In diesem Leitfaden
- EORI Registrierung ist für alle DDP Sendungen nach Deutschland verpflichtend, auch für Nicht-EU-Importeure.
- Deutschland erhebt 19% Umsatzsteuer und Zollgebühren von 0–12% beim Import, eingezogen vom deutschen Zoll.
- ATLAS elektronische Anmeldung und ENS Vorabmeldung sind für alle Transportarten erforderlich.
- Nichtbeachtung von CE-Kennzeichnung oder ISPM 15 bei Holzverpackungen führt zu Rückhaltung oder Ablehnung der Sendung in Deutschland.
Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping · Der Versand von China nach Deutschland unter DDP („Delivered Duty Paid“) bedeutet weit mehr, als einfach nur ein „all-in“-Angebot zu erhalten. Entscheidend ist wer tatsächlich als Importeur im rechtlichen Sinne (Importer of Record, IOR) auftritt, ob Ihre Ware den deutschen und EU-Vorgaben entspricht und ob Mehrwertsteuer und Zölle wirklich vor der Zustellung beglichen sind. Fehler in diesen Punkten führen schnell zu Zollstopps, unerwarteten Steuernachzahlungen für Ihren Kunden oder gar zur Zurückweisung der Sendung an der Grenze. Dieser Leitfaden beleuchtet die Besonderheiten des DDP-Versands nach Deutschland: Wer darf legal als Importeur auftreten, welche Kosten fallen tatsächlich an, welche Compliance-Hürden drohen und wie unterscheiden sich Kuriere und Spediteure bei DDP. Einen vollständigen Überblick – inklusive Seefracht, Luftfracht, Compliance und Transportart – finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden für den Versand nach Deutschland.
Wer darf DDP-Sendungen in Deutschland legal importieren? (EORI, IOR und EU-Vorgaben)
Wer DDP nach Deutschland versenden will, steht zuerst vor dem Thema Importer of Record (IOR). Der deutsche Zoll verlangt, dass der IOR eine gültige EORI-Nummer besitzt – egal, ob Ihr Kunde ein deutsches Unternehmen, eine EU-Firma oder ein beauftragter Dritter ist. Ohne EORI gibt es keine legale Einfuhr, und die Ware bleibt beim Zoll hängen.
Importeur im Rechtssinn: EORI-Pflicht
Das deutsche Zollsystem ist streng: Der IOR muss in der Einfuhranmeldung genannt werden und eine EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) besitzen. Das gilt für deutsche Unternehmen, EU-Firmen oder beauftragte Broker gleichermaßen. Bei DDP sind Sie (als Verkäufer oder Ihr Spediteur) verantwortlich, einen IOR zu benennen und die EORI-Registrierung vor Ankunft der Ware sicherzustellen.
- Deutscher Käufer als IOR: Für B2B die sauberste Lösung. Ihr Kunde hat bereits eine EORI, erledigt die Verzollung und übernimmt die Ware. Sie können unter DAP oder DDP liefern, aber der Käufer muss der Rolle als IOR zustimmen.
- EU-basierter Broker oder IOR-Service: Kann Ihr Kunde nicht als IOR auftreten (keine EORI, keine Zollerfahrung), können Sie einen Broker oder Spezialdienst beauftragen. Dieser beantragt eine EORI, übernimmt die Zollabwicklung und leitet die Ware an Ihren Kunden weiter. Gängig bei E-Commerce, B2C oder Verkauf an Privatkunden.
- Kurier als IOR: Große Kuriere (DHL, UPS, FedEx) treten manchmal für kleine Pakete als IOR auf, allerdings nur für bestimmte Warengruppen und Werte. Für B2C funktioniert das gut, für regulierte oder hochwertige Waren jedoch nicht.
Mehr zur Auswahl des passenden IOR finden Sie unter Tür-zu-Tür vs. Hafen-zu-Hafen und Zollabwicklung ATLAS.
| Rolle | EORI erforderlich | Typischer Anwendungsfall | Risiko ohne EORI |
|---|---|---|---|
| Deutscher Käufer | Ja | B2B, regelmäßige Importe | Zollstop, Sendung wird gehalten |
| Broker / IOR-Service | Ja | B2C, E-Commerce | Zollstop, Sendung wird gehalten |
| Kurier (DHL/UPS) | Ja (eigene) | Kleinsendungen, B2C | Zustellung verweigert, Retoure |
B2B vs. B2C: Das DDP-Feld in Deutschland
B2B-Importe werden meist vom Käufer abgewickelt, der eine EORI und Zollerfahrung hat. Viele bevorzugen DAP oder FOB plus eigenen Broker, aber DDP ist möglich, wenn Sie einen gültigen IOR benennen und alle Steuern vorab zahlen. Im B2C und E-Commerce erwarten Käufer „keine Überraschungen“ – keine Nachzahlung bei Zustellung, kein Nachfassen für die Mehrwertsteuer. Hier bedeutet echtes DDP, dass der Verkäufer oder dessen Logistikpartner als IOR auftritt, alle Gebühren übernimmt und die Sendung ohne offene Kosten ankommt.
Wenn Sie mit einem Spediteur versenden, achten Sie darauf, dass Ihr DDP-Angebot EORI-Registrierung, Compliance-Prüfung und alle Steuern beinhaltet. Bei Kurierdiensten prüfen Sie, ob diese als IOR auftreten und die MwSt. sowie Zölle abführen. Mehr dazu unter DAP vs. DDP.
Was fällt bei der Einfuhr in Deutschland an? (MwSt., Zoll und versteckte Kosten)
Die tatsächlichen DDP-Kosten in Deutschland setzen sich aus MwSt. (Umsatzsteuer), Zoll, Abfertigungsgebühren und teils weiteren Compliance-Kosten zusammen. Jedes Angebot sollte diese Posten einzeln ausweisen – sonst drohen Nachforderungen oder unvorhergesehene Rechnungen.
MwSt. und Zoll: Die echten DDP-Kosten
Deutschland erhebt auf die meisten Importe den regulären MwSt.-Satz von 19%, dazu Zoll zwischen 0–12% je nach HS-Code. Die MwSt. wird bei der Einfuhr erhoben, nicht beim Verkauf, und muss im DDP-Preis enthalten sein. Der Zollsatz richtet sich nach Warentarifnummer und Ursprung.
- Reguläre MwSt.: 19% (Lebensmittel, Bücher etc. 7%)
- Zoll: 0–12% (Details im Leitfaden zu Einfuhrabgaben und Steuern)
- Abfertigung, Auslagen, Lagerung: Oft versteckt im DDP-Angebot, aber vor Zustellung zu zahlen
Fehlt einer dieser Posten, erhält Ihr Kunde womöglich eine Nachforderung – oder die Sendung bleibt beim Zoll. Eine Aufschlüsselung finden Sie unter EXW vs. FOB und FCA vs. FOB.
| Kostenposition | Wer zahlt bei DDP | Typischer Betrag |
|---|---|---|
| Zoll (0–12%) | Verkäufer | Je nach HS-Code unterschiedlich |
| MwSt. (19% oder 7%) | Verkäufer | Auf CIF-Wert berechnet |
| Abfertigung/Auslagen | Verkäufer | 80–250 EUR pro Vorgang |
| Lagerung (bei Verzögerung) | Verkäufer | 20–60 EUR/Tag |
Deutschland
Kostentreiber, die DDP-Angebote in Deutschland sprengen
Viele DDP-Angebote scheitern daran, dass Verkäufer (oder deren Spediteur) folgende Posten nicht einkalkulieren:
- MwSt. bei der Einfuhr (nicht nur Zoll)
- Auslagengebühren (Kurier oder Broker zahlt MwSt./Zoll vor, berechnet dann weiter)
- Lagerkosten (bei Verzögerungen in der Zollabfertigung)
- Compliance-Kosten (CE-Kennzeichnung, ISPM 15-Zertifikat usw.)
Fordern Sie immer eine vollständige Aufschlüsselung, wenn Sie Angebote vergleichen. Mehr dazu unter Value Added Services und Transportversicherung.
Zollabfertigung in Deutschland (ATLAS, ENS und der Papierkram-Check)
Die Zollabfertigung in Deutschland dreht sich um Dokumente, elektronische Meldungen und präzises Timing. Für alle Anmeldungen ist das ATLAS-System verpflichtend, und die Entry Summary Declaration (ENS) muss vor der Ankunft eingereicht werden. Werden diese Schritte versäumt, wird die Sendung entweder zurückgestellt, verzögert oder zurückgesandt.
Elektronische ATLAS-Anmeldung: Pflicht für alle
Jede Einfuhr nach Deutschland muss über ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem) angemeldet werden. Das gilt für Seefracht, Luftfracht und Bahntransporte. Ihr IOR oder Ihr Zollagent benötigt Zugang zu ATLAS und muss die Anmeldung vor Eintreffen der Ware abgeben.
- ATLAS-Anmeldung: Für alle Transportarten und Sendungen erforderlich
- IOR mit EORI: Muss in der Anmeldung genannt sein
- Zollagent oder Kurier: Kann im Auftrag anmelden, wenn beauftragt
Weitere Informationen finden Sie unter Zollabfertigung ATLAS und Letzte-Meile-Zustellung.
ENS-Voranmeldung: Was ist vorgeschrieben?
Für Deutschland muss eine ENS (Entry Summary Declaration) vor Ankunft eingereicht werden – unabhängig davon, ob per Seefracht, Luftfracht oder Bahn. Sie dient der Sicherheit, Risikoprüfung und sorgt dafür, dass der Zoll die Sendung zügig bearbeiten kann.
- ENS für Seefracht: Muss vor Ankunft des Schiffs in Hamburg oder Bremerhaven eingereicht werden
- ENS für Luftfracht: Muss vor Landung am Flughafen Frankfurt abgegeben werden
- ENS für Bahn: Muss vor Einfahrt des Zuges in Duisburg gemeldet werden
Fehlt die ENS, wird Ihre Ware solange festgehalten, bis die Unterlagen vollständig sind. Mehr dazu unter Cut-off-Zeiten Leitfaden und Versandkalender.
Abfertigungszeiten und Verzögerungen
Sind alle Unterlagen korrekt, dauert die Zollabfertigung in der Regel 1–3 Tage. Fehlerhafte Dokumente, Verstöße oder Kontrollen können die Freigabe jedoch auf eine Woche oder länger verzögern. Häufige Ursachen sind:
- Falsche EORI oder fehlender IOR
- Fehlende CE-Kennzeichnung oder ISPM 15-Zertifikat
- Unvollständige Produktdokumentation
Tipps für eine schnellere Abfertigung finden Sie unter Abholung am Ursprungsort und Buchungsfenster.
| Schritt | Üblicher Zeitrahmen | Verzögerungsrisiko |
|---|---|---|
| ATLAS-Anmeldung | Am selben Tag | Hoch bei fehlender EORI |
| ENS-Meldung | Vor Ankunft | Hoch bei verspäteter Einreichung |
| Zollkontrolle | 1–3 Tage | Länger bei Verstößen |
| Lagerung (bei Verzögerung) | Tägliche Gebühren | Kosten summieren sich schnell |
Produktkonformität: Hürden bei CE, ISPM 15 und deutschen Normen
Deutschland legt beim Import großen Wert auf die Einhaltung von Produktvorschriften. Erfüllt Ihre Ware diese nicht, hält der Zoll die Sendung zurück, verweigert die Einfuhr oder lässt sie vernichten – auch wenn Steuern und Zölle bereits bezahlt sind.
CE-Kennzeichnung: Wer sie braucht und wie man sie bekommt
Die CE-Kennzeichnung ist Pflicht für Elektronik, Maschinen, Spielzeug, Medizinprodukte und viele weitere Kategorien. Der deutsche Zoll prüft das CE-Zeichen, die Konformitätserklärung und die dazugehörigen Prüfberichte. Fehlen diese oder sind sie fehlerhaft, wird die Sendung gestoppt.
- Wer braucht CE: Elektronik, Maschinen, Spielzeug, Medizinprodukte usw.
- Wie bekommt man sie: Zertifizierung z. B. über TÜV Rheinland, DEKRA oder andere Benannte Stellen; Dauer 2–8 Wochen, Kosten EUR 500–5.000+
- Benötigte Unterlagen: CE-Zeichen am Produkt, Konformitätserklärung, Prüfberichte
Mehr dazu im CE-Kennzeichnung, REACH und RoHS Leitfaden.
ISPM 15 für Holzverpackungen: Ablehnung vermeiden
Alle Holzverpackungen (Paletten, Kisten) aus China müssen nach ISPM 15 hitzebehandelt und entsprechend gekennzeichnet sein. Der Pflanzenschutzdienst kontrolliert die Einhaltung bei Einfuhr. Fehlt die Markierung oder ist sie nicht vorschriftsgemäß, kann die Ware zurückgewiesen oder vernichtet werden.
- ISPM 15 Pflicht: Für alle Holzverpackungen aus Nicht-EU-Ländern
- Kontrolle: Bei Ankunft im Hafen oder Flughafen
- Risiko: Hoch – Nichtbeachtung führt zur Ablehnung
Weitere Details finden Sie im EUR/EPAL Paletten Leitfaden und Feuchtigkeitsschutz.
| Konformitätsanforderung | Wer prüft | Zeitrahmen | Kosten | Risiko bei Fehlen |
|---|---|---|---|---|
| CE-Kennzeichnung | Zoll | 2–8 Wochen (vor Versand) | EUR 500–5.000+ | Sendung wird gestoppt |
| ISPM 15 | Zoll | Sofort (bei Einfuhr) | EUR 10–50/Palette | Sendung wird abgelehnt |
Produktgruppen mit erhöhtem Risiko in Deutschland
Bestimmte Warengruppen werden besonders streng kontrolliert:
- Elektronik und Maschinen (CE, EMV, RoHS)
- Spielzeug (CE, EN71)
- Lebensmittel und Kosmetik (BVL-, BfR-Konformität)
- Holzverpackungen (ISPM 15)
Mehr dazu im Lebensmittel, Kosmetik, BVL, BfR Leitfaden und Anti-Dumping-Zölle Deutschland.
Wann Kuriere in Deutschland punkten (klare Regeln für DDP-Express)
Für kleine Pakete und eilige Sendungen bieten Kuriere wie DHL, UPS und FedEx eine vereinfachte DDP-Abwicklung. Die Vorgaben sind jedoch streng – nur bestimmte Warengruppen und Werte sind zulässig, und die Einhaltung der Vorschriften wird weiterhin geprüft.
Express-Abwicklung: So organisieren Kuriere DDP
Kuriere können als IOR für Pakete unterhalb bestimmter Schwellenwerte (meist unter EUR 1.000–2.000) auftreten, Zollanmeldungen über ihre eigene EORI-Nummer einreichen und Umsatzsteuer sowie Zoll für Sie vorstrecken. Sie zahlen alles bequem per Sammelrechnung, und der Empfänger erhält das Paket ohne Nachzahlung.
- Schnelle Abfertigung: 1–3 Tage über Flughafen Frankfurt oder andere Hubs
- Integrierte Verzollung: Kurier meldet über ATLAS und ENS an und zahlt Umsatzsteuer/Zoll
- Sammelrechnung: Alles inklusive im DDP-Angebot, aber nur für zulässige Waren
Mehr dazu im Vergleich Luftfracht vs Express und unter Versandart wählen.
| Modus | Typischer Anwendungsfall | IOR-Konstellation | Einschränkungen |
|---|---|---|---|
| Kurier | Kleine Pakete, B2C | Kurier als IOR | Wert- und Produktlimits |
| Spediteur | Größere Sendungen, B2B | Käufer oder Agent | Gültigen IOR benennen |
Kurier vs. Spediteur: Unterschiede bei der Compliance
Kuriere sind für Pakete effizient, übernehmen aber keine regulierten Güter, hochpreisige Sendungen oder Waren ohne CE-/ISPM 15-Kennzeichnung. Spediteure transportieren größere Mengen und komplexe Produkte, benötigen aber mehr Dokumente und einen gültigen IOR.
Mehr dazu unter FCL vs LCL Seefracht und beste Routen nach Deutschland.
Häufige Fehler beim DDP-Versand nach Deutschland (was Ihren Import blockiert)
Diese Fehler sehen wir immer wieder – jeder einzelne kann Ihre Sendung verzögern, unerwartete Kosten verursachen oder zur Rücksendung führen.
Fehlende oder falsche EORI-Nummer
Fehlt die EORI-Nummer des IOR oder ist sie in der Zollanmeldung falsch, lehnt ATLAS die Anmeldung ab und der Zoll hält die Sendung zurück. Das ist der häufigste Grund für gescheiterte DDP-Lieferungen.
Unvollständige Produktdokumentation (CE, ISPM 15)
Fehlende CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung oder ISPM 15-Zertifikat führen zu sofortiger Zurückhaltung oder Ablehnung. Nicht-konforme Ware wird nicht abgefertigt, und Lagergebühren summieren sich schnell.
Falsche Kalkulation von Umsatzsteuer und Zoll
Viele Verkäufer vergessen die Umsatzsteuer (19 %) einzurechnen oder berechnen den Zoll (0–12 %) falsch. Die Folge: Der Käufer erhält eine Nachforderung bei Lieferung oder die Sendung wird bis zur Zahlung blockiert.
Ungültige Benennung des IOR
Wird ein Unternehmen außerhalb der EU oder eine Organisation ohne gültige EORI als IOR benannt, akzeptiert der Zoll die Anmeldung nicht. Die Sendung kann nach China zurückgehen.
Übersehene Lager- und Auslagengebühren
Verzögerungen bei der Abfertigung (oft wegen fehlender Unterlagen) verursachen Lagerkosten im Hafen oder am Flughafen. Auslagengebühren – wenn ein Broker oder Kurier Umsatzsteuer/Zoll vorstreckt – werden im DDP-Angebot oft nicht berücksichtigt und führen zu unerwarteten Nachforderungen.
Empfohlene Vorgehensweise für DDP nach Deutschland (EU-First-Ansatz)
Um Verzögerungen, Nachzahlungen oder Zollstopps zu vermeiden, gehen Sie wie folgt vor:
EORI-Registrierung: Schnelle Tipps
Die EORI-Registrierung ist kostenlos und dauert 1–3 Werktage. Jede deutsche oder EU-Firma kann online beim Zoll beantragen. Nutzen Sie einen Broker oder IOR-Service, stellen Sie sicher, dass dessen EORI aktiv ist, bevor Sie buchen.
Checkliste für Vorab-Dokumente
Vor dem Versand prüfen Sie:
- EORI-Nummer des IOR ist gültig und korrekt
- CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung und Prüfberichte liegen vor (falls erforderlich)
- ISPM 15-Zertifikate für jede Holzverpackung
- Produktdokumentation entspricht HS-Code und deutschen Normen
Mehr dazu im EUR/EPAL Paletten-Ratgeber und unter Schutz vor Feuchtigkeit.
Den richtigen IOR und Logistikpartner wählen
Im B2B agiert meist der Käufer als IOR. Im B2C oder E-Commerce beauftragen Sie einen Broker, IOR-Service oder nutzen einen Kurier (für Pakete). Prüfen Sie immer EORI, Compliance-Know-how und die Fähigkeit, Umsatzsteuer/Zoll vorzustrecken.
Mehr dazu unter beste Routen nach Deutschland und Versandart wählen.
Fazit für DDP-Versand nach Deutschland (das müssen Importeure wissen)
Der DDP-Prozess in Deutschland wird durch EU-Vorgaben, strikte Compliance und verpflichtende EORI-Registrierung bestimmt. Für echtes DDP – ohne böse Überraschungen für den Käufer – müssen Sie einen gültigen IOR benennen, Umsatzsteuer und Zoll im Angebot einrechnen und alle Produktdokumente vor Ankunft bereitstellen. Kuriere sind für Pakete schnell, aber nur bei konformen Waren und innerhalb ihrer Limits. Spediteure übernehmen größere Sendungen, benötigen aber eine sorgfältige Vorbereitung und Dokumentation.
Für die Prüfung der DDP-Anforderungen oder ein konformes Angebot wenden Sie sich an den deutschen Zoll oder einen zertifizierten Broker – und verlangen Sie immer eine transparente Aufschlüsselung vor der Buchung. Versandbereit? Starten Sie mit unserem vollständigen Deutschland-Versandratgeber oder fordern Sie ein DDP-Angebot an und versenden Sie ohne Überraschungen.
ReferenzGlossar· 34 Begriffe
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- ABF
- Australian Border Force: Behörde für Zoll, Grenzschutz und Durchsetzung von Importvorschriften in Australien.
- all-in
- Angebot, das alle Hauptkosten (z. B. Fracht, Handling, Verzollung) enthält; prüfen Sie immer, was abgedeckt ist, um keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
- ATLAS
- Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
- B2B
- Business to Business – der Käufer ist ein Unternehmen (z. B. Importeur), das die Verzollung und Übernahme selbst organisiert; DAP passt oft, wenn der Käufer einen eigenen Broker hat.
- B2C
- Business to Consumer – der Käufer ist Endkunde; DDP eignet sich, wenn der Verkäufer als IOR auftritt und Steuern/Zölle vorstreckt, sonst werden diese meist bei Zustellung kassiert.
- CE
- Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
- CE-Kennzeichnung
- CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
- CIF
- Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
- clearance
- Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
- cut-off
- Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
- DAP
- Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
- DDP
- Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
- door-to-door
- Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
- duty
- Einfuhrzoll: Steuer, die vom Zoll auf importierte Waren erhoben wird – Bemessung nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland.
- EORI
- Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
- EORI-Nummer
- EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
- EXW
- Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
- FCA
- Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
- FCL
- Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
- FOB
- Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
- Importer of Record
- Die im Zielland für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern verantwortliche Partei (Abk. IOR).
- IOR
- Importeur im rechtlichen Sinne: Die Person oder Firma, die für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern im Empfangsland verantwortlich ist.
- ISPM 15
- Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
- last-mile
- Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
- LCL
- Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
- Mehrwertsteuer
- Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
- MWST
- Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
- pickup
- Factory collection: Abholung ab Werk per Lkw, Verladung und Transport zur CFS, CY oder zum Flughafen. Faktoren wie Entfernung, Mehrfachstopps und Versandbereitschaft beeinflussen die Kosten.
- port-to-port
- Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
- REACH
- REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
- RoHS
- RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
- SST
- Sales and Service Tax – Malaysias indirekte Steuer auf importierte Waren und Dienstleistungen, seit 2018 Nachfolger der GST.
- Umsatzsteuer
- Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
- Zoll
- Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.
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