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Aktualisiert · Oktober 2026 12 Min. Lesezeit DDP Versand

DDP Versand nach Deutschland: Import-Leitfaden (Umsatzsteuer, EORI, ATLAS und Compliance)

Schritt-für-Schritt-Anleitung für DDP Versand von China nach Deutschland. Alles zu Umsatzsteuer, EORI, ATLAS Zoll, CE-Kennzeichnung und Fehlervermeidung beim Import.

Lucas Arillotta
Lucas Arillotta Supply Chain Manager bei SINO Shipping
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China DDP Versand
world map
Seefracht
$2,160–$2,640
Luftfracht
$4.14/kg
Seetransit
25–33 Tage
Lufttransit
5–6 Tage
In diesem Leitfaden
  1. 01 DDP-Import: EORI & IOR Vorgaben
  2. 02 Einfuhrkosten in Deutschland
  3. 03 Zollabfertigung in Deutschland
  4. 04 Produktkonformität & CE-Hürden
  5. 05 DDP-Express: Kurierregeln Deutsc
  6. 06 Fehler beim DDP-Versand Deutschl
  7. 07 DDP-Versand: Empfohlene Vorgehen
  8. 08 DDP-Versand: Wichtiges Fazit
Die wichtigsten Inhalte des Artikels
  • EORI Registrierung ist für alle DDP Sendungen nach Deutschland verpflichtend, auch für Nicht-EU-Importeure.
  • Deutschland erhebt 19% Umsatzsteuer und Zollgebühren von 0–12% beim Import, eingezogen vom deutschen Zoll.
  • ATLAS elektronische Anmeldung und ENS Vorabmeldung sind für alle Transportarten erforderlich.
  • Nichtbeachtung von CE-Kennzeichnung oder ISPM 15 bei Holzverpackungen führt zu Rückhaltung oder Ablehnung der Sendung in Deutschland.
Lucas Arillotta Lucas Arillotta · Supply Chain Manager at SINO Shipping ·

Der Versand von China nach Deutschland unter DDP („Delivered Duty Paid“) bedeutet weit mehr, als einfach nur ein „all-in“-Angebot zu erhalten. Entscheidend ist wer tatsächlich als Importeur im rechtlichen Sinne (Importer of Record, IOR) auftritt, ob Ihre Ware den deutschen und EU-Vorgaben entspricht und ob Mehrwertsteuer und Zölle wirklich vor der Zustellung beglichen sind. Fehler in diesen Punkten führen schnell zu Zollstopps, unerwarteten Steuernachzahlungen für Ihren Kunden oder gar zur Zurückweisung der Sendung an der Grenze. Dieser Leitfaden beleuchtet die Besonderheiten des DDP-Versands nach Deutschland: Wer darf legal als Importeur auftreten, welche Kosten fallen tatsächlich an, welche Compliance-Hürden drohen und wie unterscheiden sich Kuriere und Spediteure bei DDP. Einen vollständigen Überblick – inklusive Seefracht, Luftfracht, Compliance und Transportart – finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden für den Versand nach Deutschland.

Wer DDP nach Deutschland versenden will, steht zuerst vor dem Thema Importer of Record (IOR). Der deutsche Zoll verlangt, dass der IOR eine gültige EORI-Nummer besitzt – egal, ob Ihr Kunde ein deutsches Unternehmen, eine EU-Firma oder ein beauftragter Dritter ist. Ohne EORI gibt es keine legale Einfuhr, und die Ware bleibt beim Zoll hängen.

Importeur im Rechtssinn: EORI-Pflicht

Das deutsche Zollsystem ist streng: Der IOR muss in der Einfuhranmeldung genannt werden und eine EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) besitzen. Das gilt für deutsche Unternehmen, EU-Firmen oder beauftragte Broker gleichermaßen. Bei DDP sind Sie (als Verkäufer oder Ihr Spediteur) verantwortlich, einen IOR zu benennen und die EORI-Registrierung vor Ankunft der Ware sicherzustellen.

  • Deutscher Käufer als IOR: Für B2B die sauberste Lösung. Ihr Kunde hat bereits eine EORI, erledigt die Verzollung und übernimmt die Ware. Sie können unter DAP oder DDP liefern, aber der Käufer muss der Rolle als IOR zustimmen.
  • EU-basierter Broker oder IOR-Service: Kann Ihr Kunde nicht als IOR auftreten (keine EORI, keine Zollerfahrung), können Sie einen Broker oder Spezialdienst beauftragen. Dieser beantragt eine EORI, übernimmt die Zollabwicklung und leitet die Ware an Ihren Kunden weiter. Gängig bei E-Commerce, B2C oder Verkauf an Privatkunden.
  • Kurier als IOR: Große Kuriere (DHL, UPS, FedEx) treten manchmal für kleine Pakete als IOR auf, allerdings nur für bestimmte Warengruppen und Werte. Für B2C funktioniert das gut, für regulierte oder hochwertige Waren jedoch nicht.

Mehr zur Auswahl des passenden IOR finden Sie unter Tür-zu-Tür vs. Hafen-zu-Hafen und Zollabwicklung ATLAS.

RolleEORI erforderlichTypischer AnwendungsfallRisiko ohne EORI
Deutscher KäuferJaB2B, regelmäßige ImporteZollstop, Sendung wird gehalten
Broker / IOR-ServiceJaB2C, E-CommerceZollstop, Sendung wird gehalten
Kurier (DHL/UPS)Ja (eigene)Kleinsendungen, B2CZustellung verweigert, Retoure

B2B vs. B2C: Das DDP-Feld in Deutschland

B2B-Importe werden meist vom Käufer abgewickelt, der eine EORI und Zollerfahrung hat. Viele bevorzugen DAP oder FOB plus eigenen Broker, aber DDP ist möglich, wenn Sie einen gültigen IOR benennen und alle Steuern vorab zahlen. Im B2C und E-Commerce erwarten Käufer „keine Überraschungen“ – keine Nachzahlung bei Zustellung, kein Nachfassen für die Mehrwertsteuer. Hier bedeutet echtes DDP, dass der Verkäufer oder dessen Logistikpartner als IOR auftritt, alle Gebühren übernimmt und die Sendung ohne offene Kosten ankommt.

Wenn Sie mit einem Spediteur versenden, achten Sie darauf, dass Ihr DDP-Angebot EORI-Registrierung, Compliance-Prüfung und alle Steuern beinhaltet. Bei Kurierdiensten prüfen Sie, ob diese als IOR auftreten und die MwSt. sowie Zölle abführen. Mehr dazu unter DAP vs. DDP.

Was fällt bei der Einfuhr in Deutschland an? (MwSt., Zoll und versteckte Kosten)

Die tatsächlichen DDP-Kosten in Deutschland setzen sich aus MwSt. (Umsatzsteuer), Zoll, Abfertigungsgebühren und teils weiteren Compliance-Kosten zusammen. Jedes Angebot sollte diese Posten einzeln ausweisen – sonst drohen Nachforderungen oder unvorhergesehene Rechnungen.

MwSt. und Zoll: Die echten DDP-Kosten

Deutschland erhebt auf die meisten Importe den regulären MwSt.-Satz von 19%, dazu Zoll zwischen 0–12% je nach HS-Code. Die MwSt. wird bei der Einfuhr erhoben, nicht beim Verkauf, und muss im DDP-Preis enthalten sein. Der Zollsatz richtet sich nach Warentarifnummer und Ursprung.

  • Reguläre MwSt.: 19% (Lebensmittel, Bücher etc. 7%)
  • Zoll: 0–12% (Details im Leitfaden zu Einfuhrabgaben und Steuern)
  • Abfertigung, Auslagen, Lagerung: Oft versteckt im DDP-Angebot, aber vor Zustellung zu zahlen

Fehlt einer dieser Posten, erhält Ihr Kunde womöglich eine Nachforderung – oder die Sendung bleibt beim Zoll. Eine Aufschlüsselung finden Sie unter EXW vs. FOB und FCA vs. FOB.

KostenpositionWer zahlt bei DDPTypischer Betrag
Zoll (0–12%)VerkäuferJe nach HS-Code unterschiedlich
MwSt. (19% oder 7%)VerkäuferAuf CIF-Wert berechnet
Abfertigung/AuslagenVerkäufer80–250 EUR pro Vorgang
Lagerung (bei Verzögerung)Verkäufer20–60 EUR/Tag

Deutschland

Kostentreiber, die DDP-Angebote in Deutschland sprengen

Viele DDP-Angebote scheitern daran, dass Verkäufer (oder deren Spediteur) folgende Posten nicht einkalkulieren:

  • MwSt. bei der Einfuhr (nicht nur Zoll)
  • Auslagengebühren (Kurier oder Broker zahlt MwSt./Zoll vor, berechnet dann weiter)
  • Lagerkosten (bei Verzögerungen in der Zollabfertigung)
  • Compliance-Kosten (CE-Kennzeichnung, ISPM 15-Zertifikat usw.)

Fordern Sie immer eine vollständige Aufschlüsselung, wenn Sie Angebote vergleichen. Mehr dazu unter Value Added Services und Transportversicherung.

Zollabfertigung in Deutschland (ATLAS, ENS und der Papierkram-Check)

Die Zollabfertigung in Deutschland dreht sich um Dokumente, elektronische Meldungen und präzises Timing. Für alle Anmeldungen ist das ATLAS-System verpflichtend, und die Entry Summary Declaration (ENS) muss vor der Ankunft eingereicht werden. Werden diese Schritte versäumt, wird die Sendung entweder zurückgestellt, verzögert oder zurückgesandt.

Elektronische ATLAS-Anmeldung: Pflicht für alle

Jede Einfuhr nach Deutschland muss über ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem) angemeldet werden. Das gilt für Seefracht, Luftfracht und Bahntransporte. Ihr IOR oder Ihr Zollagent benötigt Zugang zu ATLAS und muss die Anmeldung vor Eintreffen der Ware abgeben.

  • ATLAS-Anmeldung: Für alle Transportarten und Sendungen erforderlich
  • IOR mit EORI: Muss in der Anmeldung genannt sein
  • Zollagent oder Kurier: Kann im Auftrag anmelden, wenn beauftragt

Weitere Informationen finden Sie unter Zollabfertigung ATLAS und Letzte-Meile-Zustellung.

ENS-Voranmeldung: Was ist vorgeschrieben?

Für Deutschland muss eine ENS (Entry Summary Declaration) vor Ankunft eingereicht werden – unabhängig davon, ob per Seefracht, Luftfracht oder Bahn. Sie dient der Sicherheit, Risikoprüfung und sorgt dafür, dass der Zoll die Sendung zügig bearbeiten kann.

  • ENS für Seefracht: Muss vor Ankunft des Schiffs in Hamburg oder Bremerhaven eingereicht werden
  • ENS für Luftfracht: Muss vor Landung am Flughafen Frankfurt abgegeben werden
  • ENS für Bahn: Muss vor Einfahrt des Zuges in Duisburg gemeldet werden

Fehlt die ENS, wird Ihre Ware solange festgehalten, bis die Unterlagen vollständig sind. Mehr dazu unter Cut-off-Zeiten Leitfaden und Versandkalender.

Abfertigungszeiten und Verzögerungen

Sind alle Unterlagen korrekt, dauert die Zollabfertigung in der Regel 1–3 Tage. Fehlerhafte Dokumente, Verstöße oder Kontrollen können die Freigabe jedoch auf eine Woche oder länger verzögern. Häufige Ursachen sind:

  • Falsche EORI oder fehlender IOR
  • Fehlende CE-Kennzeichnung oder ISPM 15-Zertifikat
  • Unvollständige Produktdokumentation

Tipps für eine schnellere Abfertigung finden Sie unter Abholung am Ursprungsort und Buchungsfenster.

SchrittÜblicher ZeitrahmenVerzögerungsrisiko
ATLAS-AnmeldungAm selben TagHoch bei fehlender EORI
ENS-MeldungVor AnkunftHoch bei verspäteter Einreichung
Zollkontrolle1–3 TageLänger bei Verstößen
Lagerung (bei Verzögerung)Tägliche GebührenKosten summieren sich schnell

Produktkonformität: Hürden bei CE, ISPM 15 und deutschen Normen

Deutschland legt beim Import großen Wert auf die Einhaltung von Produktvorschriften. Erfüllt Ihre Ware diese nicht, hält der Zoll die Sendung zurück, verweigert die Einfuhr oder lässt sie vernichten – auch wenn Steuern und Zölle bereits bezahlt sind.

CE-Kennzeichnung: Wer sie braucht und wie man sie bekommt

Die CE-Kennzeichnung ist Pflicht für Elektronik, Maschinen, Spielzeug, Medizinprodukte und viele weitere Kategorien. Der deutsche Zoll prüft das CE-Zeichen, die Konformitätserklärung und die dazugehörigen Prüfberichte. Fehlen diese oder sind sie fehlerhaft, wird die Sendung gestoppt.

  • Wer braucht CE: Elektronik, Maschinen, Spielzeug, Medizinprodukte usw.
  • Wie bekommt man sie: Zertifizierung z. B. über TÜV Rheinland, DEKRA oder andere Benannte Stellen; Dauer 2–8 Wochen, Kosten EUR 500–5.000+
  • Benötigte Unterlagen: CE-Zeichen am Produkt, Konformitätserklärung, Prüfberichte

Mehr dazu im CE-Kennzeichnung, REACH und RoHS Leitfaden.

ISPM 15 für Holzverpackungen: Ablehnung vermeiden

Alle Holzverpackungen (Paletten, Kisten) aus China müssen nach ISPM 15 hitzebehandelt und entsprechend gekennzeichnet sein. Der Pflanzenschutzdienst kontrolliert die Einhaltung bei Einfuhr. Fehlt die Markierung oder ist sie nicht vorschriftsgemäß, kann die Ware zurückgewiesen oder vernichtet werden.

  • ISPM 15 Pflicht: Für alle Holzverpackungen aus Nicht-EU-Ländern
  • Kontrolle: Bei Ankunft im Hafen oder Flughafen
  • Risiko: Hoch – Nichtbeachtung führt zur Ablehnung

Weitere Details finden Sie im EUR/EPAL Paletten Leitfaden und Feuchtigkeitsschutz.

KonformitätsanforderungWer prüftZeitrahmenKostenRisiko bei Fehlen
CE-KennzeichnungZoll2–8 Wochen (vor Versand)EUR 500–5.000+Sendung wird gestoppt
ISPM 15ZollSofort (bei Einfuhr)EUR 10–50/PaletteSendung wird abgelehnt

Produktgruppen mit erhöhtem Risiko in Deutschland

Bestimmte Warengruppen werden besonders streng kontrolliert:

  • Elektronik und Maschinen (CE, EMV, RoHS)
  • Spielzeug (CE, EN71)
  • Lebensmittel und Kosmetik (BVL-, BfR-Konformität)
  • Holzverpackungen (ISPM 15)

Mehr dazu im Lebensmittel, Kosmetik, BVL, BfR Leitfaden und Anti-Dumping-Zölle Deutschland.

Wann Kuriere in Deutschland punkten (klare Regeln für DDP-Express)

Für kleine Pakete und eilige Sendungen bieten Kuriere wie DHL, UPS und FedEx eine vereinfachte DDP-Abwicklung. Die Vorgaben sind jedoch streng – nur bestimmte Warengruppen und Werte sind zulässig, und die Einhaltung der Vorschriften wird weiterhin geprüft.

Express-Abwicklung: So organisieren Kuriere DDP

Kuriere können als IOR für Pakete unterhalb bestimmter Schwellenwerte (meist unter EUR 1.000–2.000) auftreten, Zollanmeldungen über ihre eigene EORI-Nummer einreichen und Umsatzsteuer sowie Zoll für Sie vorstrecken. Sie zahlen alles bequem per Sammelrechnung, und der Empfänger erhält das Paket ohne Nachzahlung.

  • Schnelle Abfertigung: 1–3 Tage über Flughafen Frankfurt oder andere Hubs
  • Integrierte Verzollung: Kurier meldet über ATLAS und ENS an und zahlt Umsatzsteuer/Zoll
  • Sammelrechnung: Alles inklusive im DDP-Angebot, aber nur für zulässige Waren

Mehr dazu im Vergleich Luftfracht vs Express und unter Versandart wählen.

ModusTypischer AnwendungsfallIOR-KonstellationEinschränkungen
KurierKleine Pakete, B2CKurier als IORWert- und Produktlimits
SpediteurGrößere Sendungen, B2BKäufer oder AgentGültigen IOR benennen

Kurier vs. Spediteur: Unterschiede bei der Compliance

Kuriere sind für Pakete effizient, übernehmen aber keine regulierten Güter, hochpreisige Sendungen oder Waren ohne CE-/ISPM 15-Kennzeichnung. Spediteure transportieren größere Mengen und komplexe Produkte, benötigen aber mehr Dokumente und einen gültigen IOR.

Mehr dazu unter FCL vs LCL Seefracht und beste Routen nach Deutschland.

Häufige Fehler beim DDP-Versand nach Deutschland (was Ihren Import blockiert)

Diese Fehler sehen wir immer wieder – jeder einzelne kann Ihre Sendung verzögern, unerwartete Kosten verursachen oder zur Rücksendung führen.

Fehlende oder falsche EORI-Nummer

Fehlt die EORI-Nummer des IOR oder ist sie in der Zollanmeldung falsch, lehnt ATLAS die Anmeldung ab und der Zoll hält die Sendung zurück. Das ist der häufigste Grund für gescheiterte DDP-Lieferungen.

Unvollständige Produktdokumentation (CE, ISPM 15)

Fehlende CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung oder ISPM 15-Zertifikat führen zu sofortiger Zurückhaltung oder Ablehnung. Nicht-konforme Ware wird nicht abgefertigt, und Lagergebühren summieren sich schnell.

Falsche Kalkulation von Umsatzsteuer und Zoll

Viele Verkäufer vergessen die Umsatzsteuer (19 %) einzurechnen oder berechnen den Zoll (0–12 %) falsch. Die Folge: Der Käufer erhält eine Nachforderung bei Lieferung oder die Sendung wird bis zur Zahlung blockiert.

Ungültige Benennung des IOR

Wird ein Unternehmen außerhalb der EU oder eine Organisation ohne gültige EORI als IOR benannt, akzeptiert der Zoll die Anmeldung nicht. Die Sendung kann nach China zurückgehen.

Übersehene Lager- und Auslagengebühren

Verzögerungen bei der Abfertigung (oft wegen fehlender Unterlagen) verursachen Lagerkosten im Hafen oder am Flughafen. Auslagengebühren – wenn ein Broker oder Kurier Umsatzsteuer/Zoll vorstreckt – werden im DDP-Angebot oft nicht berücksichtigt und führen zu unerwarteten Nachforderungen.

Empfohlene Vorgehensweise für DDP nach Deutschland (EU-First-Ansatz)

Um Verzögerungen, Nachzahlungen oder Zollstopps zu vermeiden, gehen Sie wie folgt vor:

EORI-Registrierung: Schnelle Tipps

Die EORI-Registrierung ist kostenlos und dauert 1–3 Werktage. Jede deutsche oder EU-Firma kann online beim Zoll beantragen. Nutzen Sie einen Broker oder IOR-Service, stellen Sie sicher, dass dessen EORI aktiv ist, bevor Sie buchen.

Checkliste für Vorab-Dokumente

Vor dem Versand prüfen Sie:

  • EORI-Nummer des IOR ist gültig und korrekt
  • CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung und Prüfberichte liegen vor (falls erforderlich)
  • ISPM 15-Zertifikate für jede Holzverpackung
  • Produktdokumentation entspricht HS-Code und deutschen Normen

Mehr dazu im EUR/EPAL Paletten-Ratgeber und unter Schutz vor Feuchtigkeit.

Den richtigen IOR und Logistikpartner wählen

Im B2B agiert meist der Käufer als IOR. Im B2C oder E-Commerce beauftragen Sie einen Broker, IOR-Service oder nutzen einen Kurier (für Pakete). Prüfen Sie immer EORI, Compliance-Know-how und die Fähigkeit, Umsatzsteuer/Zoll vorzustrecken.

Mehr dazu unter beste Routen nach Deutschland und Versandart wählen.

Fazit für DDP-Versand nach Deutschland (das müssen Importeure wissen)

Der DDP-Prozess in Deutschland wird durch EU-Vorgaben, strikte Compliance und verpflichtende EORI-Registrierung bestimmt. Für echtes DDP – ohne böse Überraschungen für den Käufer – müssen Sie einen gültigen IOR benennen, Umsatzsteuer und Zoll im Angebot einrechnen und alle Produktdokumente vor Ankunft bereitstellen. Kuriere sind für Pakete schnell, aber nur bei konformen Waren und innerhalb ihrer Limits. Spediteure übernehmen größere Sendungen, benötigen aber eine sorgfältige Vorbereitung und Dokumentation.

Für die Prüfung der DDP-Anforderungen oder ein konformes Angebot wenden Sie sich an den deutschen Zoll oder einen zertifizierten Broker – und verlangen Sie immer eine transparente Aufschlüsselung vor der Buchung. Versandbereit? Starten Sie mit unserem vollständigen Deutschland-Versandratgeber oder fordern Sie ein DDP-Angebot an und versenden Sie ohne Überraschungen.

ReferenzGlossar· 34 Begriffe

Suchen Sie einen Begriff oder springen Sie nach Buchstaben.

ABF
Australian Border Force: Behörde für Zoll, Grenzschutz und Durchsetzung von Importvorschriften in Australien.
all-in
Angebot, das alle Hauptkosten (z. B. Fracht, Handling, Verzollung) enthält; prüfen Sie immer, was abgedeckt ist, um keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
ATLAS
Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungssystem. Deutschlands elektronisches System für Zollanmeldungen im Import und Export.
B2B
Business to Business – der Käufer ist ein Unternehmen (z. B. Importeur), das die Verzollung und Übernahme selbst organisiert; DAP passt oft, wenn der Käufer einen eigenen Broker hat.
B2C
Business to Consumer – der Käufer ist Endkunde; DDP eignet sich, wenn der Verkäufer als IOR auftritt und Steuern/Zölle vorstreckt, sonst werden diese meist bei Zustellung kassiert.
CE
Conformité Européenne: EU-weites Pflichtkennzeichen für Produkte im EWR. In Japan nicht anerkannt – hier gelten PSE und TELEC als eigenständige Zulassungen.
CE-Kennzeichnung
CE-Kennzeichnung. Zeigt die Einhaltung der EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei Importen nach Deutschland.
CIF
Cost, Insurance and Freight – nur für See- und Binnenschiff; Verkäufer zahlt Fracht und Mindestversicherung (meist ICC C) bis zum benannten Hafen, Käufer verzollt und zahlt Abgaben; Risikoübergang an Bord des Schiffs.
clearance
Zollabfertigung – Vorlage der Ware und Dokumente beim Zoll und Einholung der Freigabe für Ein- oder Ausfuhr; bei EXW und FOB ist entscheidend, wer die Ausfuhranmeldung übernimmt.
cut-off
Annahmeschluss für Ware oder Dokumente, um einen bestimmten Schiffs- oder Flugtermin zu erreichen; Verpassen führt meist zu einem Tag Verzögerung.
DAP
Delivered At Place: Verkäufer liefert bis zum benannten Ort (z.B. Lager des Käufers) und entlädt, Importabfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer übernimmt der Käufer, IOR ist der Empfänger.
DDP
Delivered Duty Paid: Verkäufer trägt alle Kosten bis zur Tür des Käufers inkl. Abfertigung, Zoll und Verbrauchssteuer; echtes DDP heißt, der Empfänger zahlt bei Lieferung nichts mehr.
door-to-door
Service von Tür zu Tür: Der Spediteur oder Carrier organisiert die komplette Transportkette inklusive Abholung und Zustellung beim Empfänger.
duty
Einfuhrzoll: Steuer, die vom Zoll auf importierte Waren erhoben wird – Bemessung nach HS-Code, Warenwert und Ursprungsland.
EORI
Economic Operators Registration and Identification number. Obligatorisch für alle Unternehmen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Polen importieren.
EORI-Nummer
EORI-Nummer. Notwendige Registrierungsnummer für Importeure und Exporteure zur Abfertigung von Waren beim deutschen Zoll.
EXW
Ex Works: Der Verkäufer stellt die Ware an seinem Standort bereit; der Käufer organisiert Abholung, Ausfuhr, Hauptlauf und alles Weitere. Risikoübergang am Werkstor – frühester Incoterm.
FCA
Free Carrier: Verkäufer liefert an benannten Ort (CY, CFS oder Terminal); Käufer bucht Hauptlauf und Versicherung. Risikoübergang bei Übergabe an Carrier – klarer, belegbarer Zeitpunkt. Für Container (FCL/LCL) besser als FOB; bei Luftfracht FCA oder CIP nutzen.
FCL
Full Container Load: Sie buchen einen kompletten Container (z. B. 20GP oder 40HC); nur Ihre Ware wird verladen.
FOB
Free On Board: Verkäufer liefert bis an Bord des Schiffs und erledigt Ausfuhr; Käufer organisiert Hauptlauf und Import ab Schiffsreling. Risikoübergang beim Laden aufs Schiff. Nur für Seefracht – bei Luftfracht FCA nutzen. Bei Containern ist der „On Board“-Zeitpunkt oft unklar; FCA (CY/CFS) ist transparenter.
Importer of Record
Die im Zielland für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern verantwortliche Partei (Abk. IOR).
IOR
Importeur im rechtlichen Sinne: Die Person oder Firma, die für die Importanmeldung und die Zahlung von Zöllen und Steuern im Empfangsland verantwortlich ist.
ISPM 15
Internationaler Standard ISPM 15: Behandlungsnachweis für Holzverpackungen (Paletten, Kisten) – Hitzebehandlung oder Begasungsstempel erforderlich. Nicht konforme Holzverpackung blockiert die Einfuhrfreigabe in Japan.
last-mile
Letzter Transportabschnitt vom Hafen, Flughafen oder Lager bis zur Empfängeradresse. Zuschläge für abgelegene Gebiete oder Privatadressen möglich.
LCL
Sammelladung (LCL): Ihre Ware teilt sich den Container mit anderen Sendungen; Abrechnung pro CBM zzgl. CFS- und Handlinggebühren an beiden Enden.
Mehrwertsteuer
Mehrwertsteuer. Synonym für Umsatzsteuer, in Deutschland gebräuchlich.
MWST
Mehrwertsteuer – Schweizer Umsatzsteuer, die auf die meisten Importwaren erhoben wird.
pickup
Factory collection: Abholung ab Werk per Lkw, Verladung und Transport zur CFS, CY oder zum Flughafen. Faktoren wie Entfernung, Mehrfachstopps und Versandbereitschaft beeinflussen die Kosten.
port-to-port
Service from origin port to destination port only: Reiner Hauptlauf von Abgangs- zu Zielhafen; Vor- und Nachlauf müssen separat organisiert werden.
REACH
REACH-Verordnung (EG 1907/2006). EU-Regelung zur Kontrolle von Chemikalien in Produkten, die nach Portugal importiert werden.
RoHS
RoHS-Richtlinie (2011/65/EU). EU-Vorschrift, die gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten bei Importen nach Portugal begrenzt.
SST
Sales and Service Tax – Malaysias indirekte Steuer auf importierte Waren und Dienstleistungen, seit 2018 Nachfolger der GST.
Umsatzsteuer
Deutsche Umsatzsteuer (VAT). Fällt auf die meisten Importe und Verkäufe an, Standardsatz 19%.
Zoll
Deutscher Zoll. Zuständig für Einfuhr-/Ausfuhrabfertigung, Zollerhebung und Einhaltung von Handelsvorschriften.