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Aktualisiert · Oktober 2026 11 Min. Lesezeit DAP vs DDP

DAP vs DDP in Deutschland: Umsatzsteuer, Zölle, EORI und Zollabwicklung erklärt (Incoterms-Leitfaden für Importeure)

Vergleichen Sie DAP und DDP für Deutschland: Wer zahlt Umsatzsteuer und Zölle? EORI-Registrierung, ATLAS-Zollanmeldung und besondere Compliance-Pflichten für Importeure. Aktualisiert für 2026.

Lucas Arillotta
Lucas Arillotta Supply Chain Manager bei SINO Shipping
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China DAP vs DDP
world map
Seefracht
$2,160–$2,640
Luftfracht
$4.14/kg
Seetransit
25–33 Tage
Lufttransit
5–6 Tage
In diesem Leitfaden
  1. 01 DAP vs DDP in Deutschland
  2. 02 EORI-Registrierung für Deutschla
  3. 03 Zollabfertigung über ATLAS
  4. 04 Umsatzsteuer, Zölle und Gebühren
  5. 05 Deutsche Importanforderungen
  6. 06 DAP oder DDP für Deutschland wäh
  7. 07 Typische Fehler in Deutschland
  8. 08 Fazit für Deutschland
Die wichtigsten Inhalte des Artikels
  • Bei DAP sind Einfuhrumsatzsteuer und Zölle nicht enthalten; bei DDP sind sie für Lieferungen nach Deutschland inklusive.
  • Die EORI-Registrierung ist für alle Importeure in Deutschland Pflicht – auch bei DDP-Sendungen.
  • Der reguläre Umsatzsteuersatz in Deutschland beträgt 19 %, der ermäßigte Satz 7 %.
  • Für die Zollabfertigung in Deutschland ist das elektronische ATLAS-System vorgeschrieben.
Lucas Arillotta Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping ·

Der Versand von China nach Deutschland hängt maßgeblich von einer Entscheidung ab: Wer trägt die Verantwortung für Einfuhrabgaben, Zollabfertigung und die Einhaltung der Vorschriften an der deutschen Grenze? Wird hier ein Fehler gemacht, kann aus einer vermeintlichen “DDP”-Sendung schnell eine böse Überraschung werden – mit unerwarteten Rechnungen, Zollstopps oder im schlimmsten Fall Rücksendung oder Vernichtung der Ware. Die Entscheidung zwischen DAP und DDP ist nicht nur eine Preisfrage, sondern betrifft Kontrolle, Risiko und rechtliche Verantwortung. Dieser Leitfaden beleuchtet die deutsche Praxis: Umsatzsteuer, Zölle, EORI-Registrierung, ATLAS-Abwicklung und Compliance-Fallen. Für den Gesamtüberblick – Wahl des Transportmodus, Seefracht vs. Luftfracht, Haus-zu-Haus vs. Hafen-zu-Hafen und deutsche Einfuhrabgaben – finden Sie alle Details im kompletten Deutschland-Versandratgeber.

DAP vs DDP in Deutschland (Was Importeure wirklich wissen müssen)

Beim Versand von Waren aus China nach Deutschland entscheidet das gewählte Incoterm – DAP (Delivered At Place) oder DDP (Delivered Duty Paid) – wer für die Entrichtung von Einfuhrumsatzsteuer, Zöllen und die Zollabwicklung zuständig ist. Viele Importeure interpretieren diese Begriffe falsch und erleben dadurch unerwartete Kosten oder Verzögerungen.

Drei entscheidende Unterschiede im Überblick

So unterscheiden sich DAP und DDP bei Lieferungen nach Deutschland:

DAPDDP
Wer zahlt Umsatzsteuer & Zölle?Käufer/Importeur in DeutschlandVerkäufer oder dessen Vertreter
ZollabwicklungKäufer (oder dessen Spediteur/Zollagent) meldet über ATLAS anVerkäufer (oder dessen Spediteur/IOR) meldet über ATLAS an
EORI erforderlich?Käufer benötigt EORIVerkäufer/Vertreter benötigt EORI

Bei DAP liefert der Verkäufer die Ware bis zu Ihrer Adresse in Deutschland, aber Sie sind für die Einfuhrabfertigung und die Zahlung der Steuern verantwortlich. Bei DDP übernimmt der Verkäufer alles – inklusive Zahlung von Umsatzsteuer und Zöllen – sodass die Ware verzollt und abgabenfrei bei Ihnen ankommt.

Für detaillierte Vergleiche der Incoterms siehe FCA vs FOB, CIF vs CIP und unseren Incoterms-Ratgeber.

Wer zahlt Umsatzsteuer und Zölle?

Das deutsche Umsatzsteuersystem erhebt auf die meisten Importe 19% Umsatzsteuer, für bestimmte Waren gilt ein ermäßigter Satz von 7%. Die Zollabgaben liegen je nach Produkt zwischen 0 und 12%, Details finden Sie im deutschen Zolltarif. Bei DAP zahlen Sie diese Steuern und Abgaben direkt an den deutschen Zoll. Bei DDP muss der Verkäufer (bzw. dessen Spediteur) diese Beträge vor der Zustellung entrichten.

Wenn Sie unsicher sind, wer die Abgaben übernimmt, klären Sie dies unbedingt mit Ihrem Spediteur oder Lieferanten. Viele vermeintliche “DDP”-Angebote sind in Wahrheit DAP, bei denen der Käufer am Ende Umsatzsteuer und Zölle zahlen muss.

Versteckte DDP-Fallen

Vorsicht vor „Fake DDP“: Manche Lieferanten oder Spediteure bieten „DDP“ an, erwarten aber, dass der Empfänger Umsatzsteuer oder Zölle übernimmt. Das ist kein echtes DDP – und kann zu Zollstopps, Nachforderungen oder sogar zur Verweigerung der Zustellung führen. Fordern Sie immer einen Nachweis, wer als Importeur (EORI-Inhaber) eingetragen ist und wer die Steuern bezahlt.

EORI-Registrierung in Deutschland (Importer of Record-Regeln erklärt)

Die EORI-Registrierung ist für jede Firma, die nach Deutschland importiert, zwingend erforderlich. Ohne EORI kann keine Sendung abgefertigt werden – unabhängig vom gewählten Incoterm.

Wer benötigt eine EORI-Nummer?

Jeder Importeur in Deutschland (einschließlich Verkäufer bei DDP-Lieferungen) benötigt eine EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification). Das gilt für deutsche Unternehmen, ausländische Verkäufer oder Logistikdienstleister, die als IOR auftreten.

  • Die EORI-Registrierung ist kostenlos und dauert in der Regel 1-3 Werktage.
  • Die Anmeldung erfolgt bei der Bundeszollverwaltung, Details finden Sie in unserem Leitfaden zur ATLAS-Zollabwicklung.
  • Ohne EORI keine Zollabfertigung – Ihre Sendung bleibt im Hafen oder am Flughafen stehen.

Wenn Sie erstmals importieren, kümmern Sie sich frühzeitig um die EORI-Registrierung – Tipps zur Zeitplanung finden Sie im Leitfaden zu Buchungsfristen.

Typische IOR-Konstellationen in Deutschland

Der Importeur (Importer of Record, IOR) ist die juristische Person, die für die Zollanmeldung, Umsatzsteuer und die Einhaltung aller Vorschriften verantwortlich ist:

  • DAP: Der deutsche Käufer/Importeur ist IOR. Sie (oder Ihr Zollagent) geben die Anmeldung im ATLAS-System ab.
  • DDP: Der Verkäufer (oder sein Vertreter, etwa ein Broker oder DDP-Dienstleister) übernimmt die Rolle des IOR und muss sich für eine EORI registrieren.

Manche Verkäufer nutzen externe IOR-Services oder Broker, um DDP-Verpflichtungen zu erfüllen. Klären Sie immer, wer tatsächlich als IOR eingetragen ist – wenn es Sie betrifft, werden Sie auch für Umsatzsteuer und Zölle herangezogen.

Zollabfertigung über ATLAS (Wie DAP vs DDP die Anmeldung beeinflusst)

In Deutschland erfolgt jede elektronische Zollanmeldung über das ATLAS-System. Wer die Anmeldung vornimmt, hängt vom verwendeten Incoterm ab.

Bei DAP: Wer meldet in ATLAS an?

Bei DAP ist der Käufer/Importeur (oder dessen Zollagent) verpflichtet, die Eingangsanmeldung (ENS) über ICS2 abzugeben und die Abfertigung im ATLAS-System durchzuführen. Sie müssen:

  • Alle erforderlichen Unterlagen bereitstellen (Handelsrechnung, Packliste, ggf. CE-Zertifikate).
  • Die Einfuhrumsatzsteuer und Zölle direkt an die Bundeszollverwaltung zahlen.
  • Für die Einhaltung aller Vorschriften sorgen (z. B. ISPM 15 für Paletten, Produktzertifizierungen).

Weitere Informationen zu benötigten Dokumenten finden Sie in unserem Leitfaden zur Transportversicherung und zu Abholservices am Ursprungsort.

Bei DDP: Wer meldet in ATLAS an?

Bei DDP übernimmt der Verkäufer oder sein beauftragter Zollagent/IOR die Zollanmeldung im ATLAS-System. Dieser:

  • Reicht die ENS und alle Begleitdokumente ein.
  • Zahlt Einfuhrumsatzsteuer und Zölle für Sie.
  • Gewährleistet die Einhaltung deutscher Standards (CE-Kennzeichnung, ISPM 15 usw.).

Falls der DDP-Dienstleister Steuern nicht zahlt oder keine EORI-Nummer registriert, kann die Sendung beim Zoll festgehalten werden und Sie werden bei Zustellung zur Zahlung aufgefordert – das widerspricht dem „All-in“-Versprechen von DDP.

DAP vs DDP: Wer erledigt die Zollabfertigung?

IncotermATLAS-AnmeldungZahlung USt/ZollEORI-Inhaber
DAPKäufer/Importeur oder AgentKäufer/ImporteurKäufer/Importeur
DDPVerkäufer oder dessen Agent/IORVerkäufer/AgentVerkäufer/IOR-Dienst

Mehr zur Zollabfertigung finden Sie in unserem ATLAS-Schritt-für-Schritt-Leitfaden.

Importabfertigung Deutschland: Sind Sie bereit?

Alles erledigen, bevor die Ware im Hafen oder am Flughafen eintrifft.

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Umsatzsteuer, Zölle und Gebühren (Wer zahlt was – und wann – in Deutschland)

Bei Importen nach Deutschland fallen Umsatzsteuer, Zölle und verschiedene Abfertigungsgebühren an. Wer wann zahlt, ist entscheidend, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Zahlungsverantwortung nach Incoterm

Bei DAP zahlt der Käufer/Importeur die Umsatzsteuer und Zölle bei der Zollabfertigung. Bei DDP übernimmt der Verkäufer (oder dessen Vertreter) diese Zahlungen vor der Zustellung.

  • Umsatzsteuer: 19 % regulär, 7 % ermäßigt für bestimmte Waren.
  • Zölle: 0–12 % je nach Warennummer.
  • Abfertigungsgebühren: Werden von demjenigen getragen, der die ATLAS-Anmeldung vornimmt.

Detaillierte Zolltarife finden Sie auf unserer Seite zu Einfuhrabgaben und Steuern.

Übliche Umsatzsteuer- und Zolltarife

AbgabeSatzWer zahlt (DAP)Wer zahlt (DDP)
Umsatzsteuer19 % (regulär) / 7 % (ermäßigt)Käufer/ImporteurVerkäufer/IOR
Zoll0–12 % (warenspezifisch)Käufer/ImporteurVerkäufer/IOR
AbfertigungsgebührVariabelKäufer/ImporteurVerkäufer/IOR
LagergeldBei VerzögerungKäufer/ImporteurVerkäufer/IOR

Bei DAP kann der Importeur die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen – Details dazu in unserem Leitfaden zu Mehrwertdiensten.

Die größte Falle in Deutschland: „DDP, aber Empfänger zahlt bei Lieferung“

Viele „DDP“-Angebote sind irreführend. Wird der Empfänger bei Anlieferung zur Zahlung von Umsatzsteuer, Zöllen oder Abfertigungsgebühren aufgefordert, handelt es sich nicht um echtes DDP. Der deutsche Zoll gibt Waren erst frei, wenn alle Abgaben beglichen sind – hat der Verkäufer nicht gezahlt, erhält der Käufer die Rechnung.

DDP-Tücken in Deutschland

Akzeptieren Sie niemals „DDP“, bei dem Sie bei Ankunft Umsatzsteuer oder Zölle zahlen sollen. Dies ist ein Warnsignal für Fake-DDP, was oft zu Verzögerungen, Zusatzkosten oder verweigerter Zustellung führt. Bestehen Sie auf eindeutigen Unterlagen, die den Verkäufer (oder dessen Agenten) als IOR ausweisen und belegen, dass alle Steuern im Voraus bezahlt wurden.

Wer zahlt? (nach Kostenposition)

KostenpositionDAPDDP
FrachtVerkäuferVerkäufer
EinfuhrumsatzsteuerKäuferVerkäufer
ZollKäuferVerkäufer
AbfertigungsgebührenKäuferVerkäufer
Zustellung letzte MeileVerkäuferVerkäufer

Mehr zur Zustellung auf der letzten Meile finden Sie in unserem Leitfaden zu deutschen Lieferdiensten.

Deutschland-spezifische Anforderungen (CE-Kennzeichnung, ISPM 15 und mehr)

Unabhängig von den Incoterms gelten in Deutschland strenge Vorgaben zu Produktsicherheit, Palettenstandard und Lebensmittelimporten.

CE-Zertifizierung für regulierte Produkte

Jedes regulierte Produkt (Elektronik, Maschinen, Spielzeug usw.) muss die CE-Kennzeichnung tragen – zertifiziert durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Ohne gültiges CE-Zertifikat kann der Zoll Ihre Sendung zurückhalten oder zurückschicken.

ISPM 15-Behandlung für Paletten

Alle Holzverpackungen aus China müssen nach ISPM 15 hitzebehandelt sein. Fehlt die Zertifizierung, kann der deutsche Zoll die Sendung vernichten oder zurückschicken. Der EUR-Palettenstandard beträgt 1200 mm x 800 mm.

Gesundheitszertifikate für Lebensmittelimporte

Lebensmittel, Kosmetika und andere regulierte Konsumgüter benötigen ein Gesundheitszertifikat vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Ohne dieses ist eine Abfertigung nicht möglich.

Checkliste für Einhaltung deutscher Vorschriften

Vor Buchung von DAP- oder DDP-Sendungen prüfen

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Wann DAP für Deutschland sinnvoller ist (und wann sich DDP lohnt)

Ob DAP oder DDP besser zu Ihrem Geschäft passt, hängt von Ihren Anforderungen, Ihrer Erfahrung mit Importvorschriften und dem gewünschten Maß an Kontrolle über den Importprozess ab.

Vorteile von DAP für deutsche Importeure

  • Vorsteuerabzug: Als in Deutschland umsatzsteuerlich registriertes Unternehmen können Sie bei DAP die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Bei DDP ist das nicht möglich, da der Verkäufer die Steuer zahlt.
  • Zollabwicklung in eigener Hand: Sie steuern die Verzollung, sorgen für die Einhaltung aller Vorschriften und können Probleme direkt klären.
  • Kostentransparenz: Sie behalten alle Kosten und Dokumente selbst im Blick.

DAP eignet sich besonders für erfahrene Importeure, die sich mit deutschen Zoll- und Umsatzsteuerverfahren auskennen.

DDP: Wann sich die Komplettlieferung lohnt

  • Vereinfachte Logistik: Der Verkäufer übernimmt alle Importschritte – von der EORI-Registrierung über die Zollabfertigung bis zur Bezahlung von Steuern und Abgaben.
  • Weniger Verwaltungsaufwand: Sie müssen keine Zollanmeldungen abgeben oder Steuern selbst zahlen.
  • Ideal für E-Commerce und Kleinsendungen: Besonders bei Nutzung des EU-OSS (One Stop Shop) für Online-Verkäufe.

DDP ist sinnvoll für Käufer ohne Firmensitz oder Umsatzsteuerregistrierung in Deutschland oder für Ersteinführer, die eine Rundum-sorglos-Lieferung benötigen.

Typische Fehler in Deutschland (Was Importeure jedes Jahr ausbremst)

Wir erleben immer wieder dieselben Stolpersteine – teuer, ärgerlich und mit der richtigen Vorbereitung vermeidbar.

Falsche Annahmen zu Umsatzsteuer und Zöllen

Viele Importeure glauben, DDP bedeute „keine Steuern“ – und erleben dann böse Überraschungen, wenn bei Anlieferung doch Einfuhrumsatzsteuer oder Zölle fällig werden. Klären Sie immer schriftlich, wer was zahlt.

Fehlende EORI-Registrierung

Sendungen treffen ohne EORI-Nummer ein – das führt zu Zollstopps, Lagergebühren und Lieferverzögerungen.

Fehlerhafte Palettenbehandlung

Holzpaletten ohne ISPM 15-Zertifikat werden abgelehnt, vernichtet oder zurückgesendet. Gerade Lieferanten ohne Erfahrung mit deutschen Standards verursachen hier oft Probleme.

Unvollständige CE-Zertifizierung

Regulierte Produkte ohne CE-Kennzeichnung werden vom Zoll gestoppt. Prüfen Sie alle Nachweise vor dem Versand.

Fehlerhafte HS-Code-Einstufung

Unklare oder falsche HS-Codes führen zu Nachverzollung, höheren Abgaben und Prüfungen durch den Zoll. Nutzen Sie unseren Anti-Dumping-Ratgeber für sensible Warengruppen.

Dokumentationsfehler

Fehlende oder widersprüchliche Rechnungen, Packlisten oder Zertifikate verzögern die Abfertigung. In unserem Cut-off-Zeiten-Ratgeber finden Sie alle Fristen für die Dokumentenabgabe.

Wichtigste Warnsignale beim Import nach Deutschland
  • „DDP“, aber Empfänger zahlt bei Ankunft Umsatzsteuer/Zölle
  • Keine EORI-Registrierung vor Versand
  • Nicht ISPM 15-konforme Paletten oder fehlende Zertifikate
  • Unvollständige oder ungültige CE-Kennzeichnung
  • Falsche HS-Codes und dadurch Zollprüfungen

Fazit für Deutschland (So vermeiden Sie teure Überraschungen)

Wer von China nach Deutschland versenden will, sollte mit der EORI-Registrierung starten, die Produktkonformität (CE, ISPM 15, Gesundheitszertifikate) prüfen und die Zuständigkeit für Umsatzsteuer und Zölle klar per Incoterm regeln. DAP gibt Ihnen Kontrolle und Vorsteuerabzug; DDP ist bequem, aber nur dann sinnvoll, wenn der Verkäufer EORI, Zoll und alle Steuern übernimmt. Die meisten „DDP“-Probleme entstehen durch unklare Verantwortlichkeiten oder fehlende Dokumente.

Fordern Sie Ihr individuelles Angebot über unser Anfrageformular an – und lesen Sie den vollständigen Deutschland-Versandleitfaden für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wir sorgen dafür, dass Sie sicher und ohne böse Überraschungen importieren.

ReferenzGlossar· 31 Begriffe

Suchen Sie einen Begriff oder springen Sie nach Buchstaben.

all-in
Angebot, das alle Hauptkosten (z. B. Fracht, Handling, Verzollung) enthält; prüfen Sie immer, was abgedeckt ist, um keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
ATLAS
Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
CE
Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
CE-Kennzeichnung
CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
CIF
Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
CIP
Carriage and Insurance Paid To – für alle Transportarten; Verkäufer zahlt Fracht und umfassende Versicherung (oft ICC A) bis zum vereinbarten Ort; bietet höheren Schutz als CIF und ist für Luftfracht und hochwertige Güter zu empfehlen.
clearance
Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
cut-off
Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
DAP
Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
DDP
Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
door-to-door
Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
duty
Einfuhrzoll: Steuer, die vom Zoll auf importierte Waren erhoben wird – Bemessung nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland.
Einfuhrumsatzsteuer
Einfuhrumsatzsteuer. Steuer, die auf importierte Waren nach Deutschland erhoben und vom Zoll bei der Einfuhr eingezogen wird.
EORI
Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
EORI-Nummer
EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
EXW
Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
FCA
Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
FCL
Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
FOB
Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
Importer of Record
Die im Zielland für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern verantwortliche Partei (Abk. IOR).
Incoterms
Internationale Handelsklauseln: Standardregeln (EXW, FOB, CIF, DDP etc.), die festlegen, wer zahlt, wer verzollt und ab wann das Risiko übergeht.
IOR
Importeur im rechtlichen Sinne: Die Person oder Firma, die für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern im Empfangsland verantwortlich ist.
ISPM 15
Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
last-mile
Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
LCL
Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
pickup
Factory collection: Abholung ab Werk per Lkw, Verladung und Transport zur CFS, CY oder zum Flughafen. Faktoren wie Entfernung, Mehrfachstopps und Versandbereitschaft beeinflussen die Kosten.
port-to-port
Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
REACH
REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
RoHS
RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
Umsatzsteuer
Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
Zoll
Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.