sie Ihren HS-Code und das Ursprungsland (China) ein, und Sie sehen:
- Zollsatz (0–17 %)
- Sondermaßnahmen (Anti-Dumping, Quoten)
- Erforderliche Nachweise (CE, Gesundheitszeugnisse etc.)
Für Elektronik und Industrieprodukte liegt der Zoll oft bei 0 %. Für Textilien, Bekleidung und Lebensmittel sind die Sätze deutlich höher. Prüfen Sie immer die aktuellen Werte – die Vorschriften ändern sich regelmäßig.
HS-Code Checkliste für Deutschland
Vor Zollanmeldung abschließen
Zollwert: Was zählt für Umsatzsteuer und Zoll (CIF-Prinzip in Deutschland)
In Deutschland wird der Einfuhrzoll und die Umsatzsteuer auf Basis des Zollwerts berechnet, der nach dem CIF-Prinzip (Kosten, Versicherung, Fracht) ermittelt wird. Das heißt: Der deklarierte Wert muss den Warenwert, die Frachtkosten und die Versicherung bis zur deutschen Grenze enthalten.
Was bedeutet „Zollwert“ für deutsche Importe?
Der Zollwert ist mehr als nur der Rechnungsbetrag. Deutschland (und die EU) verlangt:
- Warenwert (laut Lieferantenrechnung)
- Frachtkosten (von China bis Deutschland)
- Versicherungskosten (sofern vorhanden)
- Sonstige Zuschläge (Verpackung, Lizenzen, Beistellungen)
Wer Versand oder Versicherung zu niedrig angibt, riskiert eine Wertanpassung durch den Zoll – und damit höhere Abgaben. Details zum CIF-Prinzip finden Sie unter CIF vs CIP erklärt.
- Goods value — Invoice value (FOB or agreed price)
- International freight — Ocean or air to Deutschland port/airport
- Insurance — To the place of import
Bewertung nach CIF (Standard in Deutschland & EU)
Der deutsche Zoll (Zoll) nutzt stets das CIF-Verfahren als Grundlage für die Berechnung von Zoll und Umsatzsteuer. Das bedeutet:
- Zoll und Umsatzsteuer werden auf den gesamten CIF-Wert erhoben
- Bei EXW- oder FCA-Klauseln müssen Fracht und Versicherung zum Rechnungswert für die Zollanmeldung addiert werden
- Auch bei DDP-Sendungen muss der deklarierte Wert dem CIF-Prinzip entsprechen
Mehr zu Incoterms und deren Einfluss auf den Zollwert finden Sie unter EXW vs FOB, FCA vs FOB und Tür-zu-Tür vs Hafen-zu-Hafen.
Wie Deutschland Einfuhrzoll und Umsatzsteuer berechnet (die zentralen Formeln)
Sobald Sie den richtigen HS-Code und den Zollwert ermittelt haben, berechnet Deutschland Zoll und Umsatzsteuer nach den Vorgaben des EU-Rechts und des Umsatzsteuergesetzes (UStG).
Einfuhrzollsätze (Deutschland/EU-spezifisch)
- Zollsatz: 0–17 % je nach HS-Code und Warengruppe
- Elektronik: In der Regel 0 %
- Textilien, Bekleidung: 12–17 %
- Lebensmittel und Medizin: 5–17 % (teilweise ermäßigter Steuersatz)
- Antidumpingzölle: Können für bestimmte Produkte aus China anfallen
Der Zoll ist direkt bei der Einfuhrabfertigung zu entrichten. Details zu transportspezifischen Zollsätzen finden Sie unter Seefracht FCL vs LCL und Luftfracht vs Express.
Einfuhrumsatzsteuer (USt, 19 % Regelsatz)
- Reguläre Umsatzsteuer: 19 % (für die meisten Waren)
- Ermäßigter Satz: 7 % für Lebensmittel, Bücher, Medizinprodukte
- Umsatzsteuer fällt auf alle Importe an, keine Freigrenze
Die Umsatzsteuer wird auf die Summe aus CIF-Wert und Einfuhrzoll berechnet. Informationen zu steuerbefreiten Warengruppen finden Sie unter Value Added Services.
Landed cost = CIF value + Import duty + VAT
Einfuhrumsatzsteuer gestundet abrechnen (Vorsteueranmeldung für Unternehmen)
Registrierte deutsche Unternehmen können die gestundete Einfuhrumsatzsteuer nutzen. Die Steuer wird dann nicht direkt bei Einfuhr gezahlt, sondern in der Umsatzsteuervoranmeldung gemeldet – das verbessert die Liquidität. Voraussetzung: gültige EORI- und Umsatzsteuer-Identnummer.
Mehr zur Vorsteuerstundung und zum Ablauf für Unternehmen finden Sie unter Zollabfertigung mit ATLAS.
Germany duties & tax estimator
19% Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer, VAT)Estimate only. Actual amounts depend on HS code, origin, and Germany customs assessment.
ATLAS e-customs: Anmeldung und Abfertigung (Deutschlands digitales Zollportal)
Deutschland setzt für alle Einfuhranmeldungen auf das ATLAS e-customs System. Dieses ist mit der EU-Plattform ICS2 für Vorab-Frachtmeldungen verknüpft – besonders relevant für Luftfracht.
Was ist ATLAS und wer nutzt es?
- ATLAS ist das verpflichtende System für Zollanmeldungen
- Wird von Importeuren, Zollagenten und Spediteuren genutzt
- Anbindung an den EU-Binnenmarkt: Nach der Freigabe in Deutschland können Waren frei in der EU zirkulieren
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur ATLAS-Anmeldung finden Sie im ATLAS Zollabfertigungs-Guide.
Entry Summary Declaration (ENS) über ICS2
- ENS ist für jede Luftfracht vor Ankunft in Deutschland Pflicht
- Elektronische Übermittlung über ICS2
- Fehlende ENS-Meldung führt zu Verzögerungen, Bußgeldern und Freigabestopp
Mehr zu Zeitplänen in der Luftfracht finden Sie unter beste Routen und Buchungsfristen.
Abfertigungszeiten: See vs. Luft
- Seefracht: 1–3 Tage für Standardabfertigung (Hamburg, Bremerhaven)
- Luftfracht: Express- und Luftfracht meist in wenigen Stunden (Flughafen Frankfurt)
- Bahn: In der Regel 1–2 Tage (Relation Xi’an–Hamburg)
Zu Feiertagen wie Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und Weihnachten (24.–26. Dezember) sind Verzögerungen üblich. Mehr zu saisonalen Risiken im Versandkalender.
| Transportart | Übliche Abfertigungszeit | Hauptumschlagplätze |
|---|---|---|
| See (FCL/LCL) | 1–3 Tage | Hamburg, Bremerhaven |
| Luft | unter 24 Std. | Flughafen Frankfurt |
| Bahn | 1–2 Tage | Hamburg (Bahnterminal) |
Deutschland-spezifische Anforderungen: EORI, Palettennormen und Zertifikate (was Importeure wissen müssen)
Der deutsche Zoll verlangt strikte Einhaltung bei der Registrierung, Palettenvorgaben und Produktzertifizierungen. Fehler führen zu Verzögerungen oder Zurückweisung der Sendung.
EORI-Nummer beantragen (Registrierungsprozess)
- EORI (Economic Operators Registration and Identification) Nummer ist für alle Importeure Pflicht
- Die Registrierung ist kostenlos und dauert 1–3 Werktage
- Antragstellung über Deutsche Zollverwaltung (Zoll)
Ohne EORI-Nummer wird Ihre Sendung nicht abgefertigt. Weitere Hinweise unter Pickup-Services am Ursprungsort.
EUR-Paletten und ISPM 15 Behandlung
- In Deutschland sind EUR-Paletten (1200 mm x 800 mm) vorgeschrieben
- Holzpaletten aus China müssen ISPM 15 wärmebehandelt und zertifiziert sein
- Falsche Palettenmaße oder fehlende Behandlung führen zur Ablehnung der Ware
Spezifikationen und Vorgaben finden Sie im EUR/EPAL Paletten-Guide und unter Tipps zum Feuchtigkeitsschutz.
Produktzertifikate: CE-Kennzeichnung und Gesundheitszeugnis
- CE-Kennzeichnung ist für die meisten Elektro- und Industrieprodukte vorgeschrieben
- Gesundheitszeugnis ist für Lebensmittelimporte erforderlich (ausgestellt vom BVL)
- Bearbeitungszeiten: CE (2–6 Wochen), Gesundheitszeugnis (1–3 Wochen)
- Kosten: CE (€300–2.000), Gesundheitszeugnis (€100–500)
Mehr dazu im CE-Kennzeichnung, REACH, ROHS Guide und zu Regeln für Lebensmittel/Kosmetik.
Checkliste für Importvorschriften Deutschland
Vor Verschiffung erledigen
Praxisleitfaden: So kalkulieren und planen Sie den Landed Cost für Deutschland (Schritt für Schritt)
Um den Landed Cost für Deutschland zu berechnen, müssen Sie Zoll, Umsatzsteuer, Zertifikate und Logistikkosten einbeziehen. Hier der Ablauf im Überblick:
Zoll und Umsatzsteuer kalkulieren
- HS-Code bestimmen (über TARIC prüfen)
- CIF-Wert berechnen (Warenwert + Fracht + Versicherung)
- Zollsatz anwenden (0–17 % auf den CIF-Wert)
- Umsatzsteuer berechnen (19 % auf CIF-Wert + Zoll)
Nutzen Sie die oben genannten Formeln und den DutiesTaxEstimator für schnelle Kalkulationen.
Abfertigungsgebühren und Zertifikate berücksichtigen
- Zollagentengebühren: Je nach Anbieter und Sendungsart unterschiedlich
- Zertifizierungskosten: CE (€300–2.000), Gesundheitszeugnis (€100–500)
- Palettenvorgaben: EUR-Paletten, ISPM 15 Behandlung
Für DDP-Angebote prüfen Sie alle Leistungen mit der DDP-Checkliste.
Zeitplanung für Hafen-/Flughafenabfertigung
- Seefracht: 1–3 Tage für die Freigabe einplanen
- Luftfracht: Weniger als 24 Stunden für die Abfertigung kalkulieren
- Feiertagsrisiko: Ankunft um den 3. Oktober oder 24.–26. Dezember vermeiden
Für die letzte Meile und Umschlag vor Ort siehe Last-Mile-Delivery Guide und Cut-off Zeiten.
Häufige Fehler: Was verzögert oder verteuert Ihre Einfuhrabgaben in Deutschland (diese Stolperfallen vermeiden)
Jedes Jahr erleben wir, dass Importeure durch spezifische Zollfehler in Deutschland ausgebremst werden. Das führt zu Verzögerungen bei der Freigabe, zusätzlichen Steuern oder sogar zur Zurückweisung der Sendung.
- Falsche HS-Code-Klassifizierung führt zu falschem Zoll oder MwSt.
- Missing EORI number blocks customs clearance
- Nicht konforme Palettenbehandlung (ISPM 15) führt zur Sendungsablehnung
- Versäumte Abgabe der Entry Summary Declaration (ENS) für Luftfracht führt zu Bußgeldern und Verzögerungen
- Unstimmige Rechnungs- und Packlistenbeschreibungen führen zu Prüfungen
- Under-declared freight or insurance causes customs value reassessment
Falsche HS-Code-Einstufung
Ein falscher HS-Code führt zu einem falschen Zollsatz – und der Zoll wird nachklassifizieren. Das kann höhere Abgaben, Verzögerungen oder die Anforderung weiterer Dokumente bedeuten. Prüfen Sie immer die EU TARIC-Datenbank und stimmen Sie Ihre Unterlagen ab.
Fehlende EORI-Nummer
Ohne EORI-Nummer kann Ihre Sendung nicht abgefertigt werden. Die Registrierung ist kostenlos, dauert aber 1–3 Werktage. Beantragen Sie frühzeitig und bestätigen Sie die Nummer vor der Buchung Ihrer Sendung.
Nicht konforme Palettenbehandlung
Holzpaletten aus China müssen nach ISPM 15 behandelt und zertifiziert sein. Bei Nichtbeachtung drohen Zurückweisung oder kostenpflichtiges Umpacken. Mehr dazu im EUR/EPAL Paletten-Ratgeber.
Nicht eingereichte ENS bei Luftfracht
Für alle Luftfracht-Sendungen muss das ENS über ICS2 eingereicht werden. Wird dieser Schritt ausgelassen, drohen Bußgelder und Verzögerungen bei der Freigabe. Für Ihre Zeitplanung siehe Buchungsfenster.
Inkonsistente Dokumente
Wenn Rechnung, Packliste und Zollanmeldung nicht übereinstimmen, hält der Zoll die Sendung zurück. Einheitlichkeit ist essenziell – besonders bei gemischten oder mehrkategorigen Sendungen.
Zu niedrig deklarierte Fracht oder Versicherung
Der Zoll prüft die angegebenen Fracht- und Versicherungswerte gegen Marktpreise. Eine zu niedrige Angabe führt zur Wertanpassung und höheren Zoll-/MwSt.-Kosten.
Checkliste zur Vermeidung von Zollfehlern in Deutschland
Vor Ankunft der Ware prüfen
Fazit: Was Importeure für Deutschland beachten müssen (wichtigste Punkte)
Deutschland erhebt auf alle Sendungen aus China Einfuhrzoll (0–17 %) und MwSt. (19 %), ohne Freigrenze. Entscheidend sind die korrekte HS-Code-Einstufung, der exakte CIF-basierte Zollwert und die Einhaltung von EORI-, Paletten- und Zertifizierungsvorgaben. Fehler – besonders bei HS-Code, EORI oder ENS – führen zu Verzögerungen, Mehrkosten oder Zurückweisung der Sendung. Nutzen Sie die Checklisten in diesem Leitfaden, prüfen Sie Ihre Unterlagen sorgfältig und berücksichtigen Sie alle Compliance-Schritte, bevor Ihre Ware verschifft wird.
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ReferenzGlossar· 36 Begriffe
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- ATLAS
- Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- CIP
- Carriage and Insurance Paid To – für alle Transportarten; Verkäufer zahlt Fracht und umfassende Versicherung (oft ICC A) bis zum vereinbarten Ort; bietet höheren Schutz als CIF und ist für Luftfracht und hochwertige Güter zu empfehlen.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- customs value
- Bemessungsgrundlage für Zoll und Verbrauchssteuer; in Japan meist CIF: Warenwert plus Fracht und Versicherung bis zum Einfuhrhafen oder -flughafen.
- cut-off
- Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
- DAP
- Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- door-to-door
- Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
- duty
- Einfuhrzoll: Steuer, die vom Zoll auf importierte Waren erhoben wird – Bemessung nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland.
- e-Customs
- Elektronisches Zollsystem: Thailands Online-Plattform für Zollanmeldungen, Abfertigung und Sendungsverfolgung.
- Einfuhrumsatzsteuer
- Einfuhrumsatzsteuer. Steuer, die auf importierte Waren nach Deutschland erhoben und vom Zoll bei der Einfuhr eingezogen wird.
- EORI
- Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
- EORI-Nummer
- EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
- EXW
- Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- FOB
- Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
- Import Duty
- Von der irakischen Zollbehörde auf Importe erhobene Steuer, berechnet nach Produktklassifizierung und Wert.
- Incoterms
- Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
- ISPM 15
- Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
- landed cost
- Gesamtkosten bis zum Endziel: Transport, Umschlag, Zoll, Abgaben, Steuern und letzte Meile. Immer als Entscheidungsgrundlage nutzen – nicht nur den Frachttarif vergleichen.
- last-mile
- Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- Mehrwertsteuer
- Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
- MWST
- Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
- pickup
- Factory collection: Abholung ab Werk per Lkw, Verladung und Transport zur CFS, CY oder zum Flughafen. Faktoren wie Entfernung, Mehrfachstopps und Versandbereitschaft beeinflussen die Kosten.
- port-to-port
- Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- RoHS
- RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
- Taric
- Tarifa Integrada Comunitaria. EU-Zolldatenbank, die in Spanien zur Einreihung und Berechnung von Einfuhrabgaben genutzt wird.
- Umsatzsteuer
- Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
- VAT
- Mehrwertsteuer. Standard-Verbrauchssteuer auf Importe in Kambodscha, aktuell 10%.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
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